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Ziehen Bilanz: Rudolf Schedler und Joachim Loy (r.) von der Murnauer Inspektion.

Polizei-Statistik

Weniger Straftaten dank G7-Gipfel

Murnau - Die Bürger Murnaus und Umgebung können ruhig schlafen. Denn das Gebiet der Polizeiinspektion Murnau (PI) ist nach Angaben von Leiter Joachim Loy „einer der sichersten Dienstbereiche in Bayern“. 

Der Inspektionschef sprach bei der Vorstellung der Kriminal- und Verkehrsstatistik von einem „sehr ruhigen Jahr“. Loy führt dies auf den G7-Gipfel in Elmau zurück. Fast ein Jahr lang sei ständig Polizei unterwegs gewesen. 

Insgesamt wurden im Jahr 2015 im Dienstgebiet der PI 922 Straftaten bekannt. Das sind 264 Fälle weniger als 2014. Zurück ging vor allem die Zahl der Rohheitsdelikte, Diebstähle, Betrügereien und Sachbeschädigungen. Bei den Straftaten entstand alles in allem ein Schaden von knapp einer halben Million Euro. Bei den Rohheitsfällen – das sind Raub, Körperverletzung, Misshandlung und Freiheitsberaubung – verschob sich das Alter der Tatverdächtigen nach unten. Drei Täter, die Körperverletzungen begingen, waren sogar jünger als zehn Jahre. 

Präsenz zeigen die Beamten im Bereich der Unterkünfte für Asylbewerber. Täglich schauen dort Streifen zur Tag- und Nachtzeit nach dem Rechten. „Es kam zu keinen bemerkenswerten Straftaten zum Nachteil anderer Bürger“, betonte Loy. Streitigkeiten in den Unterkünften hätten ohne größere Probleme geschlichtet werden können.

Ein besonderes Auge wirft Loy und seine Mannschaft darüber hinaus schon seit Jahren auf die Aktivitäten am Murnauer Burggraben, wo immer wieder Treffen von Neonazis stattfinden. Der Erste Polizeihauptkommissar verteidigt die umfangreichen Kontrollen an diesen Tagen. „Ich will, dass die Bürger wissen, dass wir etwas dagegen machen.“ Zudem sollen sich die Besucher der NPD-Versammlungen nicht in Murnau wohl fühlen, betonte der Polizeichef. Auch im Mai will sich die braune Szene übrigens wieder in der Marktgemeinde treffen. 

Tödliche Unfälle blieben im abgelaufenen Jahr nicht aus. Im Mai starb ein Kradfahrer auf der Bundesstraße 2 bei Eschenlohe. Der Mann hatte bei regennasser Fahrbahn das Bremsmanöver des vor ihm fahrenden Motorradfahrers übersehen und stürzte. Anschließend wurde er von einem Pkw auf der Gegenfahrbahn überrollt. Der nächste tödliche Unfall ereignete sich im Juli ebenfalls auf der Bundesstraße 2 bei Eschenlohe. Dabei überholte ein Autolenker eine Kolonne, übersah jedoch einen Kradfahrer, der ebenfalls zum Überholen angesetzt hatte. Letzterer prallte gegen die Leitplanke und einen Baum. 

Nicht überlebt hat zudem der Fahrer eines Kleinkraftrades einen Unfall bei Schwaiganger. Er war ohne anzuhalten von einem Feldweg auf die Staatsstraße 2062 eingebogen und wurde dabei von einem Auto erfasst. Ende Oktober zog sich schließlich ein Pkw-Fahrer in der Nähe der Ortschaft Großweil tödliche Verletzungen zu, als er von der Staatsstraße 2062 abkam, sich überschlug und gegen einen Strommasten prallte.

Roland Lory

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