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Die Waffen des Landwirts stellte die Polizei in Murnau sicher. 

Polizei entdeckt Waffenarsenal

Altenauer Bauer dreht durch und bedroht Frauen

Zwei Mitarbeiterinnen des Veterinäramtes wollten auf einem Hof in Altenau nach dem Rechten sehen - und erlebten eine böse Überraschung. Der Mann drohte damit, sein Gewehr zu holen. 

Fast wie in einem Krimi liefen die Szenen ab, die sich am Mittwoch auf einem landwirtschaftlichen Anwesen in Altenau abgespielt haben. Wenn sie den Hof nicht sofort verlassen würden, hole er sein Gewehr. Mit diesen Worten drohte ein 57-jähriger Landwirt der Leiterin des Veterinäramts in Garmisch-Partenkirchen und ihrer Mitarbeiterin. Beide waren spätnachmittags ins Ammertal gefahren, um die Tiere auf dem Anwesen des Landwirts zu besichtigen. Dieses Vorhaben ließen sie schnell wieder bleiben, nachdem der Mann ganz offenbar ausflippte und ihnen mit der Waffe drohte. Die Frauen verließen den Hof schleunigst und verständigten die Polizeiinspektion Murnau.

Die Beamten rückten mit großem Aufgebot am Anwesen an, weil sie nach deren Angaben die Gefahrenlage nicht genau einschätzen konnten. Neben Einsatzkräften der Polizeiinspektionen Murnau, Garmisch-Partenkirchen und Schongau waren auch die Fahndung, Hundeführer, Angehörige des Einsatzzuges und der zivilen Einsatzgruppe der operativen Ergänzungsdienste an der Aktion beteiligt. Als die Beamten auf dem Grundstück des Landwirts eintrafen, erwischten sie ihn just dabei, wie er zwei Waffen aus dem Haus schaffen wollte. Damit habe er jedoch auf niemanden gezielt. Die Polizisten forderten den 57-Jährigen auf, die Gewehre auf den Boden zu legen, was dieser auch tat. Daraufhin wurde der Landwirt von den Beamten gefesselt.

„Die Waffen waren nicht geladen“, sagt Polizeihauptkommissar Joachim Loy. Nachdem die Beamten den Altenauer durchsucht hatten, stellte sich jedoch heraus, dass er Munition in seiner Hosentasche transportierte. Ein Alkoholtest ergab zudem, dass der Landwirt betrunken war und 1,0 Promille intus hatte. Nach Absprache mit dem Staatsanwalt ordnete ein Richter einen Bluttest, der in der Unfallklinik Murnau vorgenommen wurde, sowie eine Durchsuchung des Anwesens an.

Dabei zeigte sich, dass der 57-Jährige weitaus mehr Waffen besitzt, als er mit sich herumtrug. Die Beamten fanden bei der Durchsuchung insgesamt acht Langwaffen, zwei Gaspistolen, einen Signalrevolver und über 500 Schuss Munition. Fünf der Langwaffen wurden als „scharf“ eingestuft – es handelte sich also um echte Gewehre und keine Luft- oder Schreckschusswaffen. Nach Angaben der Polizei waren es Kleinkaliber, mit denen man Lebewesen ernsthaft verletzen oder sogar töten könne.

Um Gewehre dieser Art haben zu dürfen, braucht es nach dem Gesetz eine Waffenbesitzkarte und einen Waffenschein – nichts von beiden konnte der Landwirt vorweisen. Er hatte laut Polizei überhaupt keine rechtliche Erlaubnis, die einen Besitz dieser Kaliber rechtfertigen würden. Die restlichen Waffen durfte er zwar besitzen, jedoch nicht führen – also nicht außerhalb seines Hauses bei sich haben.

Nachdem der Altenauer nach seiner Festnahme auf der Polizeiinspektion Murnau fotografiert wurde und ihm seine Fingerabdrücke abgenommen worden waren, konnte er noch am selben Abend nach Hause. Nun muss der Mann mit Strafanzeigen wegen Bedrohung und wegen des Verstoßes gegen das Waffengesetz rechnen.

Magdalena Kratzer

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