Entscheidung offiziell: Das planen die Bayern mit Coman

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Damit wäre Großweil energieautark: Solch ein Schachtkraftwerk wird an der Loisach gebaut.

Ökostrom-Gewinnung

Schachtkraftwerk könnte in einem Jahr in Betrieb gehen

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Großweil - Die letzten Steine scheinen aus dem Weg geräumt, im Herbst soll der Bau des Pilotprojekts starten: Geschätzt sechs bis sieben Monate wird die Errichtung des neuen Schachtkraftwerks in der Loisach bei Großweil dauern.

Läuft alles nach Plan, könnte die voraussichtlich etwa 3,5 Millionen Euro teure Vorzeige-Anlage der Energiewende in der Region in einem Jahr bereits in Betrieb gehen – und rein rechnerisch 600 Privathaushalte mit Strom versorgen. Umweltschützer sehen den Standort im sensiblen FFH-Schutzgebiet allerdings nach wie vor kritisch.

Viel Wasser wird nicht mehr die Loisach runterlaufen, bevor das lange geplante Schachtkraftwerk Realität wird. Aktuell holt ein Ingenieurbüro unter anderem konkrete Kostenansätze ein, die Ausschreibungen werden vorbereitet. Im September oder Oktober könnte der Betreiber und Investor, die Wasserkraftwerk Großweil GmbH, dann loslegen. Als Gesellschafter machen die Gemeindewerke Garmisch-Partenkirchen, die Gemeinde Großweil und das Kraftwerk Farchant gemeinsame Sache; als Geschäftsführer fungiert Großweils Bürgermeister Manfred Sporer (CSU-Dorfgemeinschaft).

Erklärtes Ziel ist es, die Arbeiten bis zum März, April 2017 abgeschlossen zu haben. Denn: Während der Wintermonate bestehe „nur eine geringe Hochwassergefahr“, sagt Sporer. Und Überschwemmungen wären fatal bei einer Baustelle im Fluss. Bei Verzögerungen könnte eine Zwangspause drohen – wenn etwa mit Überflutungen zu rechnen ist.

Grundsätzlich sind nach Angaben Sporers zwei Bauabschnitte geplant. Der Fluss werde durch Spundwände geteilt: Jeweils auf einer Seite laufen die Arbeiten, auf der anderen fließt die Loisach. Sporer erweckt den Eindruck, als sehne er die Umsetzung herbei: „Ich persönlich freue mich riesig darauf“, sagt er. „Und ich glaube, dass auch bei den Bürgern eine gewisse Vorfreude existiert.“

Bei Naturschützern bleiben Vorbehalte. Landesfischereiverband und Bund Naturschutz (BN) hatten gegen das Projekt geklagt, im Zuge des Gerichtsverfahrens aber einem Kompromiss zugestimmt, der etwa auf verschärfte Auflagen zum Schutz der Fischfauna abzielt. Diese Entscheidung habe letztlich Sinn gemacht, betont Axel Doering, Kreisvorsitzender des BN, der von weiteren angedachten Standorten weiß, die alle heikel seien. „Wenn du siehst, dass du einen Prozess nicht gewinnst, ist es besser, einen Kompromiss einzugehen.“ So erreichten die Kläger zumindest zum Schutz von Flora und Fauna „eine ganze Reihe Leitplanken“.

Doering kritisiert auch nicht das Schachtkraftwerk an sich. Er sieht darin sogar „ein ernsthaftes Bemühen, Schäden gering zu halten“ und findet, es gebe sehr viel schlechtere Möglichkeiten der Stromgewinnung. Ihm missfällt die Position im FFH-Gebiet. Für Doering steht auch fest: „Das ist ein Versuch, über ein Schachtkraftwerk an einer Stelle zu bauen, an der man das sonst nicht könnte – das ist bedauerlich für die Natur.“ Es gebe kaum mehr einen unverbauten Bach, „und die wenigen sollte man bewahren“.

Viele finden das Leuchtturmprojekt, das die Technischen Universität München entwickelte, indes faszinierend. Bei der fast vollständig unterirdischen Anlage, die als technologisch zukunftweisend gilt, strömt das Wasser von oben in Schächte, treibt die an einen Generator gekoppelten Turbinen an und wird zurück ins Flussbett geleitet. Auf diese Weise sollen jährlich 2,5 Millionen Kilowattstunden Öko-Strom erzeugt werden. Für Differenzen sorgte vor allem die Frage, wie sicher die Fische dieses Querbauwerk im fließenden Gewässer passieren können.

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