Fabian Gratz auf Skiern beim Weltcup in Garmisch-Parrtenkirchen
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Hat sich den Startplatz in Sölden in Trainingseinheiten verdient: Fabian Gratz.

Ski Alpin - Erster Weltcup der Saison mit Saulgruber am Start

Ski-Weltcup in Sölden: Fabian Gratz ergattert Startplatz

  • vonPatrick Hilmes
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Erster Weltcup der Saison, zweiter Weltcup für Fabian Gratz überhaupt. Der Saulgruber hat sich seinen Startplatz für den Riesenslalom in Sölden durch starke Trainingseindrücke verdient. Doch die Rennstrecke kennt er noch gar nicht.

  • Saulgruber überzeugte die Coaches im Training
  • Seinen ersten Weltcup fuhr Gratz im Februar in Garmisch-Partenkirchen
  • Bastian Meisen vom SC Garmisch muss aufgrund unerklärlicher Kopfschmerzen passen

Saulgrub/Sölden – Das Unbekannte. Davor haben viele Menschen Angst. Nicht zu wissen, was auf einen zukommt, was einen erwartet, was passieren wird, oder was passieren kann. Der Fachbegriff lautet Neophobie. Für Fabian Gratz ist dies ein Fremdwort im doppelten Sinn. Der Saulgruber wird am kommenden Sonntag beim Riesenslalom in Sölden starten – der erste Weltcup der Saison. Die Strecke ist ihm unbekannt, kennenlernen wird er sie erst beim Wettkampf selbst. Angst herrscht bei ihm absolut keine. Vorfreude hingegen trifft den Nagel auf den Kopf.

Kein Ausscheidungsrennen um den Startplatz

„Ich habe mich riesig gefreut“, berichtet Gratz über seine Nominierung. Der Startplatz in Sölden war nicht wie üblich der Preis eines internen Entscheidungsrennens. Er ist vielmehr das Resultat einer guten Form, einer geringen Ausfallquote, konstanter Leistungen und ein paar Lorbeeren der vergangenen Saison. Dennoch musste Gratz Konkurrenz ausstechen. Mit ihm buhlten zwei weitere Athleten um den einen offenen Startplatz. Frederik Norys vom SC Garmisch und Julian Rauchfuss (RG Burig Mindelheim). Letztendlich setzte sich Gratz durch, hinterließ in den Trainingseinheiten am vergangenen Wochenende in Sölden – abseits der Weltcup-Strecke – den besten Eindruck bei den Coaches um Bundestrainer Christian Schwaiger.

Bastian Meisen leidet unter unerklärlichen Kopfschmerzen

Gar keinen Eindruck hinterlassen konnte Bastian Meisen. Der Athlet des SCG plagt sich derzeit mit Kopfschmerzen herum. Anstatt Ski-fahren stehen auf seinem Programmplan diverse Arztbesuche. „Man weiß noch nicht, woher die Kopfschmerzen kommen“, erzählt Meisen. Derzeit macht er Pause, im November will er wieder angreifen. Sein Fehlen in Sölden bei den Trainingseinheiten missfiel auch Gratz. „Man ist natürlich nicht glücklich, wenn ein anderer aus gesundheitlichen Gründen nicht dabei sein kann. Ich hätte es lieber gehabt, wenn er da gewesen wäre“, betont Gratz, der keineswegs den Konkurrenzkampf scheut. Und laut Markus Anwander, Leiter des Bundesstützpunktes alpin in Garmisch-Partenkirchen, muss er das auch nicht. „Es wäre auch realistisch gewesen, dass sich Fabian durchsetzt, wenn Bastian dabei sein hätte können.“

Keine Zuschauer in Sölden

Nun geht es für den Technik-Spezialisten Gratz zu seinem zweiten Weltcup. Der wird etwas anders sein als bei seinem Debüt. Das feierte er in der abgebrochenen Saison mit dem Heimrennen in Garmisch-Partenkirchen. Vor 7000 Zuschauer umkurvte er damals die Stangen, vor 7000 weniger wird er es in Sölden tun. Natürlich Corona-bedingt. Zudem geht Gratz mit einem weitaus geringeren Erfahrungsschatz ins Rennen. Die Strecke in Sölden kennt er nicht und wird sie auch erst am Sonntag kennenlernen. „Ein offizielles Training wird es nicht geben, auch die Hangfahrt fällt heuer aus“, erzählt der 23-Jährige. An seiner Zielsetzung ändert das aber nichts. Bei seiner Weltcup-Premiere verpasste er um einen Hauch als 31. das Finale. In Sölden würde er natürlich nicht Nein zum Kampf mit den Besten im zweiten Lauf sagen. Aber sein persönlicher Wunsch ist ein bescheidener. „Ich will im Hang stehen und sagen können: ’Okay, das war mein Maximum.’ Für was das dann reicht, werden wir sehen.“ Erst mal ist er froh, dass er dort weitermachen kann, wo er vergangenen Saison aufgehört hat – im Weltcup. Egal, was noch kommen mag, Gratz freut sich darauf. Neophobie bleibt ein Fremdwort für ihn.

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