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Erfolgsmodell in Sachen Regionalvermarktung

Schaukäserei Ettal soll wachsen

Ettal - Anbau für zusätzlichen großen Reiferaum geplant. Zur Diskussion steht eine Investition in Höhe von bis zu 300.000 Euro.

Im vergangenen Jahr hat die Schaukäserei Ettal ihr zehnjähriges Bestehen gefeiert. Nun will sich das Vorzeigemodell für Regionalvermarktung verändern. Geplant ist, das Gebäude um einen 100 Quadratmeter großen Reiferaum zu erweitern. Der Bauantrag hat im Gemeinderat bereits Grünes Licht bekommen. Die Zustimmung der Genossenschaftsmitglieder steht allerdings noch aus. Deshalb ist Geschäftsführer Klement Fend zurückhaltend, was die Pläne angeht. „Wir haben zwar schon darüber informiert“, erklärt er. „Noch ist das Projekt aber nicht abgesegnet.“ In naher Zukunft soll die entsprechende Mitgliederversammlung stattfinden, in der es um die Erweiterungsdetails geht. Diese fanden im Gemeinderat schnell Zustimmung. Genauso wie bei einem Ortstermin mit Behörden-Vertretern, an den Bürgermeister Josef Pössinger in der Sitzung erinnerte: „Dabei gab es keine großen Einwände.“ 

Vorgesehen ist, den rückseitigen Eingangsbereich der Käserei umzugestalten. Links davon könnte der rechteckige Anbau entstehen. Dadurch würde der Zugang zum Verkaufsraum zwar schmaler. „Er wäre dann aber überdacht, was gerade im Winter ja von Vorteil ist“, sagte Gemeinderat und Genossenschaftsvorstand Pater Johannes Bauer. Und: Durch Fenster im Anbau können Besucher gleich einen Blick in den Reiferaum werfen. Benötigt wird der zusätzliche Raum schon länger, erklärt Fend. Der Platz reicht schon jetzt nicht mehr für alle Käselaibe. Deshalb sind die Verantwortlichen froh, eine externe Lösung gefunden zu haben. Ein Mitarbeiter verfügt in Untereglfing über ein eigenes Reifelager. Dorthin werde ein Teil des Käses derzeit in einem Salzbad gebracht. Künftig soll alles aber weniger kompliziert ablaufen. „Und wir wollen jedes Jahr ein bisschen wachsen“, erklärt Fend. Deshalb wird in den 12 mal 8,5 Meter großen Raum investiert. Gerechnet werde mit einem Betrag von bis zu 300 000 Euro. Und einer in Aussicht gestellten Förderung in Höhe von 50 000 Euro. 

Liegt auch das Ok der Genossenschaftsmitglieder vor, kann mit der Realisierung der Projektpläne begonnen werden. Möglich wäre ein Baubeginn im November oder April. Wobei Fend eher mit dem Frühjahrstermin liebäugelt. Bis zum Herbst möchte die Schaukäserei dafür ein weiteres Projekt in trockene Tücher bringen: die Erweiterung des Sortiments um den „Murnau-Werdenfelser“. Dieser Käse wird nur mit Milch von Kühen der bedrohten Rasse hergestellt. Wie berichtet, gab es Anfang Mai einen Testlauf. Demnächst soll die Produktion starten. Vorab muss Fend zufolge viel Organisatorisches geklärt werden. Etwa, wie die Milch gesondert angeliefert werden kann. Reine Zukunftsmusik ist hingegen ein Roboter, der in den Regalen des neuen Reiferaums arbeiten soll. Und durchs Fenster beobachtet werden kann, wie es im Gemeinderat hieß. „So einer kostet bis zu 400 000 Euro“, erklärt der Vorstand. Viel Geld. Vor allem, wenn erst einmal gebaut werden muss.

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