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Straßenbauprojekt: Arbeiter asphaltieren die Straße An der Scharnitz in Aidling. 

Dicke Luft im Riegseer Ortsteil

Straßenausbau in Aidling: Anlieger drohen Gemeinde mit Klage

Der Straßenbau An der Scharnitz in Aidling kann wahrscheinlich heuer noch abgeschlossen werden. Ob die Anlieger dafür zahlen müssen, ist derzeit noch unklar. Wenn ja, wollen sie klagen.

Aidling – Vor einem guten halben Jahr ging es los mit den Straßenbauarbeiten An der Scharnitz im Riegseer Ortsteil Aidling. Laut Bürgermeister Rudi Kühn (Wählergemeinschaft Aidling) ist das Projekt „im Großen und Ganzen planmäßig verlaufen“. Vor Kurzem wurde asphaltiert, nun sind noch einige kleinere Arbeiten an der 150 Meter langen Straße zu erledigen. „Es schaut gut aus, dass sie heuer fertig werden.“

Im Kostenplan ist das Vorhaben Kühn zufolge auch. Im vergangenen Jahr war von 379 000 Euro brutto die Rede. Die erstmalige Herstellung der Straße geht allerdings nicht ohne Nebengeräusche vonstatten. Denn es gibt eine Interessengemeinschaft, die mit dem Vorgehen der Gemeinde nicht einverstanden ist. Anlieger fühlen sich „überrumpelt und vor vollendete Tatsachen gestellt“, ja gar „über den Tisch“ gezogen. Eine erstmalige Herstellung sei bereits um 1969/1970 erfolgt.

Kühn hatte bereits im Vorjahr betont: „Wir sind der Meinung, dass es sich unzweifelhaft um eine erstmalige Erschließung handelt und nicht um eine Sanierung.“ Die Bewohner – es gibt sieben Anlieger – stört darüber hinaus, im Vorfeld nicht beteiligt worden zu sein (wir berichteten). Eine erstmalige Herstellung war bis dato mit hohen Kosten verbunden. Doch nun gibt es eine neue Gesetzeslage, „und man weiß nicht, wie damit umzugehen ist“, sagt Kühn. Ob die Kosten auf die Anwohner umgelegt werden, und wenn ja in welcher Höhe ist ihm zufolge derzeit unklar. Der Gemeinderat wird sich in absehbarer Zeit damit beschäftigen müssen. Bei der Interessengemeinschaft ist man gespannt, ob die Kommune Bescheide verschickt. „Wenn ja, werden wir Klage einreichen“, sagt Martin Koch, einer der Anlieger. „Schauen wir mal, was passiert.“

Ein strittiger Punkt waren zuletzt außerdem sieben kleine Rückhaltebecken, die die Gemeinde auf kommunalem Grund anlegen ließ. Darüber habe sich die Interessengemeinschaft „maßlos aufgeregt“, beklagt Kühn. „Das verstehe ich überhaupt nicht.“ Bei der Interessengemeinschaft hat man große Zweifel. Koch: „Wenn es richtig schüttet, glaube ich nicht, dass das funktioniert.“ Die Interessengemeinschaft hat laut Koch mehrere Fachleute kontaktiert. Ein Einlaufrohr sei zu klein dimensioniert.

Die Anlieger baten die Gemeinde, von den besagten Rückhaltebecken Abstand zu nehmen. Der Vorstoß hatte aber keinen Erfolg. Zahlen müssen die Anlieger für die Becken nichts. „Die Kosten werden nicht umgelegt“, betont Kühn. Die Anwohner äußern dennoch Kritik. „Das kostet einen Haufen Geld, auch wenn wir dafür nicht belangt werden“, sagt Koch. Nach Kühns Angaben liegen die Ausgaben für die Becken zwischen 10 000 und 20 000 Euro.

Roland Lory

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