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Recht gut gefüllt – die Bürgerhalle in Saulgrub am Dienstagabend. Gut 100 Zuhörer interessiert, was aktuell in der Gemeinde geboten ist.

Gemeinde seit sieben Jahren schuldenfrei

Im „Triple-Dorf“ geht‘s vorwärts

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Von der Bundes- zur Dorfstraße: Die Ortsdurchfahrt Saulgrub wird auf 6,5 Meter zurückgebaut. Die Rathaus-Kreuzung erhält für 270.000 Euro ein neues Gesicht.

Saulgrub– Wenn alle (zwölf) Gemeinderäte vereint links und rechts vom Bürgermeister sitzen, wenn es nach einem gut 70-minütigen Vortrag des Rathauschefs vereinzelt „Bravo“-Rufe und langanhaltenden Applaus gibt, und wenn eine Gemeinde seit sieben (!) Jahren schuldenfrei da steht und die Hebesätze im untersten Bereich liegen – dann, ja dann kann es um einen Ort so schlecht nicht bestellt sein. In der Tat: Saulgrub, Altenau, Wurmansau, das Triple-Dorf, steht blendend da und es geht richtig was weiter. Takt und Marschrichtung bestimmt Rupert Speer, Chef der Kommune. Richtig wohltuend, dass er bei der Bürgerversammlung immer in der Wir-Form spricht. Damit will er sagen: Einer allein kann wenig schaffen, es geht nur im Kollektiv. Ein Lehrbeispiel für jeden Kommunalpolitiker, wie man seine Bürger ins Boot holt.

Dabei lässt sich die aktuelle Situation schon zu einem hohen Prozentsatz an Rupert Speer festmachen, der mit einem aktiven, engagierten Gemeinderat die Dinge auf den Weg bringt. Und dabei immer im Blick hat, dass sich keiner der drei Orte vernachlässigt fühlt. Was in der Praxis vor allem zwischen Saulgrub und Altenau und umgekehrt – eine Liebes-Ehe tickt anders – nicht immer ganz einfach ist.

Rupert Speer will, „dass in unseren Orten was passiert“.

Eine Fülle von Themen reißt Speer in seinem Rechenschaftsbericht an. Unter anderem die beiden Neubaugebiete Im Arch (Altenau) und Im Kirchfeld (Saulgrub), wo jungen Familien die Chance eröffnet wird, eine Existenz zu gründen: „Wir müssen als Ort attraktiv bleiben, und dazu zählt in erster Linie, günstigen Wohnraum zu schaffen.“ Natürlich, die Einweihung der langersehnten Saulgruber Ortsumfahrung war zum Ende des vergangenen Jahres „ein ganz besonderer Moment, an den wir uns immer erinnern werden“ blickt der Gemeinde-Chef noch einmal zurück.

Der Verkehr ist endlich raus aus dem Dorf, und schon sind in Zusammenarbeit mit dem Staatlichen Bauamt die Planungen für den Rückbau der Ortsdurchfahrt angelaufen. „Als erstes werden wir die Rathaus-Kreuzung umbauen. Die Straße nach Bad Kohlgrub wird zur Vorfahrtsstraße und erhält eine scharfe Kurve, wodurch wir die Geschwindigkeit rausnehmen wollen. Die komplette Ampelanlage und die Insel verschwinden“, führt der Bürgermeister am Dienstag aus. Die geschätzten Kosten von 270. 000 Euro trägt die Gemeinde. Vorgesehen ist darüber hinaus, die Straßenbreite von Süden her bis etwa zum Bahngleis von acht auf 6,5 Meter zu verschmälern. Speer: „Die Fahrbahn noch weiter zu verengen, hier wurde uns von den Experten abgeraten. Denn im Falle eines schweren Unfalls oder Sperrung der Umfahrung muss ja diese Straße als Umleitungsstrecke herhalten.“

Darüber hinaus wird die komplette, zirka einen Kilometer lange Ortsdurchfahrt vom Straßenbauamt mit einer neuen Oberdecke versehen. Die Kosten hier trägt komplett der Bund, da es sich ja um eine Bundesstraße handelte. Angedacht ist nach den Worten von Rupert Speer danach, einzelne Randbereiche wie Parkmöglichkeiten, eventuell auch den ein oder anderen Platz, mit Pflaster neu zu gestalten und zu verschönern.

Ein willkommenes Nebenprodukt der Umfahrung war auch die Chance, das Reststück von der provisorischen Behelfsstraße bis zum Altenauer Sportplatz auf eigene Kosten (30.000 Euro) weiter zu bauen. „Damit haben wir eine zusätzliche Verbindung zwischen Altenau und Saulgrub, die von der Landwirtschaft, aber auch von Spaziergängern und Radlfahrern genutzt werden kann.“ Auf diese Weise rücken beide Orte wieder ein bisschen enger zusammen. Speer freut’s. Der lieber Brücken baut als Barrieren schafft.

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