An der Seestraße hat die Feuerwehr am vergangenen Samstag einen Einsatz zu bewältigen. 
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An der Seestraße hat die Feuerwehr am vergangenen Samstag einen Einsatz zu bewältigen. 

Kommune würde Starkregenschutz nicht nachkommen

Nach Unwettern im Oberland: Schwere Vorwürfe an Gemeinde - Bürgermeister reagiert mit drastischem Appell

Selten wurde das Oberland von derart schweren Gewittern heimgesucht wie in den letzten Monaten. Auch in der Gemeinde Riegsee tobten die Unwetter. Dies ist mit Unmut verbunden.

Riegsee – Dem Riegseer Rathauschef Jörg Steinleitner (WGR) war der Ärger anzusehen. In der Gemeinderatssitzung machte er seiner Verstimmung mit einer nachdrücklich vorgetragenen Grundsatzerklärung Luft. Nach dem schweren Gewitter mit Starkregen und Sturmböen läutete bei ihm immer wieder das Telefon, und der Speicher für die E-Mails drohte an seine Grenzen zu kommen.

Schweren Unwetter in Riegsee: Vorwürfe an Gemeinde werden laut - Bürgermeister verärgert

„Der grundsätzliche Tenor dieser Kontaktaufnahmen ist die Forderung, dass die Gemeinde ihren Aufgaben hinsichtlich des Starkregenschutzes nicht hinreichend nachkomme“, leitete er seine Ausführungen ein, um sogleich mit einer detaillierten Klarstellung zu beginnen: Die Gemeinde sei ernsthaft bemüht, die Starkregenproblematik in den Griff zu bekommen. „Es sollte aber jedem Bürger klar sein, dass wir es mit einer Häufung von Extremwetter zu tun haben, die auch mit dem Klimawandel zusammenhängen.“

Macht seinem Ärger Luft: Jörg Steinleitner. 

Drastisch appellierte der Rathauschef an jeden einzelnen Bürger, sich bewusst zu machen, dass er nicht der Einzige sei, der von den Starkregenfällen betroffen sei. Im Gemeindegebiet gebe es an vielen Orten Menschen, in deren Keller Wasser eintrat und deren Häuser oder Gärten litten. Weiter verwies er darauf, dass der gemeindliche Bauhof aus drei Halbtagsmitarbeitern besteht, die mit ihrem Arbeitseinsatz am Anschlag seien.

Nach heftigen Gewittern: Bürgermeister beschwört Zusammenhalt der Dorfbewohner

„Sie mussten umgestürzte Bäume beseitigen, Flutmulden säubern, zahllose Gullys reinigen und noch viel mehr“, zählte der Bürgermeister auf. „Unser Bauhof arbeitet alle Probleme nach Priorisierung ab. Das heißt, als Erstes werden Gefahren für Leib, Leben und Hab und Gut beseitigt.“ Kosmetische und nicht so dringende Maßnahmen müssten warten.

Darüber hinaus erinnerte Steinleitner daran, dass das Gemeindegebiet von Riegsee mit Aidling und Hagen größer ist als jenes der Stadt Wolfratshausen mit 25 000 Einwohnern. Die Kommune bitte um Verständnis, dass der mit wenig Personal ausgestattete Bauhof nicht bei jedem Regenfall neben den Kanaleinläufen und Gullys im gesamten Gemeindegebiet stehen und diese von Heu und Laub befreien könne.

Bürgermeister appelliert: „Schweren Extremunwettern können wir uns nur gemeinsam entgegenstemmen“

Es sei hilfreich, wenn jeder Bürger vor seinem Haus selbst überprüfen könnte, ob die Kanalzuläufe frei seien. Als einzige Alternative hierzu führte der Rathauschef die Möglichkeit an, zusätzliche Bauhofmitarbeiter einzustellen. „Im selben Zuge müssten wir aber die Grundsteuer erheblich erhöhen“, stellte er in Aussicht. „Am Ende würden alle Bürger mehr bezahlen. Unter diesem Gesichtspunkt bitten wir darum, dass Jeder ein bisschen mithilft, weil diese Mithilfe jedem Einzelnen Geld spart.“

In diesem Zusammenhang beschwor Steinleitner den Zusammenhalt der Dorfbewohner: „Den schweren Extremwettern, die noch kommen, können wir uns nur gemeinsam entgegenstemmen. Unsere Mitarbeiter tun bereits jetzt alles, was in ihrer Macht steht.“ Oft werde vergessen, dass die Gemeinde nicht irgendein fremdes Gebilde sei: „Die Gemeinde, das sind wir alle.“ Heino Herpen

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