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Dichtgedrängt standen die Zuschauer beim Faschingszug in Saulgrub

"Saigra Oida" oder "Saigra Oide"?

Name für Umfahrung Saulgrub: Neue Römerstraße

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Saulgrub - "Wir müssen draussen bleiben": Die Ministrantinnen-Episode in Altenau war das Hauptthema beim Saulgruber Faschingszug.

Das Thema lag quasi auf dem Präsentierteller – und natürlich durfte es beim Faschingszug in Saulgrub nicht fehlen: Die Rede ist vom Wirbel im Nachbardorf Altenau im vergangenen Jahr, als sich die dortigen Ministranten geweigert hatten, zusammen mit Mädchen den Altardienst zu verrichten. „In unserem schönen Altenau, ministriert uns keine Frau“, „Wir müssen draußenbleiben“ und „Ohne Mädla is in Altenau die Sakristei, weil des war so scho allawei’“ stand da in dicken Lettern auf einem Wagen geschrieben, der aus Bad Bayersoien gekommen war. Verständlich, dass da viele unter den 1500 Schaulustigen, die den Weg der Maschkera vom Oberdorf zum Bürgersaal entlang der B23 säumten, schmunzeln mussten. Wie eine junge Mutter aus Bad Kohlgrub: „Da haben die Verantwortlichen der Pfarrei ja keine so gute Figur abgegeben. Da liegt’s auf der Hand, dass sowas dann im Fasching drankommt.“

Wildtiere jammern 

Originell und bärig war er wieder der Saulgruber Gaudiwurm, den der Spielmannszug Bad Kohlgrub, deren Mitglieder sich als blaue Schlümpfe verkleidet hatten, anführte. Ihrer Phantasie ließen die 20 Wagen- und Fußgruppen freien Lauf, Lokales und allgemeine Themen wurden aufgespießt. Wunderschöne Kostüme trug die Abordnung der IX. Legion aus Wurmansau. Einen Blick zurück in die Geschichte warf auch eine andere Wagenbesatzung, die bereits einen Namen für die Ortsumfahrung („Endlich außenrum!“) kreierte, nämlich „Neue Römerstraße“. Einen Hilferuf sendete die Tierwelt rund ums Hörnle aus, wenn Massen von Tourengehern bei minimaler Schneedecke auf den Berg stürmen: „Lasst’s uns unser Winterruah!“ stand unter anderem auf den Schildern, die die zweibeinigen Wildhasen und Rehe umhängen hatten.

Den Klimawandel mit den veränderten Wetterverhältnissen thematisierte eine andere Gruppe: Diese produzierte „Bio Recycling-Schnee für unseren Ort, das ganze Jahr Wintersport“ in Form von Sägemehl, das mittels Schneekanone auf die Straße geblasen wurde. Den Kult-Spruch der (männlichen) Saulgruber Jugend („Saigra Oida“) funktionierte eine heimische Mädelgruppe um, und gab gleichzeitig die Gründung des 1. Saigra Madlvereins bekannt – deren Motto „Saigra Oide“! Ganz stolz meinte ein Mitglied: „Mir ham auch schon a eigene Fahne, da Burschenverein no ned.“ Auf einem Mordstrumm von einem Faschingswagen thronten die Teilnehmer des 1. Saulgruber Musikanten-Stadls, unter ihnen auch Helene Fischer und DJ Ötzi, die ihre Hits ins Publikum schmetterten.

Vom Burschenverein aus dem benachbarten Bad Kohlgrub kam ein Wagen, auf dem der Bürgersaal Almrösl („Saal der 1000 Biere“) dargestellt wurde, und schließlich geriet noch das nicht gerade pulsierende Saulgruber Ortsleben ins Fadenkreuz auswärtiger Maschkera: „Was wäre Sai’gra ohne V-Markt? Nichts!“ Vielleicht auch eine Hausaufgabe für die Kommunalpolitik, nach Fertigstellung der Umfahrung für belebende Elemente der innerörtlichen Struktur zu sorgen . . .

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