Nie mehr Oberliga: Den Wunsch der Fans hat Riesserees Manager Ralph Bader erfüllt und die finanziellen Voraussetzungen für die 2. Bundesliga geschaffen. foto: sehr

SC Riessersee startet in der 2. Bundesliga

Garmisch-Partenkirchen - Was lange währt, ist endlich gut: SCR-Manager Ralph Bader hat das nötige Geld aufgetrieben, damit Oberliga-Meister SCR den Aufstieg in die 2. Liga wahrnehmen kann.

Manchmal war er drauf und dran, das Handtuch zu werfen, weil sich nichts bewegte, nichts voranging. Ralph Bader hat’s nicht getan, obwohl er sich in einem „ständigen Wechselbad der Gefühle“ befand und „viele Höhen und Tiefen“ durchmachte. Eisern hat er daran gearbeitet - trotz vieler Rückschläge -, dass der SC Riessersee, Meister der Eishockey-Oberliga, in der kommenden Saison in der 2. Bundesliga spielen kann. Jetzt hat er die finanziellen Voraussetzungen dafür geschaffen, dass die Eishockey-Spielbetriebsgesellschaft (ESBG), unter deren Dach die 2. Liga läuft, den Riesserseern die Lizenz erteilen kann. „Ich habe zusätzliche Gelder aufgetrieben“, sagt der SCR-Geschäftsführer, „und werde jetzt die Auflagen erfüllen. Mein Ziel war es, die 2. Liga anzubieten, das ist mir gelungen.“ Welche Papiere die ESBG noch sehen will und welche Summe er zusammengetragen hat, darüber schweigt sich Bader aus: „Kein Kommentar.“ Er hoffe, „dass wir jetzt so schnell wie möglich grünes Licht erhalten“.

Von 300 000 Euro, die er aufbringen muss, hatte der 46-Jährige noch vor Wochen gesprochen, diesen Betrag dann auf 200 000 Euro verringert, um einen Haushaltsplan aufstellen zu können, der sich nahe der Millionen-Grenze bewegt. „Wir haben zusätzliche Einnahmen zugesagt bekommen, so dass wir den Schritt in die 2. Liga jetzt gehen können.“ Woher das Geld kommt - daraus macht er ein Staatsgeheimnis. Namen? Top secret. Es sei keine Einzelperson wie Ex-Gesellschafter Günther Hertel oder Marcus Wolsdorf, die die finanzielle Last schultern muss. Sponsoren, Gönner oder auch neue Gesellschafter nennt er als Helfer in der größten Not. „Wir haben die Belastung auf mehrere Schultern verteilt“, betont Bader. „Entscheidend ist doch, dass alles seriös ist.“

Hätte sich in diesen Tagen keine Lösung gefunden: Das Thema 2. Bundesliga wäre erledigt gewesen, weil die ESBG-Verantwortlichen um Geschäftsführer Oliver Seeliger nicht bis zum St.-Nimmerleins-Tag warten wollten, bis sich der SC Riessersee erklärt. Womöglich hätte es sogar das Aus für das Projekt Profi-Eishockey in Garmisch-Partenkirchen bedeutet, denn Bader hatte in den zurückliegenden Wochen immer wieder betont, dass eine weitere Saison in der Oberliga mit ihm nicht mehr zu machen ist. „Keiner konnte mir garantieren, dass wir erneut sportlich so erfolgreich gewesen wären.“ Zudem befürchtete er ein Auseinanderbrechen der Meistermannschaft: „Alle guten Spieler wären gewechselt.“

Diese Gefahr scheint jetzt gebannt. Den Stamm des Aufstiegskaders glaubt er, halten zu können. „Ich denke, dass zehn bis 15 Spieler bleiben werden.“ Viel mehr zu verdienen wird es für die Profis eine Klasse höher nicht geben. Bader kalkuliert mit dem gleichen Personaletat wie in der Oberliga. „Wir werden ein Low-Budget-Team haben.“ In den kommenden Tagen will er mit jenen Spielern, die mündlich bereits ihre Zusage gegeben haben, Verträge abschließen und sich darum kümmern, die wichtigen Positionen mit Ausländern zu besetzen, von denen in der 2. Liga fünf erlaubt sind. Die sportlichen Erwartungen dürfen nicht zu hoch geschraubt werden. Die Fans, die sich in Umfragen mehrheitlich für einen Aufstieg ausgesprochen hatten, müssen sich auf einen Kampf gegen den Abstieg einstellen. Aber auch der kann ganz reizvoll sein.

Peter Reinbold

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