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Bis die Bagger für das Schachtkraftwerk anrollen, fließt wahrscheinlich noch viel Wasser die Loisach hinunter.

Der ursprüngliche Baubeginn ist sinnlos

Schachtkraftwerk in der Loisach: Ein Jahr aufgeschoben

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Großweil - Der Zeitplan: Makulatur. Es fließt noch viel Wasser die Loisach hinunter, bis fürs geplante Schachtkraftwerk in Großweil Bagger anrollen. In diesem Herbst sollten die Bauarbeiten für das Vorzeige-Projekt anlaufen. Daraus wird nichts.

Der Verstand siegte über das Herz. „Sicher ist es so: Je schneller wir es umsetzen können, umso schöner“, sagt Großweils Bürgermeister Manfred Sporer (CSU-Dorfgemeinschaft). Doch die Verantwortlichen, die hinter dem geplanten Schachtkraftwerk in der Loisach in Großweil stehen, sind allesamt keine Kinder mehr, die Weihnachten kaum noch erwarten können, sondern gestandene Männer, die mit kühlem Kopf nachdenken und mit spitzer Feder rechnen – immerhin geht es um Millionen-Investitionen. Deshalb gab es am Ende keinen Zweifel für die Verantwortlichen der Wasserkraftwerk Großweil GmbH, in der die Gemeindewerke Garmisch-Partenkirchen, die Gemeinde Großweil und das Kraftwerk Farchant als Gesellschafter fungieren: Der Bau des Vorzeige-Projekts der Energiewende in der Region, hinter dem eine weltweit noch einzigartige, als besonders schonend geltende Technologie steht, muss um ein Jahr verschoben werden.

Der ursprüngliche Baustart hätte keinen Sinn ergeben

Ein Grund für diese Entscheidung ist der Versuch, eine Kostensteigerung einzudämmen. Zum anderen hätte der ursprünglich geplante Baustart in diesem Herbst einfach keinen Sinn ergeben: Die Turbinenhersteller machten nach Angaben Sporers, einer der GmbH-Geschäftsführer, eine Mindestlieferzeit von zehn bis zwölf Monaten geltend – die georderte Ware hätte etwa im Sommer geliefert werden können. Und damit wäre das eingetreten, was die Verantwortlichen unbedingt vermeiden wollen: Die Baustelle wäre bis zur Hochwasser-Gefahren-Phase nicht geräumt gewesen. Etwa sechs bis sieben Monate sind bei optimalem Verlauf für die Realisierung angesetzt – bis März, April will man fertig sein. „Jetzt werden wir im Herbst des nächsten Jahres anfangen, damit alles in der Niedrigwasser-Zeit im Winter 2017/2018 über die Bühne gehen kann“, sagt Sporer.

Manfred Sporer: "Wir dürfen nichts übers Knie brechen." 

Durch den Aufschub gewinnen die Verantwortlichen Zeit zur gewissenhaften Vorbereitung: zum einen, um die Turbinen rechtzeitig zu ordern, zum anderen, um Aufträge möglichst früh auszuschreiben, zu vergeben und dadurch Geld zu sparen. Nach Sporers Worten war absehbar gewesen, dass die Angebote, die Firmen für ausgeschriebene Arbeiten noch in diesem Jahr vorgelegt hätten, also relativ nah am geplanten Baustart, nach oben geschossen wären, weil die Auftragsbücher bereits gut gefüllt waren. „Wer aber mit der Ausschreibung früh dran ist, kann günstige Preise bekommen.“ Diese soll nun zeitnah für 2017 erfolgen. Sporer betont: „Wir müssen hier einfach auf Nummer sicher gehen und dürfen nichts übers Knie brechen. Das macht keinen Sinn.“

Naturschutzverbände hatten eine Schädigung des Fischstands befürchtet

Zudem durchforstete man die Planung nach Optimierungsansätzen und wurde zum Beispiel bei einer Fischaufstiegshilfe fündig. Ein Punkt, der nach Angaben Sporers auch von den Klägern angesprochen worden war, die gegen das Projekt vor Gericht gezogen waren. Naturschutzverbände hatten unter anderem eine Schädigung des Fischbestands in dem sensiblen FFH-Gebiet befürchtet. Das Verfahren wurde im Februar mit einem Kompromiss eingestellt – der Weg war frei.

Die fast vollständig unterirdische Anlage am Standort Raue Rampe, von der Technischen Universität München entwickelt, soll einmal 2,5 Millionen Kilowattstunden Öko-Strom pro Jahr erzeugen und damit 600 Haushalte versorgen. Turbinen werden wie der Generator in einem Schacht untergebracht. Wasser fällt von oben auf diese und fließt, nachdem es durchs Kraftwerk geströmt ist, ins Flussbett zurück.

Seit Jahren treiben die Gesellschafter das Projekt voran, das teurer werden dürfte als einst kalkuliert: Die erste grobe Kostenschätzung von 3,5 Millionen Euro ist veraltet. Sporer geht davon aus, dass „diese einen Aufschlag erfahren dürfte“

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