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Freut sich über das neue Konvolut über Ödön von Horváth: Museumsleiterin Dr. Sandra Uhrig (4.v.l.). Beim Erwerb der Dokumente halfen (v.l.) Bernd Schröter (Präsident Lions-Club), Gabi Rudnicki, Jonas Meyer-Wegener, Georg Büttel (alle von der Horváth-Gesellschaft), Dr. Michael Rapp (Erster Vorsitzender Förderkreis Schloßmuseum) und Dr. Marion Hruschka (Erste Vorsitzende Historischer Verein).

Schriftstücke werden im November 2016 öffentlich präsentiert

Eine kleine Horváth-Sensation

Murnau - Besonderes Geschenk: Das  Schloßmuseum Murnau erhält eine Sammlung mit teils sehr persönlichen Dokumenten aus dem Nachlass des Schriftstellers. 

Dieses Geschenk konnte sich wahrlich sehen lassen. Gabi Rudnicki, Erste Vorsitzende der Ödön-von-Horváth-Gesellschaft, überreichte ein Konvolut an Dokumenten aus dem Nachlass des berühmten Schriftstellers (1901 bis 1938), das sie erst kürzlich in Wien erworben hatte, als Dauerleihgabe an die Leiterin des Schloßmuseums, Dr. Sandra Uhrig. Zunächst hatte sich Rudnicki, die mit großer Schachtel samt roter Schleife erschienen war, noch geheimnisvoll gegeben. Kurz darauf lüftete sie den Schleier und präsentierte im Besprechungsraum des Museums diese kleine Sensation.

Inhaltlicher Schwerpunkt der über 20 Schriftstücke ist dabei Horváths Zeit in Murnau. Beginnend bei seinem Taufschein, einem handgeschriebenen Kindergedicht, das er im Alter von sechs Jahren in ungarischer Sprache verfasste, reicht der biografische Bogenschlag über Stück-Verträge mit Verlagen, seinen 1934 in Berlin erworbenen Führerschein bis hin zur 1938 in Paris ausgestellten Sterbeurkunde, nachdem der Autor bei einem Sturm von einem Ast erschlagen worden war. Sogar jene Postkarte, die Horváth einen Tag vor dem tragischen Tod an seinen Bruder Lajos schrieb, der damals in Zürich lebte, ist darunter.

„Die Sammlung befand sich im Besitz von Professor Ulrich Schulenburg, Geschäftsführer des Wiener Thomas-Sessler-Verlages, bei dem die Horváth-Aufführungsrechte lagen“, erklärte Rudnicki dazu. „Es freut uns sehr, dass diese größtenteils sehr persönlichen Dokumente in Murnau, dem Ort, wo Horváth die meiste Zeit seines Lebens verbrachte, ihre Heimat finden.“ Für die Finanzierung des Konvoluts, das mit 27 000 Euro zu Buche schlägt, hatten der Förderkreis Schloßmuseum 5000 Euro, der Historische Verein ebenfalls 5000 Euro sowie der Lions-Club Murnau-Staffelsee, die Peter-Horváth-Stiftung und private Spender jeweils 3000 Euro zur Verfügung gestellt. Den Rest von 8000 Euro hatte die Horváth-Gesellschaft selbst übernommen.

Strahlend nahm Museumsleiterin Uhrig nun das Konvolut in Empfang: „Wenn viele zusammenwirken, kann man Großes anschaffen“, sagte die Kunsthistorikerin, die betonte, dass mit den Dokumenten vor allem Forschung über Leben und Werk des Literaten betrieben werden sollen. Und der Zweite Vorsitzende der Horváth-Gesellschaft, Theaterregisseur Georg Büttel, ergänzte: „Sie dienen auch dazu, die historische Wahrheit herauszufinden.“

Die in Zukunft im Museum verwahrten Schriftstücke werden dort zum ersten Mal im Rahmen der Horváth-Tage im November 2016 der Öffentlichkeit präsentiert.


Heino Herpen

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