Frech und neugierig erkunden die kleinen Siebenschläfer ihre Umgebung.
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Frech und neugierig erkunden die kleinen Siebenschläfer ihre Umgebung.

Gefunden ohne Mutter und Nest

Mit Babybrei aufgepäppelt: Pferdehofbesitzer ziehen vier kleine Siebenschläfer groß

  • Ludwig Hutter
    vonLudwig Hutter
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Sie wachsen und gedeihen: Vier Siebenschläfer haben in Saulgrub ein gutes Zuhause bei den Eigentümern eines Pferdehofs gefunden.

Saulgrub – Da staunten die Eigentümer eines Pferdehofs in Saulgrub nicht schlecht, als sie im August mitten im Stall zwei kleine Pelztierchen entdeckten. Tags darauf lagen noch einmal vier Winzlinge in der Pferdebox, wovon zwei leider schon tot waren. Die Eigentümerin des früheren Bauernhofs, Alessandra Prinzessin von Thurn und Taxis: „Mein Mann und ich haben uns erst mal schlau machen müssen.“ Als passionierte Jäger ahnten sie jedoch, dass es sich bei den neuen Familienmitgliedern um Siebenschläfer handelte.

Nestwärme: Zusammengekuschelt liegen die vier Nager in ihrem Gehege. Bald werden sie in den Winterschlaf fallen.

Da kein Nest und kein Muttertier auffindbar waren, nahm sich das Paar der Kleinen an. Nachdem ein artgerechtes Wildtiergehege besorgt war, wurden die süßen Nager aus der Familie der Bilche zunächst mit Apfelmus, Nuss- und Babybrei vorsichtig gefüttert, bald fraßen sie selbst mit wachsendem Appetit. In ihrer Behausung aus Heu sorgte eine Wärmflasche für Wohlbehagen.

Lieblingsspeise: Zweige von Ebereschen

Zwischenzeitlich sind zehn Wochen vergangen. Prinzessin Alessandra: „Die kleinen Siebenschläfer sind zu sehr aktiven, munteren Gesellen herangewachsen, die bald in ihren Winterschlaf fallen werden. Im Frühjahr werden wir sie dann auswildern.“ Noch spielen und klettern die vier kleinen Nager in ihrem Gehege, fressen mit Vorliebe Eicheln, Nüsse und Knabberstangen aus Mais. Die Hofbetreiber brachten ihnen regelmäßig Zweige von Ebereschen, eine Lieblingsspeise der heranwachsenden Siebenschläfer. Sobald diese aus ihrem Gehege herausgenommen werden, klettern sie zutraulich an den Besuchern herum und beäugen jeden mit ihren dunklen Knopfaugen. Mit Wehmut denken die Retter schon an das Frühjahr, wenn sie die possierlichen Tierchen wieder in ihre Freiheit entlassen müssen.

Der Einsatz für selten werdende Lebewesen ist heutzutage besonders wichtig, wenn man bedenkt, dass jährlich allein in Bayern an die 40 000 Wildtiere vorzeitig ums Leben kommen.

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