Die idyllische Lage des Münterhauses und der einmalige Blick auf den Ortskern mit der St. Nikolaus-Kirche inspirierten die Murnauer Expressionisten. foto:ruth Rall/fkn

Das Münterhaus als Publikumsmagnet

Murnau - Das Murnauer Münterhaus hat 2014 einen Besucherrekord verzeichnet: Rund 26 000 Kunstbegeisterte strömten in das Museum.

Der Blick von der Kottmüllerallee auf den Markt Murnau ist einfach herrlich. Es kein Wunder, dass sich die Malerin Gabriele Münter (1877 bis 1962) in diese atemberaubende Perspektive verliebt und im Sommer 1909 dort ein Haus gekauft hat. Hier lebte und arbeitete sie zuerst mit ihrem Lebensgefährten Wassily Kandinsky und später mit Johannes Eichner. Viele bedeutende Künstler des Blauen Reiters waren in dem idyllischen Anwesen zu Gast und ließen sich dort inspirieren.

Das Haus ging nach Münters Tod in den Besitz der Gabriele Münter- und Johannes Eichner-Stiftung über, die den Nachlass der Expressionistin verwaltet. Das Münterhaus wurde in den Jahren 1998 und 1999 grundlegend renoviert und ist seitdem der Öffentlichkeit als Museum zugänglich - und erfreut sich großer Beliebtheit weit über die Grenzen des Landkreises hinaus. „Das Interesse an Münter ist hoch“, erklärt Dr. Isabelle Jansen, die Geschäftsführerin der Stiftung. Damit trifft es die Kuratorin auf den Punkt, denn die Einrichtung konnte im vergangenen Jahr einen neuen Rekord verzeichnen: 25 935 zahlende Besucher strömten 2014 in das Anwesen.

Als Grund für die ungewöhnlich starke Frequentierung - es kamen 4500 Kunstbegeisterte mehr als im Jahr 2013 - sieht Jansen die Auswahl der insgesamt 16 neu ausgestellten Bilder. „Sie stammen alle aus dem Nachlass von Gabriele Münter, zehn davon wurden vorher nie gezeigt“, berichtet die Stiftungsleiterin stolz. Diese Gemälde wurden zwischen 1909 und 1943 gefertigt und beziehen sich auf Murnau, das Münterhaus und die Volkskunst. Sie werden noch das ganze Jahr über zu bewundern sein, wie Jansen verkündet, „dann kommt wieder etwas anderes“. Das Museum präsentiert bereits seit 2009 in regelmäßigen Abständen Sonderausstellungen. 2015 wäre wieder eine an der Reihe gewesen. Diese wurde nun, aufgrund der Beliebtheit der aktuellen Exponate, auf das nächste Jahr verschoben.

Die Kuratorin zeigt sich optimistisch, was den Zuspruch betrifft. Die Murnauer Expressionisten sind sehr bekannt und beliebt. Die Werke Münters und Kandinskys werden mitunter zu horrenden Preisen gehandelt und erzielen bei Auktionen Spitzenergebnisse. Und wer sich keine Privatsammlung leisten kann, habe nicht viele Möglichkeiten, Bilder der legendären Künstlervereinigen des Blauen Reiters zu bestaunen, betont Jansen. „Das geht eigentlich hauptsächlich im Schloßmuseum, dem Lenbachhaus und eben dem Münterhaus. (mts)

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