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Eine neue Vorfahrtsregelung herrscht jetzt an der Rathauskreuzung in Saulgrub. Wer aus Richtung Bad Bayersoien kommt, muss auf den Verkehr von links achten.

Neugestaltung der Ortsdurchfahrt geht in die nächste Phase

Wohlfühlklima in Saulgrubs guter Stube

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„Unser Dorf soll schöner werden“ - nach dieser Devise handelt gerade der Gemeinderat von Saulgrub und „entschleunigt“ die Ortsdurchfahrt.

Saulgrub – So lange ist es noch gar nicht her, dass sich der Verkehr vor allem an schönen Wochenenden im Sommer und Herbst durch Saulgrub zwängte. Mitunter staute sich die Blechlawine der Ausflügler bei der Heimfahrt bis zum Altenauer Sportplatz zurück. Diese Zeiten sind seit der Eröffnung der neuen Ortsumfahrung gottlob vorbei, und die lärm- und staugeplagten Anwohner werden sie wohl auch nicht vermissen.

Als die neue Straße im Dezember 2016 eingeweiht wurde, standen Bürgermeister und Gemeinderat in Saulgrub schon Gewehr bei Fuß, um in Zusammenarbeit mit dem Staatlichen Bauamt Weilheim den Rückbau der Ortsdurchfahrt in Angriff zu nehmen. „Wir sind hier von Anfang an sehr gut von der Behörde unterstützt worden, sowohl fachlich wie finanziell“, lobt Rathauschef Rupert Speer. Inzwischen konnte bereits ein ordentlicher Teil der Um- und Neugestaltung der Dorfstraße abgewickelt werden. Im südlichen Bereich ab dem Bahnübergang wurde die Fahrbahn von 7,50 auf 6,50 Meter verschmälert. Außerdem erhielt die 1,2 Kilometer lange Straße eine neue Asphaltdecke – für 200 000 Euro, die das Staatliche Bauamt übernommen hat. Die gleiche Summe floss in den Umbau der Rathauskreuzung mit neuer Fahrbahnführung und Vorfahrtsänderung: Hier war die Gemeinde der Kostenträger.

In der jüngsten Gemeinderatssitzung nahm das Projekt weiter Fahrt auf: Einstimmig wurde eine Kostenvereinbarung mit dem Amt für ländliche Entwicklung angenommen, wonach der Kreuzungsbereich und der Rathaus-Umgriff nunmehr vorangetrieben werden. Die Planungskosten (26 000 Euro) werden im Verhältnis von 50:50 umgelegt. Dazu Bürgermeister Speer: „Hier geht es hauptsächlich um die freigewordenen Flächen, die jetzt mit Kies belegt sind, sowie um die Gehwege. Etliche geteerte Bereiche sind nämlich entsiegelt worden. Hier sollen später mal grüne Zonen mit Bepflanzung und Möblierung wie Sitzbänke entstehen.“ In die künftige Gestaltung wird sich auch die lokale Teilnehmergemeinschaft der Dorferneuerung im Austausch mit den Planern einbringen und dazu Vorschläge machen. Wichtig war es dem Gemeinderat laut Speers Aussage, dass wieder das Büro Mooser Ingenieure in Kaufbeuren das Sagen hat, das schon die neue Kreuzung geplant hat: „So bleibt alles in einer Hand und es passt am Ende zusammen.“ Vorgesehen ist im Zuge der Arbeiten ebenfalls eine Verschönerung des Eingangsbereichs des Rathauses, wodurch das Gebäude optisch aufgewertet werden soll, wie der Bürgermeister feststellt.

Geht es nach den Wünschen von Rupert Speer, „so soll alles 2019 über die Bühne gehen“. Gemäß einer vorsichtigen Kostenschätzung werden hier voraussichtlich noch einmal rund 300 000 Euro fällig, die sich auf Gemeinde und das Amt für ländliche Entwicklung mit je 150 000 Euro verteilen. Die Kommune nimmt also viel Geld in die Hand, doch Saulgrubs „gute Stube“, sie ist es wert.

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