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Mit dem Ehrenkreuz in Bronze des Deutschen Feuerwehrverbandes ist Kreisbrandrat Hannes Eitzenberger (2.v.l.) bei der Kommandantenversammlung (links) in der Bürgerhalle Saulgrub ausgezeichnet worden; dazu gratulieren ihm (weiter v.l.) Kreisbrandmeister Herbert Maurus (Murnau), Kreisbrandrat Dr. Rüdiger Sobotta von Weilheim-Schongau und Kreisbrandinspektor Peter Gaus aus Oberammergau.

Nächstenhilfe bei 1766 Einsätzen

Feuerwehr-Kommandanten versammeln sich in Saulgrub

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Bei der Kommandantenversammlung in Saulgrub haben die Feuerwehrvertreter das Jahr Revue passieren lassen. Ein Vortrag über das Zugunglück in Bad Aibling erschütterte die Zuhörer.

Saulgrub – „Bei Eich isch ja no Winter“: Doch einigermaßen erstaunt waren die Feuerwehrvertreter aus dem nahen Tiroler Land, als sie jetzt nach gut einstündiger Anfahrt in Saulgrub ankamen, um dort der Dienstversammlung der Feuerwehrkommandanten des Landkreises beizuwohnen. Tatsächlich zeigte sich das Wetter mit Schnee, Graupel und Minus-Temperaturen von seiner garstigen Seite, so dass es alle Beteiligten recht eilig hatten, in die warme Almrösl-Halle zu kommen. Die Segnung dreier Einsatzfahrzeuge im Freien – zwei Kommandowagen und ein Schlauchwagen für den Katastrophenschutz – durch Pater Virgil vom Kloster Ettal und seinen evangelischen Kollegen Peter Sachi aus Oberammergau, umrahmt von der Musikkapelle Saulgrub, war zuvor recht zügig über die Bühne gegangen.

Insgesamt 32.829 Stunden im Einsatz

Das Jahrestreffen der Feuerwehr-Chefs eröffnete Kreisbrandrat Hannes Eitzenberger mit seinem Bericht über „ein ruhiges, normales Jahr“. Aktuell leisten in den 30 Freiwilligen Feuerwehren im Kreis 1864 Aktive ihren ehrenamtlichen Dienst. Dabei kamen – nur für Einsätze – insgesamt 32 829 Stunden zusammen. Würde man noch Übungen und Ausbildungen hinzurechnen, läge deren Zahl locker im sechsstelligen Bereich. 664 Atemschutzgeräteträger sind derzeit bestens ausgebildet, hinzu kommen 135 Anwärter, mittlerweile 53 Frauen (Vergleich 2015: 35) sowie sieben Jugendgruppen und eine Kinderfeuerwehr unter zwölf Jahren (in Oberau). Zu 1766 Einsätzen wurden die Kreiswehren vergangenes Jahr gerufen, verteilt auf 319 Brände, 1132 Technische Hilfeleistungen und 263 Sicherheitswachen.

Das Thema „Digitale Alarmierung“ riss Eitzenberger nur kurz an: Die kritischen Worte von Kommandanten dazu habe man sich zu Herzen genommen und inzwischen sehr viele Gespräche geführt: „Wir wollen hier nicht hudeln, es soll ja gut werden.“ Wann es soweit sei mit der Einführung, könne zum derzeitigen Zeitpunkt nicht gesagt werden. Man befinde sich aber auf einem guten Weg.

An den Feuerwehren darf nicht gespart werden

Grußworte von Vize-Landrat Dr. Michael Rapp („Was die Feuerwehren brauchen, müssen sie von der Politik bekommen. Hier darf es kein Sparen geben“), Landtagsabgeordneten Florian Streibl („Es gehört bei uns dazu, dass man einander hilft, wenn einer Hilfe braucht“) und Saulgrubs Bürgermeister Rupert Speer („Einsatzbereitschaft verlangt eine gute Ausrüstung“) leiteten über zu einer Ehrung, mit der der Stellvertretende Bezirksvorsitzende des Feuerwehrverbandes Oberbayern, Dr. Rüdiger Sobotta, Kreisbrandrat Eitzenberger überraschte: Dieser erhielt für seine Verdienste um das Feuerwehrwesen das Ehrenkreuz des deutschen Verbandes in Bronze.

Vortrag über Zugunglück in Bad Aibling erschütterte 

Zwei Kurzberichte von Kreis-Feuerwehrkassier Josef Wakolbinger, der ein ordentliches Finanzpolster – und Zinseinnahmen von 33 Cent – vermeldete, sowie Kreisjugendwart Peter Keller mit einer Bilanz verschiedener Aktivitäten beendeten den Pflichtteil dieser Jahresversammlung. Es folgte schließlich noch ein fast zweistündiger Vortrag über das furchtbare Zugunglück von Bad Aibling am Morgen des 9. Februar 2016, als bei einem Zusammenstoß zweier Züge zwölf Menschen ihr Leben verloren. Hier schilderte der frühere Feuerwehrkommandant der Aiblinger Wehr, Wolfram Höfler, in zutiefst bewegenden und erschütternden Worten, wie er und seine Kameraden dieses traumatische Schreckensszenario an der Unglücksstelle erlebten.

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