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Mit möglichst wenig zusätzlichen Eingriffen in die Natur wollen die Olympia-Planer die nordischen Disziplinen in Schwaiganger über die Bühne gehen lassen. Foto: Kolb

Rodungen geplant, Biotope berührt

Ohlstadt - 7,6 Kilometer Leitungen für Kunstschnee sind nötig, Biotope werden berührt, Rodungen sind geplant: Das Nachhaltigskeitskonzept enthält Details über die Olympia-Stätte Schwaiganger.

Möglichst schonend, möglichst ohne dauerhafte Einschnitte in die Natur sollen die Olympischen Winterspiele 2018 vonstatten gehen. Das haben sich die Planer für alle Wettkampfstätten auf die Fahnen geschrieben. Dass es aber nicht gänzlich ohne Eingriffe, auch an der Austragungsstätte für die nordischen Disziplinen in Schwaiganger (Landkreis Garmisch-Partenkirchen) abgehen kann, wird im vorläufigen Umwelt- und Nachhaltigskeitskonzept deutlich, das ebenso wie das Bid-Book für die Bewerbung eingereicht werden muss.

Darin steht beispielsweise geschrieben, dass neben den für die Loipen und den Schießstand unmittelbar benötigten Flächen in einem Umfang von 11,3 Hektar zusätzlich zirka 22 Hektar an so genannten Funktionsflächen nötig seien, die größtenteils auf den Flächen und Weiden des Haupt- und Landgestüts lägen. Die 15 000 Meter langen Loipentrassen seien in Waldbereichen soweit wie möglich auf bestehende Wege und Holz-Rückegassen gelegt worden, allerdings könnte „in Abhängigkeit der Feinplanung eine teilweise Verbreiterung notwendig sein“. Auf drei Abschnitten seien nach jetzigem Stand der Dinge „linienhafte Rodungen des Waldbestandes auf einer Gesamtfläche von 0,17 Hektar nötig“.

Durch die Planungen seinen zwar keine relevanten Schutzgebietskategorien betroffen, kleinflächig allerdings „besonders geschützte Biotope“. Dies sei bei der Konzeption der Loipen berücksichtigt worden. Lediglich „an zwei Stellen verlaufen die Loipen im Bereich der ausgewiesenen Biotopflächen“. Da es sich bei diesen Stellen um Abfahrten handle, diese entsprechend schmal angelegt werden könnten und dort auch keine Erdarbeiten notwendig seien, sei eine Beeinträchtigung der Biotope nicht zu erwarten.

Bei der Beschneiung der Flächen gehen die Olympia-Planer von einer technisch erzeugten Schneehöhe von 50 Zentimetern aus. Um der Natur nachhelfen zu können, sei die Installation einer Pumpstation und eines 7,6 Kilometer langen Leitungsnetzes unabdingbar. Dieses Netz müsse fest in den Boden eingelassen werden, die Streckenführung orientiere sich dabei größtenteils an Wegen und Loipen. An einigen Stellen tangiere es allerdings „besonders geschützte Biotope“. Aber auch hier könnten die Leitungen in oder am Rande von Wegen installiert werden, so dass keine Beeinträchtigung zu erwarten seien.

Die Loisach, aus der das Wasser für die Beschneiung „aus Wirtschaftlichkeitsgründen aller Wahrscheinlichkeit nach entnommen wird“, werde über eine 1,75 Kilometer lange Leitung entlang eines Weges erreicht. Zu Problemen könne es auf den letzten 100 Metern nördlich der Mülldeponie kommen, da dieser Bereich als FFH- und Vogelschutzgebiet ausgewiesen sei. Apropos Wasser: Mit der Entnahme von rund 42 000 Kubikmetern wird gerechnet, bis zu 65 Stunden lang müssen die 21 Schnee-Erzeuger laufen, um die Wettkampfflächen bei Minus fünf Grad einschneien zu können. Die Kühlung des Wassers zur effizienten Schnee-Erzeugung sei dabei unabdingbar. Wert legen die Verfasser des Umwelt- und Nachhaltigkeitskonzepts darauf, zu betonen, dass im Rahmen des einer erfolgreichen Bewerbung folgenden Umsetzungsverfahrens alle naturschutzfachlichen Aspekte im Detail geprüft werden.

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