Randale in der WG

Schnitzschüler schlägt Mitbewohner

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Oberammergau - Streit eskaliert: Ein Schnitzschüler (27) hat einem Mitbewohner mit der Faust ins Gesicht geschlagen. Die Staatsanwaltschaft beantragte seine Einweisung in die Psychiatrie. 

Im Sommer vor fast zwei Jahren ging es in einem Haus in Oberammergau hoch her. Laute Musik mitten in der Nacht – da eskalierte ein Streit. Dabei soll ein Schnitzschüler (27) einem Mitbewohner, der sich wegen des Lärms beschwert hatte, mit der Faust ins Gesicht geschlagen haben. Anschließend habe der Rabauke dem Vermieter auch noch einen Hammer hinterher geworfen, der jedoch gegen die Wand krachte. Nun ist die Angelegenheit vor dem Landgericht München II. Es geht allerdings nicht um eine Strafe, sondern darum, ob der 27-Jährige in die Psychiatrie eingewiesen wird. Der junge Mann ist vermutlich nicht schuldfähig, weil er unter Schizophrenie leidet.

Der 27-Jährige erzählte vor Gericht erst einmal die Vorgeschichte. Zuerst sei er allein im Haus gewesen, dann aber seien elf weitere Leute eingezogen, alles Schnitzschüler. „Das war katastrophal“, sagt er, „in Küche und Bad hat es ausgesehen wie Sau. Ein riesiger Sauhaufen.“ Im Haus habe es gestunken, Fliegen seien rumgeflogen, und sogar Maden sollen im Haus gewesen sein. Er selbst habe sein Geschirr nach dem Essen immer sofort abgespült, beteuert er. Doch die anderen nicht. Dennoch hätten sie immer alles auf ihn geschoben. „Die haben mich als Sündenbock hingestellt. Ich hatte den Eindruck, die waren irgendwie gegen mich.“ Er habe alles in sich hinein gefressen. Bis dann am 19. Juli 2014 alles aus ihm herausgebrochen sei.

Die Staatsanwaltschaft sieht den Fall indes anders und hat beim Angeklagten eine Einweisung in die Psychiatrie beantragt. In der besagten Nacht sei er mit Freunden im Zimmer eines Mitbewohners gesessen, wo sie Bier getrunken und „ziemlich laut“ Musik gehört hätten. Gegen fünf Uhr früh sei ein weiterer Schnitzschüler, der im Stockwerk darüber wohnte, gekommen: „Er hat uns total hysterisch angeschrien. Ob wir spinnen.“ Die kleine Zimmer-Party löste sich daraufhin auf, doch der 27-Jährige war stinksauer, dass der Mitbewohner ihn dermaßen angeschrien hatte. Deshalb sei er in sein Zimmer gelaufen und habe die Musik richtig aufgedreht. Daraufhin habe der Mitbewohner den Strom abgedreht, sei zu ihm ins Zimmer gekommen, habe ihn zu Boden geworfen und ihm mit erhobener Faust gedroht. Er selbst habe den Widersacher keinesfalls geschlagen, beteuert der 27-Jährige. Er wisse nicht, wieso das in der Antragsschrift steht. In den Akten ist allerdings von einer Schädelprellung und einem blauen Auge die Rede.

Wegen des Krachs stand nach einigen Minuten der Vermieter auf der Matte. Noch immer in Rage, packte der Beschuldigte einen Steinmetzhammer, warf ihn dem Vermieter vor die Füße und schrie ihn an: „Kümmer’ dich um deinen eigenen Scheiß!“ Er habe aber nicht auf den Mann gezielt. „Ich wollte niemandem etwas Böses.“

Allerdings war der Angeklagte früher schon mit Psychosen aufgefallen. Zu Straftaten hat sich der Beschuldigte ebenfalls hinreißen lassen. So habe er Alkohol gestohlen, Polizisten beleidigt und einen Mann geschlagen, der ihm die Freundin ausgespannt hatte.

Nun wolle er aber einen „Cut“ machen und nach vorn schauen. Im September will er ins dritte Lehrjahr zum Holzbildhauer einsteigen und seine Ausbildung fertigmachen. Der Prozess dauert noch an.

Rubriklistenbild: © dpa

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