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Bald verschwunden: Die Asphaltpiste in Eschenlohe-Weghaus muss heuer entfernt werden.

Landgericht

Rückbau des Flugplatzes Weghaus: Kompromiss im Dauerstreit

Eschenlohe - Die Kuh ist vom Eis: Der Freistaat Bayern und die Sportfliegergruppe Werdenfels haben sich am Donnerstag auf einen Vergleich geeinigt. Dabei geht es um den Rückbau des Flugplatzes Weghaus bei Eschenlohe beziehungsweise um die Entsorgung des teilweise belasteten Materials.

Das Hickhack zwischen dem Freistaat Bayern und der Sportfliegergruppe Werdenfels ist vom Tisch. Am Donnerstag haben sich beide Parteien in puncto Rückbau des ehemaligen Flugplatzes im Eschenloher Weiler Weghaus auf einen Kompromiss verständigt. Ulrike Fürst, Sprecherin des Landgerichts München II, nennt wesentliche Punkte der Einigung: Die Sportflieger beseitigen die Start- und Landebahn, die rund einen Kilometer lang und zehn Meter breit ist und im Murnauer Moos liegt. Auch die befestigten Wege entlang der Piste darf der Verein entfernen. „Die Asphaltschicht muss sach- und fachgerecht entsorgt werden“, sagt Fürst. Jetzt kommt der Freistaat Bayern ins Spiel sowie das Landratsamt Garmisch-Partenkirchen, das dem Vergleich beigetreten ist. Sie übernehmen ein Viertel der Kosten, die durch Abtransport und Entsorgung entstehen – allerdings maximal 40 000 Euro. Der Freistaat zeichnet auch für die Renaturierung des Areals verantwortlich. Das Gestüt Schwaiganger stellt das dafür nötige Material zur Verfügung.

Zudem einigten sich die Parteien auf einen weiteren wichtigen Punkt: Der Landkreis nimmt den Asphalt ab und entsorgt ihn in der Deponie Schwaiganger „für einen günstigen Preis“, wie Fürst mitteilt. Nämlich für 40 Euro pro Tonne bei gefährlichem Material beziehungsweise 20 Euro je Tonne bei Stoffen anderer Kategorie. Ein Büro hatte bereits vor einiger Zeit im Auftrag des Vereins den Asphalt untersucht. Das Ergebnis war nicht erfreulich: 2500 Tonnen sind belastet und können somit nicht wiederverwendet werden. Enthalten sind polyzyklische, aromatische Kohlenwasserstoffe, kurz PAK. Diese gelten als krebserregend.

Der Rückbau der Piste muss bis Ende 2016 erfolgt sein. Eine Klage vor dem Bayerischen Verwaltungsgericht zieht der Verein zurück. Soweit die Eckpunkte der Übereinkunft. Es könne allerdings sein, dass eine der Parteien diesen Vergleich widerruft, sagt die Gerichtssprecherin. Es waren schon mehrere Verhandlungstermine angesetzt gewesen, doch sie wurden immer wieder verschoben, weil die Beteiligten noch um eine Einigung rangen. „Wir sind mit dem Vergleich sehr zufrieden“, sagt Vereinssprecher Mathias Briesenick. Es sei allen Parteien darum gegangen, das Verfahren endlich abzuschließen. „Es ist in einer guten Atmosphäre abgelaufen.“ Beteiligt waren neben dem Landratsamt die Landesanstalt für Landwirtschaft, das Gestüt Schwaiganger und das Luftamt Südbayern. Um wie viel Material es geht, und welche Kosten letztendlich anfallen, müsse man sehen, sagt Briesenick. Der Verein muss sich von den Mitgliedern noch das Placet für die Einigung holen. Zu diesem Zweck wird er eine außerordentliche Versammlung einberufen. Allerdings wurde die Sache kürzlich schon beim Jahrestreffen besprochen. „Da gab es keine Abwehrhaltung“, betont Briesenick. Unbelastetes Material wollen die Flieger übrigens auf dem Gelände des neuen Flugplatzes in Pömetsried einbauen – und zwar vor dem alten Gutshaus. Dort will man Parkplätze befestigen.

Roland Lory

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