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Etwa 60 Besucher verfolgen bei der Bürgerversammlung im Haus des Gastes den Ausführungen von Rudolf Kühn.

Komfortables Polster an Rücklagen

Riegsees nächstes Großprojekt

Riegsee hat viel vor: Über die Pläne der Gemeinde informierte der Rathauschef bei der Bürgerversammlung.  Das größte Vorhaben wird der Rathausumbau.

Riegsee – Die Pro-Kopf Verschuldung ist für die 1204 Bewohner der Gemeinde Riegsee, zu der auch Aidling und Hagen zählen, ist mit 1,73 Euro sensationell gering. Auch die zahlreichen Projekte der Kommune werden daran auf absehbare Zeit nichts ändern, zumal sie mit 1,74 Millionen Euro (Stand 31. Dezember 2016) über ein komfortables Polster an Rücklagen verfügt. Aus diesem werden laut Haushaltsansatz 827 000 Euro heuer aber entnommen. Die größten Brocken bei den Vorhaben stellen der Rathausumbau, die geplante Sanierung des Campingplatzes sowie mehrere Straßen- und Kanalbauvorhaben speziell in Aidling dar, wie Gemeindechef Rudolf Kühn bei der Bürgerversammlung  erklärte. 

In punkto Rathaussanierung und -umbau sei der Architekt Christoph Hierl aus Murnau mit der Detailplanung beschäftigt. Er habe deshalb noch keine genaue Kostenschätzung vorlegen können, erklärte Bürgermeister Rudolf Kühn den rund 60 Besuchern, die am Freitag ins Haus des Gastes nach Riegsee gekommen waren. Insgesamt 250 000 Euro seien für dieses Projekt, das auch eine Erweiterung des Feuerwehr-Gerätehauses beinhaltet, 2017 in den Haushalt eingestellt worden, erklärte der Kühn. „Kreisbrandrat Johann Eitzenberger hat uns fürs Feuerwehrhaus einen Zuschuss von 28 000 Euro in Aussicht gestellt“, kündigte er an. Im Laufe des Jahres soll das Gesamtvorhaben mit dem Umbau der ehemaligen Räume der Raiffeisenbank in einen Kramerladen begonnen werden. Das Ladengeschäft muss umziehen, weil die Hauseigentümer seines bisherigen Domizils Eigenbedarf angemeldet hatten. „Dem Gemeinderat ist sehr viel daran gelegen, das Lebensmittelgeschäft zu erhalten, denn es ist ja auch ein beliebter Bürgertreffpunkt“, betonte Kühn.

Teuer wird voraussichtlich die Umgestaltung des Campingplatzes, wobei der erste Schritt die Sanierung des Hautgebäudes ist – speziell der sanitären Anlagen, wie der Bürgermeister hervorhob. „Das hat unser Planer, Professor Dr. Heinrich Lang, sehr ans Herz gelegt – sonst bekämen wir kein gutes Rating im Internet.“ Wegen Undichtigkeiten muss dort auch das Dach überholt werden. Für beide Vorhaben sind in diesem Jahr insgesamt 100.000 Euro vorgesehen.

Probleme mit den Oberflächen- und Tagwasserkanälen gibt es an der Lohwiesstraße, An den Steinbreiten und An der Scharnitz in Aidling, die ebenfalls einer Sanierung bedürfen. Weitere 42 500 Euro wird die Kommune 2017 für das Kanalkataster ausgeben, für das bereits alle Revisions- und Hausanschlussschächte digital erfasst worden sind. „Jetzt müssen alle Leitungen mit einer Kamera befahren werden, ob sie auch dicht sind“, sagte Kühn. Zum Breitbandausbau bemerkte der Bürgermeister, dass bis Ende September diese Form der schnellen Datenübermittlung überall im Gemeindegebiet verfügbar sein solle.

Landrat Anton Speer (Freie Wähler) kündigte an, dass seine Behörde künftig noch offensiver auf die Bedürfnisse der Gewerbetreibenden in den Gemeinden zugehen werde. Zweiter Bürgermeister Ingo Presuhn (WG Riegsee) informierte über die Vorteile der elektronischen Gästekarte, die mit dem Zusammenschluss der Werbegemeinschaften „Blaues Land“ und „Ammergauer Alpen“ eingeführt worden sei sowie über die „17er Oberlandenergie GmbH“.

Heino Herpen 

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