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Neuer Ortsbereich: Wo derzeit noch (weiße) Wiese ist, entstehen das neue Baugebiet „Im Kirchfeld“. Es liegt gegenüber vom „Bayerischen Paradies“.

Seit 2011 schuldenfrei

Saulgrub investiert kräftig weiter

Zwar gibt es keine neuen Rekorde: Das kleine Dorf Saulgrub plant aber weiter mit großen Investitionen. An Kredite braucht es – anders als viele andere Gemeinden – nicht im Ansatz zu denken.

Saulgrub – Was haben die Ammertal-Nachbarn Saulgrub und Bad Kohlgrub gemeinsam? In beiden Dörfern steht eine ganze Liste von großen Investitionen an. Während die Kohlgruber für ihr Maßnahmenpaket wie schon im Vorjahr zwei Millionen Euro an Krediten aufnehmen müssen und die Pro-Kopf-Verschuldung in die Höhe schnellt, hat es Saulgrub leichter. Der sprichwörtliche Griff in die Portokasse ist es dort zwar auch nicht. Das Rücklagenpolster ist mit fast drei Millionen Euro aber so dick, dass Bürgermeister Rupert Speer ganz leicht rund 850 000 Euro abknapsen kann. „So macht investieren schon Spaß“, sagte er zum Haushalt 2017, der am Mittwochabend vom Gemeinderat verabschiedet wurde.

Saulgrubs großer Vorteil: Die Kommune ist seit 2011 schuldenfrei, hat somit keine Belastungen. Trotzdem wurde in den vergangenen Jahren immer mit kühlem Kopf kalkuliert, nie übermäßig viel ausgegeben. „Wir gehen nicht in den Luxus“: Speers Devise in der Vergangenheit gilt auch für den aktuellen Etat.

Dieser ist etwas kleiner als der Rekord-Haushalt 2016 und von zwei Faktoren geprägt: Wie in vielen Landkreis-Gemeinden fielen die Steuereinnahmen im vergangenen Jahr besser aus als geplant. Außerdem gab es einige Projekte, die verschoben wurden. Zum Beispiel der Breitband-Ausbau. Speer erinnert daran, dass es 2016 eine Überraschung vonseiten der Telekom gab. Die hatte beschlossen, die Leitungen für schnelles Internet im Dorfkern selbst zu übernehmen. Der Gemeinde bleiben heuer die Außenbereiche. 217 000 Euro stehen als Investition dafür im Haushalt. Rechnet man die Zuschüsse ab, bleibt der Kommune ein Betrag von rund 50 000 Euro. Deutlich mehr investiert sie in ihr neues Einheimischen-Modell „Kirchfeld West“ in Saulgrub: Für die Bauvorbereitung – also das Verlegen von Wasser- und Abwasserleitungen, den Bau von Straßen und Anschlüssen – sind 700 000 Euro vorgesehen.

Mit mehr als einer Viertelmillion Euro beteiligt sich die Ammertal-Kommune auch am Rückbau der ehemaligen Bundesstraße 23. Partner ist dabei das Staatlichen Bauamt Weilheim, das im vergangenen Winter die Umgehungsstraße fertiggestellt hat. Auf diese hatte das verkehrsgeplagte Dorf mehr als fünf Jahrzehnte gewartet. Zum Aktionspaket 2017 gehört aber auch eine Vielzahl an Maßnahmen in Bereich Kanal, Straßen und Wege. Geschnürt ist es mit einer gewissen Leichtigkeit. „Wir wissen“, sagt Speer, „dass wir uns das alles leisten können“.

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