So oder so ähnlich könnte sie aussehen: die selbstgeschnitzte Bank, skizziert von Johannes Volkmann. 

Kunstaktion von Johannes Volkmann

Per Anhalter auf der Bank

Johannes Volkmann plant einen „selbstgeschnitzten Nahverkehr“ in drei Orten. Er will gemeinsam mit Kindern drei Bänke schnitzen und diese in Murnau, Riegsee und  Aidling aufstellen. Wer dort Platz nimmt, wird mitgenommen. Ein Mitfahrprojekt mit vielen Vorteilen. 

Riegsee – Wäre es nicht praktisch, wenn man nicht den Bus oder das Auto nehmen müsste, um zum Beispiel zum Einkaufen zu fahren? Wenn man sich einfach auf eine Bank setzten könnte und schon wird man mitgenommen? Mitfahrzentralen gibt es zahlreiche. Doch die, die der Künstler Johannes Volkmann schaffen will, ist eine ganz Besondere. Er will einen Nahverkehr selbst schnitzen – gemeinsam mit Kindern und Jugendlichen im Rahmen eines dreitägigen Workshops in Riegsee. Genauer genommen will er Bänke schnitzen. Passanten können sich auf diese setzten, Autofahrer wissen dann Bescheid, dass diese Person mitgenommen werden will. Ein ähnliches Modell des Nahverkehrs gibt es bereits im Hundsrück sowie in Oberammergau (wir berichteten).

Volkmann (49), der unter anderem in Riegsee lebt und in Nürnberg sein Atelier hat, ist Projektkünstler und arbeitet weltweit an seinen Ideen – kürzlich erst in Burkina Faso und in Moldavien. Bei dem „Nahverkehr - Projekt“ lässt er seine Ausbildung an der Schnitzschule in Oberammergau als Holzbildhauer mit einfließen. Drei geschnitzte Bänke werden ab September in Murnau, Riegsee und Aidling stehen. „Wer sich darauf setzt, gibt damit zu verstehen, dass er gerne von einen Ort in den anderen mitgenommen werden will“, sagt Volkmann.

Anhand eines eigens entwickelten Aufklebers kann jeder Autofahrer ein sichtbares Zeichen setzten, dass er beim Nahverkehr mitmacht. Die Aufkleber gibt’s erst bei der Eröffnungsfeier und weitergehend in den beiden Kramerläden in Riegsee und Murnau.

Die Vorteile der Aktion liegen auf der Hand. Man spart Geld und tut gleichzeitig der Umwelt etwas Gutes. Volkmann, der auch den „Verlag Erlesene Bücher“ betreibt und „Das Papiertheater“ leitet, ist sich sicher, dass auch noch Weiteres passieren kann: „Vielleicht lernt man dabei neue Menschen kennen“, sagt er.

Bis es jedoch soweit ist, bereitet sich Volkmann mit seinen Kollegen Nana Klaass, Karen Freude, Anastasia Kühn und Jörg Steinleitner auf die „Schnitz-Werkstatt“ vor, die vom 23. bis zum 25. August in der „Oidn Denna“ des Alpaka-Hofs der Familie Schmid in Riegsee stattfindet. Dabei sollen die Bänke in gemeinsamer Arbeit gefertigt werden. Kinder ab sieben Jahre dürfen mitschnitzen.

Die Bänke werden am 26. und 27. August vor Ort eingeweiht. Am 26. August (18 Uhr) mit einem gemeinsamen Abendbrot beim Getränkeladen Angerer - dort wird eine der Bänke stehen. Am 27. August um 10 Uhr beim Weißwurstfrühstück vor dem Rathhaus in Riegsee – dort steht die zweite Bank.

Weitere Informationen:

Wer an der Aktion „Selbstgeschnitzter Nahverkehr“ vom 23. bis 25. August (täglich von 10 bis 17 Uhr) in Riegsee (Dorfstraße 33) teilnehmen möchte, kann sich unter der Telefonnummer 0 88 41/67 22 05 oder per E-Mail volkmann@daspapiertheater.de anmelden. Der Unkostenbeitrag pro Kind beträgt 60 Euro. (inklusive Mittagessen) Die Schnitz-Kinder würden sich sehr über Kuchen für die Nachmittage freuen. Eltern, die Zeit zum Backen haben, sollen sich ebenfalls melden. Unterstützt wird das Projekt durch die Bürgermeister Rolf Beuting (Murnau) und Rudolf Kühn (Riegsee-Aidling) sowie durch die Familien Schmid, die Familie Mayr, Beni Schneider,, dem Modehaus Echter und die Sparkasse.

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