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Schädliches Insekt: Ein Borkenkäfer kriecht über eine befallene Fichte.

Appell an Waldbesitzer

Käferholz schnellstmöglich entfernen

Seehausen - Der Borkenkäfer ist im Anmarsch. Das Forstamt appelliert daher an die Waldbauern, so rasch wie möglich ihre Bestände zu kontrollieren.

Einen dringenden Appell hat Dr. Stephan Gampe vom Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten bei der Jahresversammlung der Waldbesitzer-Vereinigung Ammer-Loisach (WBV) im Seehauser Gasthof Zum Stern an alle Mitglieder gerichtet. Er riet ihnen, sich in ihren Wäldern nach vom Borkenkäfer befallenen Beständen umzusehen und diese so schnell wie möglich abzufahren. 

Denn: „Wir haben durch die Dürre 2015 drei Käfer-Generationen gehabt“, sagte der Forstexperte, „das kann sich ganz rasch zu einer Katastrophe entwickeln.“ Je schneller das befallene Holz aus dem Wald entfernt werde, desto mehr Chancen gebe es bei der Vermarktung. 

Sorge bereitet das schädliche Insekt auch Geschäftsführer Thomas Grebenstein. „Die Holzmenge, die wir heuer ernten werden, wird voraussichtlich in erster Linie vom Käfer bestimmt“, ist er sich sicher. „Wir raten unseren Mitgliedern zur Waldpflege, aber nicht zur Holzernte.“ Seine Prognose: „In den nächsten zwei, drei Jahren werden die Holzpreise nicht steigen.“ Befallene Bäume sollten sofort den Obmännern und den Revierleitern gemeldet werden, die über geeignete Lagerplätze Bescheid wissen. 

Der Sturm Niklas am 30. März 2015 habe große Schäden insbesondere im Norden des Landkreises Garmisch-Partenkirchen angerichtet, sagte er weiter. Besonders betroffen seien die Gemeinden Bad Bayersoien, Schöffau, Uffing und zum Teil auch Spatzenhausen. Das große Angebot an Holz habe sich massiv auf die Preise ausgewirkt: „Wurden zuvor Höchstpreise von etwa 100 Euro pro Festmeter erzielt, waren es hinterher nur noch um die 80 Euro.“ Insgesamt seien 2015 im Gebiet der Vereinigung 25 722 Festmeter Stammholz, 1436 Festmeter Papier- und Brennholz, 11 010 Kubikmeter Hackschnitzel und 110 Tonnen Spanplatten vermarktet worden. 

Gegenwärtig zähle die Organisation 870 Mitglieder mit einer Gesamtwaldfläche von 14 742 Hektar. Beim Sturm Niklas sei das Gebiet der Mitglieder noch glimpflich davongekommen, sagte dessen Vorsitzender Felix Wörmann. „Unsere Nachbarn im Norden hat es weit schlimmer erwischt.“ Meinhard Süß, scheidender Leiter des Forstbetriebs Oberammergau, bedauerte, dass die zunehmend in Städten lebende Gesellschaft sehr skeptisch gegenüber der Holznutzung sei. „Menschen leben aber immer vom Ressourcenverbrauch. Dabei ist der Rohstoff Holz unschlagbar“, sagte er. 

Von den Planungen für eine große Lagerhalle zur Trocknung von Hackschnitzeln wusste Georg Miller aus Leibersberg, Geschäftsführer der Bäuerlichen Hackschnitzel-Liefergesellschaft, zu berichten. So soll das 20 mal 45 Meter große Bauwerk in Achrain entstehen und mit einer solarbetriebenen Trocknungsanlage ausgestattet werden. Die Baukosten belaufen sich auf 360 000 Euro.

Heino Herpen

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