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Den mutigen Schritt in die gastronomische Selbstständigkeit wagen Jasmina (M.) und Erich Glavina, hier mit ihrem vierjährigen Sohn Noah; links Jasminas Cousine Ana Skoda. 

Allgäuer will eigene Handschrift einbringen

Wechsel im Forsthaus Unternogg: Neuer Pächter am Werk

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Von Oberjoch nach Unternogg: Erich und Jasmina Glavina sind im Forsthaus an der Halbammer als Pächter eingestiegen - und haben Ziele.

Altenau – Gleich nach der Schule hat er Maurer gelernt. Weil er sich sonst keine eigene Wohnung hätte leisten können. Im Inneren freilich keimte schon immer der Wunsch bei Erich Glavina, ins Kochgewerbe einzusteigen: „Wenn man etwas Gutes zubereitet und dem Gast schmeckt es, das freut einen schon.“ Nach der Bundeswehrzeit dann realisierte er seinen Traum und begann eine Kochlehre in Oberjoch im Allgäu. Jetzt wagt der gebürtige Offenbacher, der schon als kleines Kind in den Süden der Republik kam, einen weiteren Schritt – jenen in die berufliche Selbstständigkeit.

Seit Monatsbeginn ist Glavina neuer Pächter im Forsthaus Unternogg bei Altenau, wo er sich mit seinem Sohn Noah (4) und seiner Frau Jasmina (29), einer Kroatin, eine neue berufliche Zukunft aufbauen will. In den vergangenen Monaten hatte Eigentümer Thomas Feldmann die beliebte Ausflugsgaststätte an der Halbammer zusammen mit Sohn Korbinian selbst geführt, jetzt verpachtete er den Landgasthof und schloss mit Erich Glavina einen langfristigen Pachtvertrag. Feldmann: „Ich bin davon überzeugt, dass die neuen Pächter dieses ganz besondere Objekt mit viel Herzblut und Engagement führen werden. Ich denke, es ist eine gute Wahl.“

Auch der 32-jährige Allgäuer, der 15 Jahre in verschiedenen gehobenen Häusern als Küchenchef gearbeitet hat, freut sich, dass nun für ihn „ein kleiner Traum“, nämlich selbst einen Betrieb zu führen, wahr geworden ist. „Wir haben etwas gesucht, wo man sich noch selbst verwirklichen und seine eigene Handschrift einbringen kann. Von Unternogg waren meine Frau und ich sofort begeistert. Mit den schönen Gasträumen, dem herrlichen Biergarten und der traumhaften Lage am Waldrand ist es eine Lokalität, die aus dem Rahmen fällt“, sagt Erich Glavina.

Der neue Pächter wird das Forsthaus als Familienbetrieb führen: Er ist für die Küche zuständig, seine Frau für den Service. Sie backt Kuchen und Torten selbst. Cousine Ana hilft, wo es gerade notwendig ist. Dazu kommen je nach Bedarf Aushilfen. Künftig ist in Unternogg wieder täglich geöffnet, von 11.30 Uhr bis 20.30 Uhr gibt es durchgehend warme Küche. Auch serviert wird wieder. „Nur im Sommer werde ich wohl auf Selbstbedienung umstellen, weil der Betrieb dann bei Stoßzeiten geordneter abläuft“, blickt Glavina schon voraus.

„Eine gute, bayerische, regionale und frische Küche“ wollen die neuen Pächter ihren Gästen bieten: Das Wild kommt von heimischen Jägern, das Fleisch von Hereford-Rindern aus Schrobenhausen. Auch der heißbegehrte Kaiserschmarrn steht auf der neuen Speisekarte, die ab kommenden Donnerstag auf den Tischen ausliegt. Erich Glavina weiß, dass er mit seiner Frau schon vor einer Herausforderung steht, „aber das ist auch eine schöne Herausforderung“. Bei seinen bisherigen beruflichen Stationen hat er die Erfahrung gemacht: „Wenn man Leidenschaft mitbringt, merkt das der Gast.“ Und er ist ein Perfektionist: „Wenn bei 300 Essen auch nur einer gemeckert hat, war mein Tag gelaufen.“ Die Messlatte liegt hoch. Das Forsthaus soll schließlich eine gute Ess-Adresse bleiben.

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