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Jetzt geht‘s los: Zahlreiche Zuschauer finden sich im Start- und Zielbereich.

Ein ganzes Dorf hilft zusammen 

Wallgauer Schlittenhunde-Rennen: Da geht die Post ab

Wallgau ist auf den Hund gekommen – und wie. Ein ganzes Dorf hat bei der 25. Auflage des Schlittenhunde-Rennens zusammengeholfen und den rund 3000 Zuschauern damit ein tierisches Vergnügen bereitet.

Wallgau „Noch zehn, fünf Sekunden – vier, drei zwei eins und go“ – genau 112-mal hat an den zwei Renntagen am Wochenende Moderator Michael Matthes (60) aus Leipzig Mensch und Tier auf den Weg geschickt. Beim 25. Hundeschlitten-Rennen des Skiclubs Wallgau sind 56 Musher mit ihren Gespannen auf die vier von Streckenchef Josef Klement ausgesteckten Trails abgebraust. Prächtige Stimmung herrschte vor allem im Start- und Zielraum im Hofgarten, wo sich die meisten der etwa 3000 Zuschauer eingefunden hatten.

Informationen aus fachkundiger Hand gab’s vom Mann am Mikro. „In diesem Jubiläumsrennen starten in den zwei Kategorien ,reinrassig‘ und ,offene Klasse‘ neben Sibirian Huskys und Alaska Malamuts auch Jagdhunde“, teilte Matthes, zugleich auch Vorsitzender des mitveranstaltenden Fränkischen Schlittenhunde-Sportclubs (FSSC), mit. Neben den üblichen Einer-, Zweier-, Vierer-, Achter- und Zwölfer-Gespannen gingen in der Sprintwertung über vier Kilometer auch Teilnehmer auf Langlauf- und Tourenskiern in der Kategorie Skijöring mit einem Hund oder zwei Hunden ins Rennen. „Mensch, was haben die für ein Tempo drauf“, meinte ein an der Startgeraden postierter Zuschauer. „Das sind bestimmt 30 Stundenkilometer.“ So falsch lag er damit nicht, denn die 37 Kilometer lange Strecke nach Vorderriß und zurück wurde von den Gespannen in etwas mehr als eineinhalb Stunden durchlaufen.

„In diesem Rennen können die Teilnehmer wichtige Punkte für den Deutschen Schlittenhunde-Sportkader sammeln“, verdeutlichte Ansager Matthes. „Die Nominierten dürfen an Europameisterschaften teilnehmen.“

Gerhard „Coco“ Unterrainer aus Bad Hindelang als Dritter der Deutschen Meisterschaft ärgerte sich am Sonntag über einige Zuschauer, die am ersten Renntag einige Hinweisschilder verdeckt haben. „Deshalb bin ich zweimal verkehrt abgebogen und nur Neunter geworden. Ansonsten aber waren die Trails hervorragend präpariert.“ Das ging Streckenchef Klement runter wie Öl. „Vor zwei Wochen hat es auf die Trails geregnet, dann gefroren und wieder geschneit. Auch ein erneuter Regen hätte nichts mehr ausgemacht, deshalb konnten wir allen mitteilen, dass bei uns gestartet wird.“

Als Anreiz für die jüngsten Zuschauer hatte der Skiclub einen Rundkurs eingerichtet, auf dem sie in dem von Toni Neuner (Henser) zur Verfügung gestellten Skidoo mit Anhänger sitzend gezogen wurden und die etwas Älteren selbst mit einem kleinen Gefährt zwei Runden drehen durften. Für die Erwachsenen waren im Start- und Zielgebiet zahlreiche Stände eingerichtet, an denen es neben den üblichen Utensilien für Hundebesitzer gebrannte Mandeln und als Anziehungspunkt für Kinder auch Sibirian Huskys als Plüsch- und Knuddelhunde zu kaufen gab.

Für das leibliche Wohl hatte der Skiclub in einem Kaffee- und Kuchenzelt gesorgt. Laut Petra Schandl von der Tourismus-GmbH Alpenwelt Karwendel war Kulinarisches in Hülle und Fülle vorhanden. „Denn die Frauen im Dorf haben 160 Kuchen gebacken.“ Die Arbeit ging auch dem Küchenteam um Claudia Achner im Festzelt nicht aus. Heiß begehrt bei knackigen Temperaturen war die Erbensuppe. Ein Lob gab es von Sepp Winzinger aus Krün. „Eine Super-Veranstaltung mit idealen Wetterbedingungen, vielen Gästen aber auch vielen Einheimischen und Bekannten.“

Ein positives Fazit zog auch Skiclubchef Hendrik Gause. „Die wochenlangen Vorbereitungen haben sich gelohnt. Wir waren mit 60 Streckenposten und weiteren 40 Mitgliedern und Helfern im Einsatz – und sogar das Bayerische Fernsehen hat über unser Jubiläumsrennen berichtet.“

Wolfgang Kunz

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