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Am neuen Radweg an der Kreisstraße GAP 1 bei Leibersberg kann man bald nicht mehr parken.

“Wird einen Aufschrei geben“

Badesaison am Riegsee: So will die Gemeinde ein sommerliches Parkchaos verhindern

Riegseer Bürger und Badegäste von auswärts müssen sich auf gravierende Änderungen beim Parken einstellen. Dies betrifft den Aidlinger Badeplatz, den neuen Radweg bei Leibersberg sowie die Dorfstraße.

Riegsee – An schönen Tagen stehen in der Nähe des Aidlinger Badeplatzes 100 Autos oder auch mehr in der Wiese. Früher waren dort Zäune angebracht, heute ist dies nicht mehr der Fall, auch weil nicht mehr so viel Vieh ausgetrieben wird. Landwirte sind nicht begeistert von der Parkerei. Nun schreitet die Gemeinde Riegsee ein. Sie will die Zufahrt verbieten, nur land- und forstwirtschaftlicher Verkehr soll frei sein. „Ich weiß nicht, was wir sonst machen können“, betonte Bürgermeister Rudi Kühn (Wählergemeinschaft Aidling) im Gemeinderat.

Der Badeplatz wird künftig also im Wesentlichen nur noch mit dem Rad oder zu Fuß zu erreichen sein. Allerdings denken die Mandatsträger darüber nach, Ausnahmegenehmigungen für Berechtigte zu erteilen. „Das wäre eine gute Lösung“, fand Vizebürgermeister Ingo Presuhn (Wählergemeinschaft Riegsee). Doch der Teufel steckt im Detail. „Wie viele Berechtigungsscheine stellt man aus“, fragte Georg Mayr (Wählergemeinschaft Riegsee). „Das ist schwierig.“

„Das wird einen Aufschrei geben“

Der Gemeinderat stimmte einstimmig dafür, an der Zufahrt an der Kreisstraße GAP 1 sowie an einem Feldweg am Ortsausgang Riegsee die Beschilderung abzuändern. Mancher Bürger wird wohl protestieren, spätestens wenn er einen Strafzettel bekommt. „Das wird einen Aufschrei geben“, glaubt Kühn, „aber ich kann es nicht ändern.“ Der vorhandene Parkplatz soll etwas vergrößert werden, so dass dort künftig rund 20 Fahrzeuge abgestellt werden können.

Zudem wird sich an der Kreisstraße bei Leibersberg, wo jüngst der neue Radweg offiziell eröffnet wurde, etwas tun. Dort soll künftig ein absolutes Halteverbot gelten, auch auf dem Seitenstreifen. Damit möchte man nicht nur Fußgänger und Radfahrer schützen, sondern auch die dort installierte Regenwasserableitung. An manchen Wochenenden bilden sich dort regelrechte Autoschlangen. Dem will die Gemeinde einen Riegel vorschieben. Wobei etwaige Kontrollen sich auch auf angrenzende Feldwege erstrecken müssten, betonte Rathauschef Kühn. Mit einer Gegenstimme wurde beschlossen, dass die Schilder aufgestellt werden. Beantragen muss die Gemeinde diese Maßnahme beim Landratsamt Garmisch-Partenkirchen.

ZKD-Stunden sollen zunehmen

Doch wo sollen die Badegäste in Zukunft parken? Georg Mayr regte an, für Ersatz zu sorgen: Zehn Stück könnten an der Aidlinger Kiesgrube geschaffen werden. Ferner müssen sich Autofahrer an der Dorfstraße in Riegsee auf eine massive Änderung einstellen. Auch dort kommt es im Sommer zu erheblichen Behinderungen, weil alles zugeparkt ist. Es ist oft nur mehr eine Gasse frei, so dass die Landwirte mit ihren Ladewagen nicht durchkommen. In Zukunft soll nun von der Hausnummer 1 (südlicher Ortseingang) bis zur Nummer 32 (Kramerladen) ein eingeschränktes Halteverbot gelten. Auch beim Kramer sei immer viel geparkt worden, sagte Kühn. 

Doch der Umzug des Ladens ins Rathausgebäude „nimmt Gestalt an, die Maßnahmen laufen. Jetzt könnte man das Problem angehen“. Am 14. Mai wird es noch einen Ortstermin mit der Polizei und dem Landratsamt geben. Eine Folge der Park-Einschnitte: Die Kommune will beim Zweckverband Kommunales Dienstleistungszentrum Oberland (ZKD) mehr Stunden buchen. Der ZKD kontrolliert den ruhenden und fließenden Verkehr. Bisher sind die Mitarbeiter vier Stunden pro Monat im Gemeindegebiet unterwegs. Künftig sollen es zehn Stunden sein.

Roland Lory

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