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Zukunft ungewiss: Die so genannte Rialtobrücke ist seit November 2015 gesperrt.

Gemeinderat Oberammergau

Schicksalstag für die Rialtobrücke

Oberammergau – Neubau, Sanierung oder doch ein Abriss? Für letzteres ist Oberammergaus Bürgermeister Arno Nunn. Am Mittwoch steht im Gemeinderat die Entscheidung an, wie es mit der maroden Rialtobrücke weitergeht. 

Zu den vielen Besonderheiten, die Oberammergau ausmachen, gehört der Pürschlingsteg. Eine Ammer-Überquerung, die einen nicht gerade ob ihrer Schönheit umhaut. Wegen ihrer geschwungenen Form wird sie aber trotzdem liebevoll Rialtobrücke genannt. Seit nun bald eineinhalb Jahren ist der beliebte, jedoch in die Jahre gekommene Überweg nun aber schon aus Sicherheitsgründen gesperrt. Ohne dass darüber entschieden wurde, wie es weitergeht. Das soll sich am kommenden Mittwoch ändern.

Dann steht in der Sitzung des Gemeinderats ein Antrag der Freien-Wähler-Fraktion auf der Tagesordnung: Sie will wissen, ob der Steg – bei dem die Bohlen massiv beschädigt sind – nun saniert oder durch einen Neubau ersetzt wird. Für Bürgermeister Arno Nunn (parteifrei) ist diese Formulierung jedoch nicht weit genug gefasst. „Meine persönliche Meinung ist, dass man die Brücke abreißen sollte.“

Wichtigstes Argument für ihn sind die hohen Kosten, die auf die Gemeinde zukommen. Ein Abriss wird mit rund 50 000 Euro kalkuliert, für die Sanierung wurden bislang immer 200 000 Euro angesetzt, ein Neubau würde unterm Strich rund 400 000 Euro kosten. Nunn hatte in der Vergangenheit schon mehrfach betont, dass der Pürschlingsteg nicht die einzige Ammer-Überquerung im Dorf ist. „Es gibt auf einem Kilometer vier Brücken“, unterstreicht er. Deshalb komme dem Steg keine herausragende Bedeutung zu. So werde es seinen Worten nach auch von anderer Seite gesehen. Denn die Versuche der Gemeinde, Fördertöpfe für die Sanierung oder den Neubau anzuzapfen, wurden abgelehnt. „Es braucht die Brücke nicht wirklich“, stellt der Bürgermeister klar.

Auch wenn Nunn ahnt, dass diese Meinung mitunter nicht von der Mehrheit des Gemeinderates geteilt werden könnte. „Es hängt Herzblut dran“, sagt er. „Ich denke, man will die Brücke erhalten.“ An diesem Montag kommen die Fraktionsführer zusammen, Mittwoch steht die Grundsatz-Entscheidung an. Die hätte es, wie berichtet, eigentlich schon im Herbst geben sollen. Zumindest wurde dieser Zeitplan von der Verwaltung vorgegeben. Dann hat es jedoch länger gedauert, bis alle Fördermöglichkeiten abgeklärt waren.

Im vergangenen Monat riss der Geduldsfaden bei Karl-Heinz Götz (Freie Wähler). Als er sich am Ende der damaligen Gemeinderatssitzung öffentlich erkundigte, was eigentlich mit dem Pürschlingsteg ist, bekam er eine einfache Antwort von Nunn: „Jede Fraktion darf gerne einen Antrag stellen.“

Vorteil der Verzögerungen: Inzwischen hat sich eine Firma aus Norddeutschland gemeldet, die über die Berichterstattung auf den Problemfall Rialtobrücke aufmerksam geworden ist. Wie der Bürgermeister erklärt, verfüge sie – anders als die Firmen in der Region – über eine Technik, mit der die Konstruktion von oben geöffnet und untersucht werden kann. Bei allen anderen Begutachtungen sei das Bauwerk nur von unten unter die Lupe genommen worden. Nunn erwartet von einer weiteren Untersuchung ein detaillierteres Schadensbild. Mitunter eines, das weniger negativ ist. Dann könnte auch die Sanierung eventuell billiger werden.

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