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Der Standort: die Halbammer bei Unternogg. Das Landratsamt hat der GmbH mittlerweile den Bescheid zukommen lassen. 

Projekt der Ammer Loisach Energie GmbH

Grünes Licht für Wasserkraftwerk an der Halbammer

Es hat sich gezogen. Doch mittlerweile hat das Landratsamt das Kleinwasserkraftwerk an der Halbammer bei Saulgrub genehmigt. Bei der Ammer-Loisach Energie GmbH hofft man, 2020 mit dem Bau beginnen zu können.

Ammertal– „Ammer-Loisach Energie weiter in der Erfolgsspur: Mehr Kunden und gesteigertes Jahresergebnis im Geschäftsjahr 2018“. So lautet die Überschrift einer Pressemitteilung des Stromversorgers.

Das klingt positiv. Was die Verantwortlichen auch freut: Das Landratsamt hat der GmbH mittlerweile den Bescheid für das lange geplante Kleinwasserkraftwerk an der Halbammer bei Saulgrub zugesendet. Dies teilt Sprecher Stephan Scharf auf Tagblatt-Anfrage mit. Die Klagefrist ist am Mittwoch abgelaufen. Bis dahin sind bei der Kreisbehörde keine Einsprüche eingegangen. Dem Verwaltungsgericht München lag am Donnerstag ebenfalls nichts dergleichen vor.

Beim Stromversorger stehen nun die nächsten Schritte an. Laut Geschäftsführer Jürgen Hitz werden sich die Gesellschafter treffen und „die Baukosten nochmal anschauen“. Dann gilt es, die Anlagen auszuschreiben. „Ich hoffe, dass wir 2020 mit dem Bau beginnen können. Das hängt allerdings davon ab, wie schnell Baufirmen verfügbar sind.“ Hitz’ Wunsch wäre es, wenn das 135-KW-Kraftwerk 2021 in Betrieb gehen könnte. „Bis dahin müssen wir einiges machen.“ Mit dem produzierten Strom können 250 bis 300 Haushalte pro Jahr versorgt werden. Rund 500 000 Kilowattstunden Strom sollen per anno erzeugt werden. Wie viel die Konstruktion kosten wird, dazu kann Hitz noch keine Angaben machen. „Das kann man erst sagen, wenn die Anlage ausgeschrieben ist.“

Der Bescheid enthält Auflagen: Zwei Fischaufstiegshilfen müssen errichtet werden. Laut Scharf allerdings erst dann, wenn die Durchgängigkeit der Halbammer in dem besagten Bereich staatlicherseits hergestellt worden ist.

Unterdessen ist die GmbH – ein Zusammenschluss der zehn Gemeinden Bad Bayersoien, Saulgrub, Bad Kohlgrub, Schwaigen/Grafenaschau, Eschenlohe, Grainau, Oberau, Ettal, Oberammergau, Unterammergau und des regionalen Energieversorgers Energie Südbayern – weiter auf Wachstumskurs. Im sechsten Jahr des Bestehens verzeichnet der Energieversorger laut der Pressemitteilung erneut einen Zuwachs an Privat- und Geschäftskunden sowie beim Unternehmensergebnis. Im Geschäftsjahr 2018 erwirtschaftete die GmbH, die Strom aus Wasserkraft am Markt kauft, einen Umsatz von rund drei Millionen Euro und übertrifft damit leicht den Vorjahreswert. Auch der Energieabsatz für die mittlerweile rund 3200 Geschäfts-, Privat- und Firmenkunden mit Ökostrom lag mit 15,7 Millionen Kilowattstunden auf ähnlich hohem Niveau wie 2017. Die Ammer-Loisach Energie steigerte den Jahresüberschuss deutlich auf 42 000 Euro (2017: 11 000 Euro). 

„Wir können wieder auf ein erfolgreiches Jahr zurückschauen“, bilanziert Josef Pössinger, Aufsichtsratsvorsitzender und Ettaler Bürgermeister. „Die Zahlen zeigen, wie gut wir uns in den vergangenen sechs Jahren am Markt etabliert haben. Mit unserer konsequent regionalen Ausrichtung, der Nähe zu unseren Kunden und dem Engagement für Land und Leute treffen wir den Nerv der Zeit.“ Für das Geschäftsjahr 2019 setzt die GmbH weiter auf Kundenwachstum.

Im Dezember hatte die GmbH vier Ladesäulen für E-Autos errichtet. „2019 werden wir die E-Mobilität in der Region mit weiteren Lademöglichkeiten noch attraktiver machen“, kündigt Pössinger an. Dazu passt, dass sich das „wandernde E-Auto“, mit dem Interessierte Testfahrten machen können, großer Beliebtheit erfreut.

Roland Lory

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