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In den Startlöchern: Petra und Frank Eigen vor ihrem künftigen Arbeitsplatz.

Petra und Frank Eigen aus Saulgrub übernehmen Gasthof

Neue Wirtsleute im Altenauer Dorfwirt stehen in den Startlöchern

  • Ludwig Hutter
    vonLudwig Hutter
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Noch bremst Corona allen Elan: Ein einheimisches Ehepaar bekam den Zuschlag für den Dorfwirt in Altenau.

Altenau – Am letzten Tag des Jahres, Silvester 2019, hat sie es getan. Und niemandem etwas davon gesagt. Petra Eigen (56) rief bei Robert Soukup an in dessen Funktion als Mitverantwortlicher der „Ein Dorf wird Wirt Objektgenosschaft Altenau eG“. Der war nämlich gerade auf der Suche nach neuen Pächtern für den Dorfwirt. Wie es denn so ausschaut mit Bewerbern, wollte Petra nur wissen. Man kam ins Ratschen. Dann rief Petra ihren Mann Frank in der Arbeit an: „Stell Dir vor, was i grad g’macht hab ...“

Anfang Januar dann das erste offizielle Treffen von Petra und Frank Eigen (57) mit Soukup und Thomas Bader von der Genossenschaft. Man kam sich schnell näher. Eine formelle Bewerbung – und Mitte Februar war der Kas bissen: Das Saulgruber Ehepaar übernimmt zum 1. April die Altenauer Dorfwirtschaft. Und wäre bereits voll durchgestartet – wenn nicht Corona das Ganze gestoppt hätte. „Wir stehen quasi in den Startlöchern“, beschreibt Frank Eigen die Situation.

„Eine große Herausforderung“

Ein kurzer Schwenk zurück: Bayernweit Aufmerksamkeit erregen die Altenauer vor gut fünf Jahren, als sie in einer beispiellosen Gemeinschaftsleistung den seit zehn Jahren verwaisten Gasthof binnen 15 Monaten mit 150 Helfern und 22 000 Arbeitsstunden zu neuer Blüte bringen. Der Slogan „Ein Dorf wird Wirt!“ macht die Runde, als neue Pächter heuern Izabella und Florian Spiegelberger an. Nach fünf Jahren endet der Pachtvertrag, Genossenschaft und Wirtsleute trennen sich.

Zu Ostern wollten sich nun die neuen Gesichter Petra und Frank Eigen den Gästen vorstellen. Indes: Die künftigen Wirte sind in der Gemeinde bestens bekannt. Zuletzt arbeiteten beide gemeinsam im „Johannesbad“ in Bad Kohlgrub, er als Küchenchef (seit 17 Jahren), sie als Badefrau seit gut sieben Jahren. Das Ehepaar spielte schon seit einiger Zeit mit dem Gedanken, „noch einmal was Neues anzupacken“, am besten zu zweit. Da kam der freigewordene Dorfwirt gerade recht. Frank Eigen: „Das ist für uns noch einmal eine neue Herausforderung, der wir uns gerne stellen.“ Mit an Bord, wenn mal Not am Mann ist, sind auch die beiden Kinder der Eigens, Vincent und Anna. Auch Mama Petra ist begeistert: „Wir versuchen das Beste und wollen der Aufgabe gerecht werden. An unserem Einsatz wird es nicht fehlen.“

40 Jahre Küchen-Erfahrung

Frank Eigen kennt die Branche der Gastronomie aus dem Effeff, verfügt über eine 40-jährige Küchen-Erfahrung. Der gebürtige Rheinländer lernte Koch in Leverkusen und durchlief danach eine Reihe von Stellen, unter anderem in Köln, München und in der Schweiz. 1989 kam er „der Liebe wegen“ nach Oberammergau. Die Beziehung zerbrach, fünf Jahre später lernte er seine Petra kennen. Der heute 57-Jährige übernahm den Gasthof Stern in Oberammergau in selbständiger Funktion, wechselte dann als Küchenchef zum Hotel Wolf, ehe das Johannesbad in Bad Kohlgrub in den Fokus geriet. Wohnhaft in der Gemeinde – in Wurmansau, Altenau und jetzt Saulgrub – sind Petra und Frank Eigen schon seit 25 Jahren, fühlen sich als Einheimische und haben sich ein großes Netzwerk aufgebaut. Das ihnen jetzt zugute kommen dürfte. „Hoffentlich können wir die Erwartungen auch erfüllen.“

Pachtvertrag über fünf Jahre

Davon ist man bei der Genossenschaft felsenfest überzeugt, wie Thomas Bader erklärt: „Wir kennen die Eigens lange und wissen, mit wem wir es zu tun haben. Sie sind als Pächter ein Glücksfall für uns.“ Der Pachtvertrag läuft fünf Jahre, Bestandteil ist auch die Vermietung der sechs Zimmer im Dorfwirt.

Auf der Speisekarte will Frank Eigen, wenn es dann mal losgeht, „traditionell-bayerische, frische und regionale Gerichte mit Pfiff“ anbieten. Wichtig ist ihm auch der Stammtisch, natürlich mit Musik, für ihn „das A und O.“ Robert Soukup als Vertreter der Genossenschaft ist überzeugt davon, dass die Sache funktionieren wird: „Die Leut’ bei uns scharren schon mit den Füßen, dass es bald wieder losgeht. Mir ham alle Durst!“ Die Vorfreude ist groß in Altenau.

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