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Hilfe durch Technik: Die Universität präsentiert einen Senioren-Scooter.

Diskussion über Einsatz der Leifheit-Millionen

Robotik scheidet die Geister

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Es sind Millionen, die aus den Leifheit-Mitteln zum Wohl von Senioren in Garmisch-Partenkirchen eingesetzt werden sollen. Wofür genau, darüber sind sich die Beteiligten noch nicht klar. Um alle Wünsche zu eruieren, wird nun eine Befragung vorbereitet.

Garmisch-Partenkirchen – Zur Grundsatzdiskussion darüber, wie die Forschung aus den Leifheit-Millionen gefördert werden soll, entwickelte sich im Gemeinderat die Vorstellung des seniorenpolitischen Gesamtkonzepts. Dieses präsentierte Sabine Wenng, die ein ähnliches Papier bereits für den Landkreis erstellt hatte, – und sah sich plötzlich massiver Kritik ausgesetzt. Zwar war die Geschäftsführerin der Arbeitsgruppe für Sozialplanung und Altersforschung (AfA) durchaus auf Technik, die den älteren Herrschaften dienen kann, eingegangen und hatte auch die wissenschaftliche Begleitung dieser Fragen angesprochen. Die Robotik – „ein sehr spezialisiertes Themenfeld“ – erachtete sie allerdings nicht als passend, um das Vermächtnis von Günter und Ingeborg Leifheit zu erfüllen. Zumal es deren Anliegen gewesen sei, „möglichst viele Bürger zu beglücken“.

Worte, die bei Elisabeth Koch gar nicht gut ankamen. Die Fraktionsvorsitzende der CSU sieht in der Robotik die Zukunft: „Garmisch-Partenkirchen ist ein geradezu prädestiniertes Beispiel für die Altersforschung.“ Nachdem die Forschung ein Bestandteil des Leifheit-Vermächtnisses ist, passe dieses Thema perfekt dazu. Zumal auch die Ansiedlung eines Wissenschaftsstandorts – „vergleichbar mit Straubing oder Obernach“ – eine Folge sein könnte, an der auch der Freistaat Interesse habe. „Im Doppelhaushalt sind bereits Gelder eingestellt“, betonte sie. Schützenhilfe erhielt die Rechtsanwältin von Dr. Stephan Thiel (Bündnis 90/Die Grünen), der sich wie sie im Aufsichtsrat der gemeinnützigen Gesellschaft „LongLeif GaPa“ engagiert. „Ziel ist es, den Senioren zu ermöglichen, möglichst lange daheim zu leben. Dafür und für die Pflege ist die Robotik eine wichtige Unterstützung.“ Einen entsprechenden Wissenschaftsstandort in der Marktgemeinde anzusiedeln, der selbstredend vorwiegend von Freistaat finanziert wird, und das mit einer Ausbildungsstätte für Pflegepersonal zu verbinden, nannte der Physiker „einen roten Faden“.

Ein Ansatz, den seine Gemeinderatskollegen nachvollziehen kopnnte, die Frage, ob gerade diese Forschung aus den Leifheit-Mitteln unterstützt werden soll, blieb jedoch. „Wir müssen die Frage nach demn Kosten-Nutzen-Verhältnis stellen“, brachte es Daniela Bittner (CSB) auf den Punkt. Die übrigen Themen, die Wenng im Blick hatte, wie ein Seniorenzentrum im alten Finanzamt inklusive Wohnraum für Senioren mit kleinem Geldbeutel, heißt sie wie die übrigen Politiker gut.

Somit steht einer schriftlichen Befragung der Senioren ab 60 Jahren nichts mehr im Weg. Wenng, die den Fragebogen nun vorbereitet, hofft auf einen entsprechenden Rücklauf, um Punkte wie Wohnen, Unterstützungsbedarf, bürgerschaftliches Engagement und Teilhabe sowie Technikaffinität bewerten zu können. Passend dazu richtete Bürgermeisterin Dr. Sigrid Meierhofer (SPD) die Bitte an die Betroffenen, den Brief auch zu beantworten.

Eine Gruppe, die sich bereits in Wenngs Arbeit maßgeblich eingebracht hat, ist der Seniorenbeirat um Vorsitzenden Horst Demmelmayr. Was ihm und seinen Mitstreitern allerdings sauer aufstößt, ist, dass sie bislang keine Informationen von Seiten der Long- Leif GaPa haben. „Wie sollen wir ohne die relevanten Informationen ein Meinungsbild der Senioren abgeben“kritisierte Demmelmayr. „Wir hängen im luftleeren Raum.“ Das sei freilich nicht die Absicht der Politik, versicherte Meierhofer. Die neu gegründete Gesellschaft setze sich derzeit aber vor allem mit juristischen und steuerrechtlichen Fragen auseinander. Sei all das geklärt, werde selbstverständlich der Beirat involviert. Das bekräftigte auch Thiel: „Sie werden einbezogen, wenn es um konkrete Vorschläge geht. Niemand will Sie übergehen.“

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