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Potentielle Fläche für neue Wohnhäuser: eine Baulücke am Längenfeldweg. Foto: Lory

Ringen um bezahlbaren Wohnraum

Murnau - Im Zuge der Debatte um den neuen Flächennutzungsplan wird deutlich: Murnau braucht bezahlbaren Wohnraum. Bürgermeister Rolf Beuting setzt auf verdichtetes Bauen, nennt aber keine Details.

Die Murnauer Marktgemeinderäte müssen in den nächsten Jahren weit reichende Entscheidungen treffen. Denn sie müssen unter anderem festlegen, wo künftig neuer Wohnraum und Gewerbegrund entstehen kann. Anlass ist die Neuaufstellung des Flächennutzungsplans. Im Gemeinderat entwickelte sich am Donnerstagabend eine lebhafte Debatte. Bürgermeister Rolf Beuting (ÖDP/Bürgerforum) sprach sich dabei einmal mehr dafür aus, im Wohnungsbau mehr zu tun.

Die Gemeinde müsse zudem „aktiv dafür sorgen, dass mehr junge Familien nach Murnau kommen“. Das sei auch wichtig für die finanzielle Stabilität der Gemeinde. Diese brauche „einen breiten Mittelbau an Einkommensteuerzahlern“. Diese Steuer sei mit Abstand die größte Einnahmequelle.

„Bezahlbaren Wohnraum wollen wir alle“, entgegnete Welf Probst (Freie Wähler). „Aber wie stellen sie sich das vor“, fragte er den Bürgermeister. „Ich möchte mal einen Plan sehen.“ Beuting verwies auf den sozialen Wohnungsbau an der Eichendorffstraße. Dieser ist bereits beschlossen (wir berichteten). In den nächsten Sitzungen werde man noch über „neue Wohnformen“ sprechen, kündigte Beuting an. Er setze auf Modelle, bei denen man „auf wenig Platz viel Wohnraum schaffen“ könne.

Details nannte der Rathauschef nicht. Beuting betonte, Probst könne gerne Vorschläge machen, „anstatt dauernd nur rumzustänkern“. Probst hatte Beuting nämlich zuvor vorgeworfen, in Murnau keine Zuzügler aus München haben zu wollen. Der Bürgermeister wies das zurück und bezichtige Probst, ihm „fast schon das Wort im Mund herumzudrehen“.

Der Bauausschuss hatte bereits Anfang des Jahres einige Entwicklungsleitlinien erarbeitet, die nun im großen Gremium zur Diskussion standen. Dazu zählte ein moderates Bevölkerungswachstum. CSU-Rat Michael Hosp merkte an, dass es einen wahnsinnigen Bedarf an Pflegekräften und anderen im Gesundheitsbereich tätigen Menschen gebe. Das würde sich aus seiner Sicht mit einem moderaten Wachstum beißen. Hosp fand: „Man muss immer wieder schauen, wie der Bedarf ist. Man sollte nicht einfach einen Riegel vorschieben.“ Beuting machte darauf aufmerksam, dass ein größeres Wachstum einen „Rattenschwanz“ nach sich ziehe. Denn die Kommune brauche dann mehr Flächen für Kindergärten, Schulen und den Verkehr. Moderates Wachstum sei das „einzig Sinnvolle“, fand Guntram Gattner (ÖDP/Bürgerforum). Dafür müsse man sich nur die Landkarte anschauen. „Da geht nicht mehr viel. Wir müssen uns bescheiden.“

Auf die Unfallklinik kam Josef Bierling (CSU) zu sprechen. Diese müsse auch in Zukunft erweitern können. „Es wäre fatal, wenn man so eine Institution in Frage stellen würde. Das darf nicht passieren.“ Beuting machte deutlich, dass ein Flächennutzungsplan kein Verhinderungsinstrument sei. Ihm sei bewusst, dass die Unfallklinik „unser wirtschaftliches Standbein ist“. Wenn die Einrichtung erweitern wolle, „bin ich der erste, der für ein Gespräch offen ist“. Probst warb dafür, Kontakt mit den Verantwortlichen des Hospitals aufzunehmen, um abzuklären, wie es mit dem künftigen Bedarf aussieht.

Irgendwann platzte dann Johann Scherrer (CSU) der Kragen. Im Bauausschuss sei man sich bezüglich der besagten Leitlinien überparteilich bis auf kleine Nuancen einig gewesen. „Jetzt fangen wir hier von vorne an. Ich bin bitter enttäuscht.“ Veronika Jones (Grüne) schloss sich an. Sie glaubte, im falschen Film zu sein. „Wir haben diese ganzen Fragen schon geklärt. Niemand will dem UKM verbieten zu bauen. Wir werden nie fertig, wenn wir hier wieder anfangen zu diskutieren.“ Dies wollte Hosp nicht so stehen lassen. Es müsse trotz einer Bauausschuss-Sitzung erlaubt sein, im Marktgemeinderat über einzelne Punkte zu reden. „Sonst kann ich gleich heimgehen.“ Holger Poczka (ÖDP/Bürgerforum) sah es genauso.

Die Debatte ging dann hinter verschlossenen Türen weiter, ehe sich die Räte noch mit einzelnen Flächen befassten. Bereits im März hatte der Bauausschuss eine Lücke am Längenfeldweg geeignet gehalten, um Wohnhäuser zu realisieren. Daran hat sich dem Vernehmen nach nichts geändert. Drei Stunden saßen die Räte beisammen. Es war nicht die letzte Zusammenkunft dieser Art. Es wird noch etwas dauern, bis sie alle Flächen abgearbeitet haben. (roy)

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