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Der Isarkanal wird ab Juni saniert.

Sanierung des Isarüberleitungskanals

Wallgaus Kanal-Coup

Krün/Wallgau - Die Arbeiten am Isarkanal starten am 15. Juni. Wallgau schlägt daraus einen lukrativen Deal.

Turbulent wird’s im Juni im Oberen Isartal. Kaum sind die Staats- und Regierungschefs sowie tausende Sicherheitskräfte, Medienvertreter und Demonstranten nach dem G7-Gipfel am 7. und 8. Juni wieder abgereist, rücken die nächsten Gäste in Krün und Wallgau an. Und zwar von dem Energie-Konzern Eon – und mit schwerem Gerät.

Die groß angelegte Sanierung des Isarüberleitungskanals beginnt am 15. Juni. Von der Instandsetzung der Innenverkleidung sollen die Bürger wenig mitbekommen. „Der Damm wirkt wie ein Schutzwall“, hatte Eon-Projektplaner Bruno Weiß bereits im November versprochen. Aber Staub und Lärm gibt’s dennoch vor der Haustür. Nämlich, wenn die Baufahrzeuge „mitten durch den Ort rumpeln“.

Um die Anwohnern vorzubereiten und ihnen zu sagen, mit welchen Einschränkungen und Belästigungen sie in einer der Urlauber-stärksten Zeiten rechnen müssen, findet nächsten Montag in Krün ein Info-Abend (18 Uhr) statt.

Derweil nutzt die Gemeinde Wallgau das Sechs-Millionen-Euro-Vorhaben für ihre Zwecke. Bürgermeister Hansjörg Zahler (CSU) hat mit Eon einen Deal ausgehandelt. Der Stromriese braucht von der Kommune eine Nutz- und Fahr-Erlaubnis für die Zufahrt zum Hofgarten, um an und in den Kanal zu gelangen. Im Gegenzug rang der Rathauschef dem Konzern das Versprechen ab, dafür rund 150 Meter dieser Straße – die als Zufahrt fürs neue Gewerbegebiet geplant ist – zweispurig auszubauen. Ohne, dass die Gemeinde dafür einen Cent zahlen muss.

Janine Tokarski

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