Schleifmühle anstelle der "Alten Säge"

Ohlstadt - Eine Schleifmühle zu errichten, die die Bedeutung der Wetzsteinmacherei für Ohlstadt wieder erlebbar macht: Das plant eine Interessensgemeinschaft aus Ohlstädter Bürgern. In der jüngsten Gemeinderatssitzung stellten sie ein erstes grobes Konzept vor.

Dort, wo heute die „Alte Säge“ steht, möchte die Interessensgemeinschaft die Schleifmühle entstehen lassen. Das Grundstück im Oberdorf umfasst rund 880 Quadratmeter und ist im Besitz der Gemeinde. Hier sollen eine vier auf vier Meter große Hütte sowie eine Überdachung für den Schleiftisch entstehen. Rundherum sollen Obstbäume gepflanzt werden (siehe Foto).

Stellvertretend für die Interessensgemeinschaft stellte deren Mitglied Franz Gaisreiter erste Pläne dazu vor. Demnach soll die einsturzgefährdete „Alte Säge“ an der Heimgartenstraße, die laut Fachbehörde auch nicht unter Denkmalschutz steht, abgerissen werden. „Das Grundstück ist ideal für eine Schleifmühle“, sagte der CSU-Gemeinderat. Unter anderem deshalb, weil ein Bach vorhanden ist, der für den Betrieb einer Schleifmühle unabdingbar ist.

Errichtet werden soll die Mühle als „Gemeinschaftsprojekt“. „Wir möchten so viele Bürger und Ortsvereine wie möglich einbinden“, sagt Gaisreiter. Ziel sei es, einen wichtigen Teil der Ohlstädter Geschichte für die Nachkommen zu bewahren, so lange noch Menschen da sind, die sich an die Wetzsteinmacherei im Ort erinnern können.

Was die Finanzierung angeht, hat die Interessensgemeinschaft noch keine detaillierten Kostenschätzungen erhoben. „Wir möchten erst eine grundsätzliche Aussage des Gemeinderats“, begründete Gaisreiter. In jedem Fall soll das Projekt die Gemeinde aber „so wenig wie möglich“ belasten. Viel soll über Eigenleistung der beteiligten Helfer gebaut und über Spenden finanziert werden.

„Sehr beeindruckend“ fand Bürgermeister Christian Scheuerer (parteifrei) die Pläne in der anschließenden Diskussion. Auch vom Rest des Gremiums kam viel Lob. Michael Strauß (NLO) etwa fand es „wünschenswert“ ein wichtiges Stück Ohlstädter Geschichte zu erhalten. Er befürchtete jedoch Lärmbelästigungen - etwa durch das Wasserrad - für die Anwohner. Franz Gaisreiter möchte die Mühle aber nur an gewissen Tagen in Betrieb nehmen, und so mehr Touristen in den Ort locken. Simon Sagmeister (BVO) forderte ein Parkplatzkonzept für das Gebiet um die Mühle. „Dann ist sie sicher eine Perle.“

Peter Steigenberger (NLO) kritisierte, dass für die Schleifmühle die echte alte Bausubstanz der „Alten Säge“ geopfert werden müsse, um die bloße Rekonstruktion einer Schleifmühle neu zu bauen. Dieser „Neuinterpretation der Vergangenheit“ konnte er nicht zustimmen. Franz Gaisreiter betonte indes, die Mühle solle „aus alten Material“ - unter anderem auch von der „Alten Säge“ - errichtet werden.

Mit der Gegenstimme von Peter Steigenberger befürworteten die Räte schließlich grundsätzlich den Bau einer Schleifmühle auf dem Grundstück der „Alten Säge“. Das Gemeindegrundstück werden sie dafür kostenlos zur Verfügung stellen. Als nächste Schritte sollen ein Finanzierungskonzept erstellt und Fördermöglichkeiten abgeklärt werden.

Franziska Seliger

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