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Nicht zum Nulltarif: Urlauber, die Schloss Linderhof besuchen wollen, müssen weiter regulär Eintritt bezahlen.

Bayerisches Finanzministerium lehnt Aufnahme weiter ab 

KönigsCard ohne Königsschlösser

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Die Schlösser Neuschwanstein und Linderhof sind Touristen-Attraktionen: Doch ein kostenloser Eintritt, der über die KönigsCard ermöglicht würde, ist nach wie vor kein Thema. 

Oberammergau – Wenn fünf Regionen, sogar über die Landesgrenze hinaus, ein gemeinsames Produkt mit Leben erfüllen, um Gäste zu binden, muss das einen Mehrwert haben. Im Jahr 2009 schlossen sich das nahe Tirol mit der Naturparkregion Reutte, das Ostallgäu und die Ammergauer Alpen zusammen und riefen die KönigsCard, eine All-Inclusive-Gästekarte, ins Leben. Später sollte noch das Blaue Land folgen, und seit Mai ist nun auch der Pfaffenwinkel rund um Rottenbuch mit an Bord. Insgesamt 500 Vermietungsbetriebe aus diesen Gebieten bieten ihren Gästen die Karte mittlerweile an, mit der Urlauber über 250 Leistungen – Bergbahnen, Bäder, Busse, Museen, und so weiter – in Anspruch nehmen können. Zum Nulltarif. Großer Beliebtheit erfreut sich besonders die kostenlose Benutzung der RVO-Busse.

Nur die zwei Hauptsehenswürdigkeiten in dieser Tourismus-Region sind weiterhin außen vor, wenn es gilt, hier mitzumachen. Das Bayerische Finanzministerium sieht offenbar keine Notwendigkeit, die Initiative zu unterstützen. Dieser Umstand stößt Florian Streibl, Landtagsabgeordneter der Freien Wähler, sauer auf: „Finanzminister Söder lässt damit wieder eine Chance verstreichen, dem Tourismus und damit der Wirtschaft in diesen Gebieten zu helfen. Hier wird im besten Sinne Regionalität verkauft, und den Urlaubern Bayern von seiner besten Seite gezeigt.“ Es sei inkonsequent, so Streibl, die Leuchttürme des Tourismus in der Region hier herauszuhalten.

Florian Streibl kritisiert Minister Söder

Die Nutzer der Karte sind jedenfalls begeistert, dass sie so viele Leistungen – von der Klosterführung in Wessobrunn über die Schifffahrt auf dem Plansee bis zum Mieten von E-Bikes in Oberammergau – kostenlos nutzen können. Vor kurzem etwa schrieb Lay Emil Samuel Claß aus Böblingen ins Gästebuch der KönigsCard-Internetseite: „Danke, dass es diese Karte gibt, sehr toll! Wir hatten einen wunderschönen Urlaub und dank dieser Karte noch einiges zusätzlich in der Umgebung erlebt. Weiter so!“

Bereits 2011 hatte es das Ministerium abgelehnt, der Karten-Allianz beizutreten. Auf Anfrage erklärte gestern Dennis Drescher von der Pressestelle des Hauses, dass man dem Ansinnen „trotz intensiver Prüfung des Sachverhalts“ wieder negativ gegenüber stehe: „Die Aufnahme von Neuschwanstein und Linderhof ist leider nicht möglich.“ Bereits heute, ohne zusätzliche Marketingmaßnahmen wie zum Beispiel der KönigsCard, würden beide Schlösser an ihre Kapazitätsgrenzen hinsichtlich der täglichen Besucherzahl stoßen. Hier widerspricht Streibl: „In Linderhof sind die Zahlen seit 2011 rückläufig (2016 : 430 000 Besucher), in Neuschwanstein seit 2014 (2016 : 1,4 Millionen).“ Dennoch befürchtet Drescher: „Ein Anstieg der Gästezahlen würde den Erhalt dieser Schlösser gefährden. Wir wollen unsere einzigartigen Kulturgüter jedoch dauerhaft erhalten und für jedermann zugänglich machen.“ Immerhin: Die Dauerausstellung im Königshäuschen im Linderhofer Park kann seit 2012 mit der KönigsCard kostenlos besucht werden.

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