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Ein Bayer in Norwegen: Thomas Heisig.

Im Land der Fjorde, unberührten Berge und Polarlichter

Thomas Heisig aus Altenau ist vor 25 Jahren nach Norwegen ausgewandert

  • Ludwig Hutter
    vonLudwig Hutter
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Wer einmal mit dem Hurtigruten-Schiff dort war, ist infiziert vom Virus Norwegens: Thomas Heisig ist da keine Ausnahme. Nur lebt er seit 25 Jahren in diesem faszinierenden Land. 

Altenau – Er spricht längst von „meinem Norwegen“. Nächstes Jahr werden es 25 Jahre, dass Thomas Heisig aus Altenau in das Land der Fjorde, Polarlichter und unberührten Berge ausgewandert ist. Und doch: Wenn er in den Ferien seine Eltern in Saulgrub besucht, in München erstmals wieder deutschen Boden unter den Füßen hat und bei der Fahrt mit dem Leihwagen auf der A 95 das Wettersteinmassiv in der Ferne sichtbar wird, dann „übermannt mich immer noch ein starkes Heimatgefühl“. Das verstärkt wird, wenn ihm seine Mutter Weißwürste und Weißbier auftischt.

In Kürze besucht Heisig mal wieder das Ammertal, und hält dort drei Vorträge über „mein Traumland Norwegen“. Er möchte seinen Freunden, Bekannten und Interessierten erzählen, wie es ihm in den vergangenen 25 Jahren ergangen ist und welche Aktivreisen man beim Bergsteigen, Skitourengehen und Klettern dorthin unternehmen kann.

Tromsö - die Pforte zur Arktis

1995 wanderte der heute 52-Jährige wegen einer Norwegerin aus. Seine erste Station war Lillehammer. Jener Ort, der während der Olympischen Winterspiele 1994 weltbekannt wurde: „Als ehemaliger Langläufer des TSV Altenau war es unglaublich, in den vom Fernsehen her bekannten Loipen trainieren zu können.“ Ein Jahr später zog Thomas Heisig nach Tromsö, eine Kleinstadt in Nordnorwegen an der Pforte zur Arktis. Er begann mit Skitourenführungen für deutsche Skigäste in den Lofoten und den Lyngenalpen. 1998 schließlich zog der Familienvater (drei Töchter) nach Stryn, ein kleines Dorf in West-Norwegen: „Hier habe ich mein Eldorado gefunden.“ Stryn liegt am Ende des 100 Kilometer langen Nordfjords. Hier befinden sich die größten Gletschergebiete Norwegens, die tiefsten Fjorde und steile Berge. Dort hat sich der Altenauer niedergelassen. Er arbeitet als Physiotherapeut mit eigener Praxis und betreibt eine Firma („Norwegian Mountains“), die unterschiedlichste Reisen (Ski, Mountainbike, Klettern) anbietet.

Tausende Lawinenpiepser verkauft

Thomas Heisig hat sich eine Existenz aufgebaut. Als er 1996 nach Tromsö kam, fiel ihm auf, dass die Norweger beim Skifahren und Skitourengehen keine Lawinensuchgeräte benutzten und auch nur sehr wenig Kenntnis und Wissen über die Lawinengefahr hatten. Er tat sich mit der Münchner Firma Ortovox zusammen und war mit einem Male Importeur für Lawinensicherheitsausrüstung in ganz Norwegen. Er hielt überall Lawinenkurse ab und verkaufte Tausende von Geräten, Schaufeln, Sonden, etc. an Sportgeschäfte, Skigebiete, Rettung, Bundeswehr und Polizei.

Thomas ist ein begeisterter Skitourengeher, Mountainbiker, Bergsteiger und Kletterer. Er kennt inzwischen sehr viele Gebiete in diesem Land: „Was früher für mich der Gardasee war, ist heute Nord-Norwegen.“ Im Vordergrund seiner Aktivitäten und Touren steht immer das Erlebnis, der Genuss, das Unterwegssein, das Entdecken. Der norwegische Winter, das rauhe arktische Klima, die Dunkelzeit von November bis Januar sind seine größte Leidenschaft. Thomas wohnt in Westnorwegen, aber das Nordlicht, die Polarlichter, der grüne, rosa, orange Himmel, das tief blaue Meer, die Fjorde ziehen ihn immer wieder nach Nord-Norwegen. Und noch etwas bewundert er: „Die Liebe der Norweger zu ihrem Land!“

Vorträge

Donnerstag, 10. Oktober,

20 Uhr, Sport Conrad Garmisch-Partenkirchen

Freitag, 11. Oktober, 19 Uhr, Hörnlehütte Bad Kohlgrub

Samstag, 12. Oktober, 19 Uhr, Altenauer Dorfwirt

Der Eintritt ist jeweils frei.

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