Romantik pur: In Unterammergau eröffnet ein Heuhotel

Unterammergau - Umweht von Düften von Heu, Malve und Lavendel einschlafen - das macht in Kürze ein neues Heuhotel möglich, das in Unterammergau für 35 Gäste seine Pforten öffnet.

Die Ferienregion der Ammergauer Alpen ist um eine Attraktion reicher. Im ersten Stock seines Café-Restaurants Schleifmühle am Liftweg in Unterammergau - direkt am Fuße des Steckenbergs - eröffnet Klaus Aurhammer in Kürze ein Heuhotel. Dann heißt es nicht mehr „Ein Bett im Kornfeld“, sondern „Ein Bett im Heufeld“. Obwohl jetzt erst die Werbe- und Marketingkampagne richtig anläuft, kann sich der 57-jährige Wirt über zuwenig Anfragen wahrlich nicht beklagen: „Die Leute kommen aus Landsberg, Augsburg und München. Sie wollen hier in der Gegend auf den Berg gehen und bei mir auf eine etwas andere Form als normalerweise üblich übernachten.“

Vorerst ist Aurhammers neuer Beherbergungsbetrieb amtlicherseits nur geduldet: Der örtliche Gemeinderat verabschiedete in einer seiner letzten Sitzungen einen eigenen Bebauungsplan für das Objekt, die Rechtswirksamkeit dürfte sich noch bis Jahresende hinziehen.

Bisher war im ersten Stock der Schleifmühle eine Wohnung untergebracht, für dessen Nutzung der Eigentümer keine zwingende Notwendigkeit mehr sah. Da kam ihm die Idee, dort ein „Heulager“ einzurichten. Entstanden sind jetzt auf 150 Quadratmetern Nutzfläche fünf Gruppenlager sowie drei Mehrbett-Zimmer - für jene Gäste, die es lieber etwas privater mögen. Hier liegt man nicht direkt auf Heu, das wohlriechende getrocknete Gras von den Wiesen des Ammertals ist eingenäht.

Worauf Klaus Aurhammer noch besonderen Wert legt: „Wir geben dem Heu zusätzlich Blüten hinzu, wie Kamille, Malve, Ringelblume, Rose und Lavendel, sodass die Schlaflager verschiedenartig duften.“ Eine Nacht zwischen dem getrockneten Alpengras und den heilsamen Blüten gibt es ab 28 Euro pro Person, das Frühstück mit frischer Kuhmilch kann dazu gebucht werden. Trotz „Natur pur“ muss der Gast in dem neuen Heuhotel nicht auf Luxus verzichten: Ein großzügiges Marmorbad mit Whirlpool verwöhnt die gestresste Seele ebenso wie eine kleine Saunahütte.

„Ein nachhaltiges Urlaubserlebnis im wahrsten Sinne des Wortes“ sieht Nicole Richter von der Ammergauer Alpen GmbH in diesem völlig neuen Übernachtungsangebot in der Region, „das genau unsere Zielgruppen wie etwa die ,Alltagsflüchtlinge’ trifft“.

Erste Gäste ließ Klaus Aurhammer schon „probe-schlafen“ in seinem Heuhotel, um Rückmeldungen zu erhalten und Schwachstellen auszumerzen. „Die Resonanz bisher war rundum positiv, die Leute sind regelrecht begeistert“, berichtet der 57-Jährige. Und vor allem die Kinder, die könnten es kaum erwarten, bis sie endlich ins Bett dürften . . . Buchen kann man eine oder mehrere Nächte im Unterammergauer Heuhotel direkt über das Restaurant sowie bald über die im Aufbau befindliche Homepage.

Ludwig Hutter

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