Regen, Spaziergänger, Regenschirm
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Ein Spaziergänger ist bei Regen unterwegs (Symbolfoto). Im Gemeinderat Riegsee ging es jetzt um die Beseitigung von Niederschlagwasser.

Kosten: 1,3 Millionen Euro

Klare Ansage vom WWA: Gemeinde Riegsee muss Projekt in Aidling angehen

In Riegsee ist das Thema Niederschlagswasser aufgeploppt. Die Gemeinde muss für dessen Beseitigung im Ortsteil Aidling sorgen. Sonst droht Ungemach. 

  • Die Gemeinde Riegsee muss sich um das Niederschlagswasser in Aidling kümmern.
  • Wenn sie das nicht tut, wäre es nicht mehr möglich, neue Bauplätze auszuweisen.
  • Der Gemeinderat hat ein Büro beauftragt, einen konkreten Entwurf zu erarbeiten.

Riegsee/Aidling – Die Aussage des Wasserwirtschaftsamtes Weilheim war unmissverständlich: Wenn die Gemeinde Riegsee nicht den Abschnitt zwei der Niederschlagwasser-Beseitigung in Aidling verwirklicht, werden von der Behörde dort keine Bauvorhaben mehr freigegeben. Das bedeutet im Klartext, dass Ausweisungen neuer Bauplätze nicht mehr möglich wären.

Teure Maßnahme

Nicht zuletzt aus diesem Grund befasste sich der Riegseer Gemeinderat jetzt mit diesem Thema, das die Kommune letztlich mit 1,3 Millionen Euro einen großen Batzen Geld kosten wird. Hierfür wird es laut Bürgermeister Jörg Steinleitner (Wählergemeinschaft Riegsee) keine Zuschüsse von höherer Stelle geben. In den kommenden Haushalten sind nach seinen Worten bereits entsprechende Mittel vorgesehen.

Zweiter Bauabschnitt

Der erste Bauabschnitt war vor einigen Jahren fertig gestellt worden, der den unteren Teil des Dorfes in Richtung des Riegsees entwässert, nebst einem Absetzbecken. Nun folgt der zweite, der für das obere Dorf gedacht ist. Das Münchner Ingenieurbüro Wipflerplan hatte in Abstimmung mit der Unteren Naturschutzbehörde im Landratsamt Garmisch-Partenkirchen einen Entwurf für das umfangreiche Projekt erarbeitet. Dieser fand die einhellige Zustimmung des Gremiums.

Mit einem Schacht geht‘s los

Wie von Vize-Rathauschef Georg Miller (Dorfgemeinschaft Aidling) verlautete, beginnt das Vorhaben mit der Errichtung eines Schachtes in der Dorfstraße, von dem das Niederschlagswasser in einer geschlossenen Leitung in Richtung Süden bis zu einem sogenannten „Lamellen-Klärer“ geführt wird, der auf Gemeindegrund seinen Platz finden wird. Dabei handelt es sich um ein festes Bauwerk aus witterungsbeständigem Kunststoff nebst Einlauf und einem Wabengitter, das gegenüber einem Absetzbecken den Vorteil hat, dass es nicht wie ein Absetzbecken wiederholt mit großem Aufwand ausgebaggert, sondern nur einmal jährlich durchgespült werden muss. Dies, so Miller, spare Kosten ein. „Auch Wasser, das von den Straßen kommt, muss erst geklärt werden, bevor es der Natur übergeben wird“, erläuterte er die Gesetzeslage. Weiter fließt das geklärte Nass zur nächsten Station, einem „Drosselbauwerk“. Dies ist eine Art Rückhalteschleuse, die bei Starkregenereignissen die ankommende Wassermenge dosiert in den anschließenden Flurbereinigungskanal einleitet, bevor sie den Achgraben und schließlich das angrenzende Moorgebiet erreicht. „Wir dürfen dabei nicht zu viel Wasser einleiten, weil sonst die Gefahr von Überflutungen im Gebiet in Richtung Sindelsdorf groß ist“, unterstrich der Vizebürgermeister.

Flurbereinigungskanal ist auch Thema

Eine weitere Aufgabe im Rahmen des Projektes ist, den in Rohren verlaufenden Flurbereinigungskanal auf eventuelle Schäden zu untersuchen. „Wir müssen ihn in einem funktionsfähigen Zustand halten, um eine Baugenehmigung für das Projekt zu bekommen.“ Seine Instandhaltung obliege ohnehin der Gemeinde.

Baustart nicht vor Herbst 2021

Mit elf zu Null Stimmen beschloss das Gremium, das Ingenieurbüro Wipflerplan zu beauftragen, einen konkreten Bauentwurf für das Gesamtvorhaben zu erarbeiten. Steinleitner und sein Vize rechnen mit einem Baubeginn nicht vor Herbst 2021. Bis zur Fertigstellung werden mindestens zwei bis drei Jahre ins Land gehen, da sind sich beide Bürgermeister einig. Zunächst stehen allerdings erst einmal Untersuchungen zur Bodenbeschaffenheit in dem betroffenen Gebiet auf dem Programm.

Heino Herpen

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