Ein beschädigtes CSU-Wahlplakat liegt samt Ständer auf einer Wiese in Saulgrub.
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CSU am Boden: Der Ortsvorsitzende findet den Anschlag auf Alexander Dobrindt gar nicht lustig.

Ortschef findet’s „unsäglich“

Schwarze Schafe reißen in Saulgrub CSU-Wahlplakate herunter

  • VonChristof Schnürer
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Traurig, was sich in Saulgrub abspielt: Unbekannte haben es auf Wahlplakate der CSU abgesehen. Die Zerstörungswut findet Ortsvorsitzender Elias Cosa „unsäglich“.

Saulgrub – Das Konterfei des Hoffnungsträgers – in zwei gerissen, der Plakatständer – in die Wiese geschleudert. In Saulgrub liegt die CSU am Boden, also bildlich gesprochen, nicht politisch. Trotzdem findet Elias Cosa, der Vorsitzende des Ortsverbands Saulgrub, Altenau und Bad Bayersoien, den jüngsten Vandalismus gar nicht lustig. „Das ist unsäglich, dass man ehrenamtliche Arbeit mit Füßen tritt.“

Damit zielt er auf jene schwarzen Schafe ab, die es neuerdings offenbar ausschließlich auf die CSU abgesehen haben.

„Aufgefallen ist es uns am vergangenen Freitag“, berichtet Cosa, zugleich einer der stellvertretenden CSU-Kreisvorsitzenden. Die im Dorf entlang der Hauptstraße platzierten Plakatständer mit dem Bundestagskandidaten Alexander Dobrindt waren allesamt heimgesucht worden – von betrunkenen Randalierern oder politisch Andersdenkenden? Keiner weiß es. Und es wird auch nicht herauszufinden sein, falls man die bislang Unbekannten nicht auf frischer Tat ertappt. Deshalb hat der CSU-Ortsverband auf eine Anzeige bei der Polizei verzichtet.

Klein beigegeben wird die CSU jetzt in der heißen Phase des Bundestagswahlkampfs keinesfalls. „Wir kleben die Plakate nach – und wenn wir es fünfmal machen müssen“, gibt sich Cosa kämpferisch. Nicht nachlassen, lautet das Motto, zumal die jüngsten Umfragen ohnehin nichts Gutes für die Unionsparteien verheißen. Umso mehr ärgert den jungen Christsozialen aus dem Ammertal der jüngste Plakat-Frevel. „Falls einer ein Problem mit uns hat, dann soll er sich mit uns in Verbindung setzen.“ Das schließt auch die einzelnen Kandidaten der CSU ein. „Wir diskutieren gerne“, verdeutlicht Cosa, „aber so etwas können wir uns nicht gefallen lassen.“

In diesem Kontext erinnert er sich an die Europawahl 2019, als eine großflächige CSU-Plakatwand am V-Markt mit einem Hakenkreuz und linken Parolen beschmiert worden war. Damals konnten Cosa und Co. wenigstens den politischen Hintergrund erahnen, als sie diesen Vandalismus seinerzeit zur Anzeige brachten. Immerhin holte die CSU damals bayernweit trotzdem noch um die 40 Prozent.

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