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Das kann doch nicht sein: Sepp Bierling will sich für den Erhalt des Räumdienstes auf dem Gehweg östlich der Hechendorfer- und Murnauer Straße einsetzen.

Winterdienst in Murnau 

"Dieser Rückzug ist schäbig" 

Hechendorf - Nicht nur Schulkinder, auch viele Erwachsene benutzen ihn regelmäßig – entweder um nach Murnau zu gehen, oder aber, um an eine der Bushaltestellen Hechendorfs zu gelangen. Seit 1978 wird der Gehweg östlich der Hechendorfer- und Murnauer Straße deshalb vom Markt Murnau geräumt. Jetzt nicht mehr. Jetzt müssen die Anwohner ran. Einer, der diese Entscheidung nicht akzeptieren will, ist Sepp Bierling. 

Seit 1978, seit der Eingemeindung nach Murnau, wird dieser für Hechendorf wichtige Gehweg an der Hechendorfer- und Murnauer Straße geräumt, vom Winterdienst des Marktes Murnau, so, wie im Eingemeindungsvertrag vereinbart. Diesen Service, der nun der Vergangenheit angehören soll, lieferte der Murnauer Bauhof aber nur von der Unterführung zum Seidlpark bis hin zur Mühlhagener Straße und auch nur ostseitig, dort, wo der Bürgersteig durchgehend ist und wo sich eine der drei Bushaltestellen Hechendorfs befinden. Auf der Westseite der Straße müssen die Anwohner den dort unterbrochenen Bürgersteig seit jeher selber von Schnee befreien, dasselbe gilt für den Rest des Dorfes. 

Den Anstoß für die aktuelle Entscheidung des Bauausschusses hatte ein Anlieger ausgelöst, der schon vor längerer Zeit bei der Gemeinde angefragt hatte, warum der Räumdienst im Sinne der Gleichbehandlung nicht auch die Partenkirchner Straße im südlichen Bereich Hechendorfs mit versorgen könnte. Was er damit jetzt erreicht hat, hat er sich so wahrscheinlich nicht vorgestellt. Denn anstatt den Räumdienst auszuweiten, wird dieser nun vollständig eingestellt. Dies hatten die Mitglieder des Murnauer Bauausschusses mit einer Gegenstimme (Ernst Ochs/SPD) in ihrer jüngsten Sitzung beschlossen (wir berichteten). „Im Sinne der Gleichbehandlung aller Bürger wird zukünftig der Gehweg zwischen der Unterführung zum Seidlpark und der Kreuzung Mühlhagener Straße nicht mehr von Seiten des Murnauer Bauhofes geräumt. Den Anliegern ist mitzuteilen, dass die Räum- und Streupflicht künftig bei ihnen liegt“, lautet der Beschluss. Allerdings, so heißt es weiter, „soll die Verwaltung noch einmal prüfen, ob nicht ein Gewohnheitsrecht entstanden ist“. 

Einer, der das ganz und gar nicht verstehen kann, ist Gemeinderat Sepp Bierling (CSU). „Ich finde diese Entscheidung, 38 Jahre nach der Eingemeindung diesen Dienst einfach einzustellen, direkt schäbig. Das ist der Hauptschulweg zu den Bushaltestellen und nach Murnau“, schimpft der Hechendorfer. „Die Haltestellen müssen doch sowieso geräumt werden.“ Mehrfach hat Bierling versucht, auf diese Situation aufmerksam zu machen. Auch an die Mitglieder des Bauausschusses hat er appelliert. „Ich kann den jetzt gefällten Beschluss nicht nachvollziehen. Nicht nur, weil es sich um eine Hauptverbindung handelt, sondern auch, weil sich an der Strecke zwei größere landwirtschaftliche Flächen befinden. Wie sollen es die Landwirte schaffen, diese Strecken früh morgens zu räumen, zumal einer von ihnen nicht einmal da wohnt“, moniert Bierling. „Der Gehweg ist in öffentlichem Interesse und ganz Hechendorf muss jetzt leiden. Das ist in meinen Augen sogar rechtlich fragwürdig.“

Der Markt Murnau hat die Räum- und Streupflicht der Gehwege per Satzung grundsätzlich an die Anlieger übertragen. Nur an den Ortsausfallstraßen Kohlgruber-, Riegseer-, Weilheimer-, Kochler- und Olympiastraße übernimmt der Bauhof diesen Dienst auch auf den Geh- und Radwegen. Warum sollte das dann nicht auch in Hechendorf funktionieren, gibt sich Bierling kämpferisch – und geht noch einen Schritt weiter: „Da der Gehweg von allen Hechendorfer Schulkindern benutzt wird, sollte sogar darüber nachgedacht werden, den gesamten östlich gelegenen Gehweg, nicht nur bis zur Mühlhagener Straße, sondern hinunter bis zur Bushaltestelle im Süden Hechendorfs vom Murnauer Bauhof räumen zu lassen. Noch dazu, weil die Gemeinde Murnau im südlichen Bereich auch mit einem Grundstück angrenzt, dort wo der Obdachlosen-Container steht, und damit sowieso die Räum- und Verkehrssicherheitspflicht für dieses Teilstück hat."

Michaela Sperer

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