Fleißig saniert wird gerade das Forsthaus Unternogg auf Altenauer Flur.
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Fleißig saniert wird gerade das Forsthaus Unternogg auf Altenauer Flur.

Beliebtes Ausflugslokal soll bis zur Passion 2022 fertig saniert sein

Forsthaus Unternogg: Wirtschaft kommt – jetzt fehlt nur noch ein Pächter

  • Josef Hornsteiner
    vonJosef Hornsteiner
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Kurzzeitig war ungewiss, ob aus dem einst beliebten Gasthaus im Forsthaus Unternogg jemals wieder eine Wirtschaft wird. Nun ist klar: Es wird wieder eine öffentliche Gaststätte. Jetzt braucht es nur noch einen fleißigen Pächter.

Altenau – Die meisten Rezessionen gehen runter wie Honig. Bis vor über einem Jahr noch haben sich die Lobeshymnen auf gastronomischen Bewertungsportalen teils überschlagen, wenn Besucher vom Forsthaus Unternogg erzählten. 4,3 von 5 Sternen bei 264 privaten Bewertern auf google. 4 von 5 Punkten auf tripadvisor. Das zeugt von Qualität und vor allem für die Beliebtheit der Ausflugsgaststätte, die urig anmutend eingebettet inmitten idyllischer Natur liegt. Der Ausflugsgasthof an der Halbammer galt jahrzehntelang als „Goldgrube“, in der man in einem gemütlichen Biergarten hervorragend speisen konnte. Der Ansturm war groß, nicht zuletzt wegen dem beliebten Radlweg, der in unmittelbarer Nähe vorbeiführt.

Seit Monaten ist die Gaststätte geschlossen. Nicht wegen Corona, sondern weil die ehemaligen Pächter aufgehört haben. Noch im vergangenen Jahr war zeitweise gar nicht so sicher, ob wieder eine Gaststätte in das ehrwürdige Gebäude auf Altenauer Flur eröffnen wird. Bürgermeister Rupert Speer kann nun beruhigen: Es wird wieder eine geben. Sämtliche nötigen Beschlüsse sind bereits gefasst. Die Sanierungsarbeiten sind in vollem Gange.

Das Forsthaus Unternogg ist mit Ablauf des Pachtvertrags mit dem letzten Betreiber Erich Glavina geschlossen worden. 2020 hat der Münchner Unternehmer Thomas Jäger von der Nutrion GmbH die Immobilie erworben. Zuerst sorgte die Gesellschaft mit einem Bauantrag im April 2020 für Irritation im Saulgruber Gemeinderat: dieser sah keine Wirtschaft vor, sondern nur mehr private Wohnräume.

Das Unternehmen besserte nach. Bereits im Juli 2020 kamen dann die überarbeiteten Pläne im Rathaus an. Diese sehen künftig ein öffentliches Gasthaus im Ganzjahresbetrieb auf einer Fläche von insgesamt 100 Quadratmetern vor. 39 Plätze innen und genau so viele im Biergarten draußen werden künftig zur Verfügung stehen. „Es ist zwar alles kleiner als früher“, sagt Speer. Doch das macht nix. Wichtiger ist ihm, dass Altenau – bekanntlich nicht unbedingt von vielen Gastro-Betrieben gesegnet – wieder eine Ausflugswirtschaft bekommt.

Jetzt fehlt nur noch ein Pächter. Das Münchner Unternehmen hat bereits online entsprechende Anzeigen geschaltet. „Es gibt bereits Interessierte“, sagt Jäger. Sein Wunsch wäre, einen Pächter aus der Region zu finden. Das gastronomische Konzept soll dann dem „besonderen historischen Haus gerecht werden“, meint der Unternehmer. „Wird aber letztlich vom Pächter abhängen.“ Neben der Gastronomie entstehen im restlichen Forsthaus drei Mietwohnungen. Eine große für den Betreiber des Gasthauses und zwei kleinere Wohneinheiten.

Gerade herrscht reger Betrieb auf der Baustelle. „Die Baufortschritte liegen im Plan, wir sind zufrieden“, sagt Jäger gegenüber dem Tagblatt. „Wir rechnen damit, bis zu den Passionsspielen 2022 fertig zu sein.“ Das Forsthaus ist eingerüstet. Zahlreiche Firmen sanieren das in die Jahre gekommene Gebäude. Das war auch dringend nötig. Der Zustand war der bedeutenden Geschichte des Anwesens unwürdig. 1849 hat es Graf Dürckheim aus Steingaden errichtet. 1860 verkaufte der Adelige das Gebiet an den Staat, der dort ein Forstamt einrichtete. König Ludwig II ließ im Tal der Halbammer flussaufwärts von Unternogg ein Königshäusschen bauen, für das das Forsthaus als Versorgungsstation diente. Schon um 1900 betrieben die Inhaber das Haus als Gastwirtschaft. Nun geht es auch 120 Jahre später weiter.

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