Euro-Geldscheine, aufgenommen bei einem Pressetermin in der Filiale der Bundesbank.
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Euro-Geldscheine: Das Symbolfoto ist aufgenommen bei einem Pressetermin in der Filiale der Bundesbank. Riegsee ist so gut wie schuldenfrei.

Gemeinderat beschließt Haushalt

Riegsee quasi schuldenfrei - 700 000 Euro für die Sanierung des Kanalnetzes in Aidling geplant

  • vonRafael Sala
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Riegsee steht finanziell gut da – trotz Corona. Das ist die gute Nachricht. Die weniger erfreuliche: Die negativen Folgen könnten sich erst in zwei Jahren zeigen. Dann wird die Gemeinde laut Bürgermeister Jörg Steinleitner Geld brauchen.

  • Trotz Corona steht die Gemeinde Riegsee finanziell gut da.
  • Die Kommune hat quasi keine Schulden.
  • Im Haushalt 2021 sind 700 000 Euro für die Sanierung des Kanalnetzes in Aidling veranschlagt.

Riegsee – Als gäbe es dieses neue Virus nicht. Eine Pro-Kopf-Verschuldung von gerade einmal 36 Cent pro Einwohner, eine Zufuhr zum Vermögenshaushalt in Höhe von 253 000 Euro, ein Plus von gut 300 000 Euro im Verwaltungshaushalt gegenüber dem Vorjahr: Mit guten Zahlen wartet der Haushalt 2021 auf – und das trotz der harten Corona-Auflagen, die 2020 erstmals zuschlugen und so manche Gemeinde finanziell ausbluten ließen. Entsprechend frohlockte Bürgermeister Jörg Steinleitner (Wählergemeinschaft Riegsee), als er in der jüngsten Gemeinderatssitzung im Haus des Gastes das Zahlenwerk vorstellte. „Wir sind trotz der Corona-Pandemie gut durch das vergangene Jahr gekommen“, betonte er. Und das trotz der beträchtlichen Mehrausgaben, die die Gemeinde durch die Starkregenereignisse zu schultern hatte.

Firmen machten guten Geschäfte

Der Grund hierfür liegt vor allem in den Steuereinnahmen. Der Rathauschef sprach von erfreulichen Einmaleffekten: Es habe im vergangenen Jahr viele Gewerbetreibende gegeben, die „gute Geschäfte“ gemacht hätten. „Deshalb konnten wir trotz Corona und Starkregen mit Investitionen in das erste Jahr mit dem neuen Gemeinderat starten.“ Man habe unter anderem die IT-Ausstattung des Rathauses und der Feuerwehren modernisiert und die Küche im Haus des Gastes auf den neuesten Stand gebracht – alles aufwendige Investitionen.

Steinleitner rät zur Vorsicht

Steinleitner warnte allerdings vor Optimismus: „Wir stehen zwar finanziell gut da, aber wir dürfen uns nicht in Sicherheit wiegen.“ Es sei zu erwarten, dass sich die negativen Folgen der Pandemie in zwei oder drei Jahren auswirken könnten. „Dann nämlich, wenn die Gewerbesteuerzahlen und die Zuweisungen durch die Einkommenssteuer niedriger werden.“ Der Staat werde anfangen, „das viele Geld, das jetzt in Form von Hilfsgeldern ausgeschüttet wird, wieder hereinzuholen“. Dann werde Riegsee Geld brauchen. Weitere teure Posten, die die Gemeinde zu schultern habe, sei die Modernisierung des Campingplatzes und die Sanierung des Kanalnetzes. Vor allem Letzteres wird ordentlich zu Buche schlagen, wie aus den Zahlen hervorgeht, die VG-Kämmerin Elisabeth Mohr vortrug: Demnach sind 700 000 Euro für die Sanierung des Kanalnetzes in Aidling veranschlagt – die teuerste Baumaßnahme. Allerdings ist die Finanzierung auf mehrere Jahre verteilt. Weitere kostspielige Projekte sind die Sanierung des Hochbehälters in Aidling (225 000 Euro) sowie die Ableitung des Oberflächenwassers in diesem Ortsteil (500 000 Euro).

Hohe Zuschüsse

Doch auch auf der Einnahmenseite sieht es recht gut aus – vor allem wegen der Zuschüsse, die für bestimmte Baumaßnahmen zu erwarten sind. Für Tagwasserbeseitigung in Aidling Ost gibt es 400 000 Euro, bei der Abwassersanierung sind es sogar 560 000 Euro. Für die Erschließung der Lohwiesstraße rechnet die Kämmerin mit Beiträgen in Höhe von 380 000 Euro.

Räte stimmen einmütig für Etat

Insgesamt kann Riegsee für 2021 noch einmal aus dem Vollen schöpfen: Der Verwaltungshaushalt ist auf 2,7 Millionen Euro veranschlagt – 300 000 Euro mehr als im Vorjahr mit rund 2,4 Millionen Euro. Das liegt nicht zuletzt an den Einnahmen aus der Gewerbesteuer: Gegenüber dem Vorjahr fließen hier 70 000 Euro mehr in die Kassen. Einstimmig und ohne Diskussion segneten die Mandatsträger das Zahlenwerk ab.

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