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Hat viel vor: Die neue Hoteldirektorin Kerstin Skudrin (l.), auf dem Bild mit ihrer Mitarbeiterin Anja Mitte.

Bereit für eine andere neue Welt

Kerstin Skudrin ist die neue Direktorin im Aura-Blindenhotel 

Ende November hat Thomas Krause überraschend das Aura-Hotel in Saulgrub verlassen. Nun ist das Direktorat in dem Blindenheim wieder besetzt. Kerstin Skudrin ist der Landkreis nicht fremd.

Saulgrub – Die Teppichläufer auf dem hellen Holzboden sind dunkel, damit sich ein Kontrast bildet. An allen Wänden sind Griffstangen angebracht. Darauf: Aufkleber mit ausgestanzten Buchstaben, auf denen die Raumnummern stehen. Die Gäste sind nicht so wie andere. Wenn Kerstin Skudrin jemanden anspricht, fasst sie der Person dabei vorher an den Arm. Weil sie meistens nicht gesehen wird. Es sind viele kleine, aber notwendige Besonderheiten, die es im Blindenhotel Aura in Saulgrub gibt. Das wurde auch der neuen Direktorin sehr schnell auf vielen Ebenen bewusst. Im Mai hat die 51-Jährige die Leitung der Traditions-Einrichtung übernommen. Und selbst dort drei Monate gelebt.

Kerstin Skudrin hat praktisch schon in der ganzen Republik gearbeitet

Ein Vorgehen, das sich in ihrer 18-jährigen Karriere als Hoteldirektorin bewährt hat. „Ich muss ein neues Haus erst einmal fühlen“, erklärt die gebürtige Berlin. Sie hat praktisch schon in der ganzen Republik gearbeitet – zum Beispiel im Sauerland und auf der Insel Rügen, in Würzburg und bis 2013 im Haus Hammersbach in Grainau: So spezielle Anforderungen wie in Saulgrub gibt es anderswo nicht. „Es kümmern sich zum Beispiel viel mehr Mitarbeiter um die Gäste“ als in anderen Häusern. Dabei ist Feingefühl wichtig: Die 50 Beschäftigten in Voll- und Teilzeit bieten jede erdenkliche Hilfe an. Stehen zum Beispiel am Büfett und erzählen den Gästen, welche Auswahl es gibt. Oder helfen zurück an den Tisch. Aber nur dann, wenn dies gewollt ist. Niemand soll bevormundet werden.

Viele der Gäste, die eines der 25 Doppel- und 39 Einzelzimmer buchen, stehen in Verbindung mit dem Bayerischen Blinden- und Sehbehindertenbund. Wie zum Beispiel Margit Gigerich, die gerade in Saulgrub Urlaub macht, sich aber selbst gern im Bund als Ehrenamtliche engagiert. Sie nutzt mit Freude das vielseitige Angebot: Dazu gehören ein großes Schwimmbad, ein Kraftraum und eine Turnhalle, ein PC-Raum mit Geräten samt spezieller Tastatur, ein Zimmer zum Werkeln, moderne Seminarräume und der große Labersaal für die vielen kulturellen Veranstaltungen.

Ein offenes Haus, das sich noch weiter öffnen möchte

Was alles im Aura-Hotel passiert, das möchte Skudrin in Zukunft weiter nach außen tragen. „Wir sind ein offenes Haus“, erklärt sie. Dass sich noch weiter öffnen möchte. Die Weitentwicklung des Hotelmarketings war Ende vergangenen Jahres genau das Thema, bei dem sich der Blindenbund mit dem damaligen Direktor Thomas Krause nicht einig geworden ist. „Interne Gründe“ führten dann zu Krauses Weggang.

Zwar wurde ein Nachfolger nicht wie geplant gleich im ersten Drittel 2017 gefunden. Dafür mit Skudrin jemand, der sich voll und ganz auf die spannende Aufgabe einlässt. Sie scheut sich nicht davor, neue Welten kennenzulernen und sich in diese einzuarbeiten. Ihre bislang letzte berufliche Station führte sie in den Odenwald, in ein buddhistisches Kloster.

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