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Die Karten sind gemischt: Projektleiter Michael Fischer (M.) will mit den Schülern des P-Seminars ein öffentliches Pokerturnier in der Aula veranstalten.

Staffelsee-Gymnasium

Pokern in der Schule - ganz offiziell

Murnau - Gepokert wird längst nicht nur in Casinos, Hinterzimmern oder über Online-Anbieter. Selbst am Staffelsee-Gymnasium Murnau dreht sich in einem P-Seminar alles um das Kartenspiel. Die Schüler stellen in der Aula sogar ein öffentliches Turnier auf die Beine.

Pokern ist nicht nur reines Glücksspiel, sondern hat auch mit mathematischen Wahrscheinlichkeiten zu tun – das lernen 14 Schüler der Q11 des Staffelsee-Gymnasiums Murnau im Rahmen eines P-Seminars im Leitfach Mathe. Das Projekt „Poker – Glücksspiel oder Strategie“ rief Mathematiklehrer Michael Fischer im vergangenen September ins Leben. „Ich spiele selbst gerne Poker und möchte den Schülern den mathematischen Aspekt der beliebten Spielvariante Texas Hold’em mit 52 Karten nahe bringen“, sagt Fischer.

Ziel ist es, am Ende des Jahres ein öffentliches Pokerturnier in der Schulaula zu veranstalten. Dabei wird nicht um Geld gespielt. Die Anzahl der Gewinne jedes Turnierteilnehmers wird aufgezeichnet, und die besten Spieler erhalten Sachpreise.

Eine solche Veranstaltung zu planen, erfordert Organisationstalent und Teamgeist. „Die Schüler arbeiten weitgehend selbständig“, erklärt Fischer stolz. Um das Event möglichst authentisch zu gestalten, legen die Gymnasiasten eine exakte Turnierstruktur fest. Außerdem wollen die Seminarteilnehmer für die finalen Runden professionelle Pokertische anschaffen. Hierzu müssen Sponsoren ausgemacht werden, die Preise und Kosten finanzieren. Dafür sind die Schüler voll verantwortlich – ebenso wie für die Werbung. Bei dem Turnier spielen sie zwar nicht aktiv mit, aber die Jugendlichen im Alter von 16 bis 18 Jahren kümmern sich um die Verpflegung der Teilnehmer und regeln selbständig den Ablauf des Abends inklusive Kartendealen.

Zur Vorbereitung treffen sich die Gymnasiasten seit Herbst 2015 einmal wöchentlich mit Fischer. Er gibt nur grundsätzliche Anregungen und hält sich weitestgehend im Hintergrund. „Die Schüler sind sehr engagiert und stimmen gemeinsam über alle Schritte ab.“ Genauso habe er sich das vorgestellt. Fischer zufolge ist es für die jungen Leute eine wichtige Lernerfahrung, Umsetzung und Organisation einer solchen Veranstaltung zu übernehmen.

Dazu brauchte es nicht viel Überredungskunst. Seminarteilnehmer Simon Wild war von dem Konzept sofort begeistert: „Ich habe das Seminar gewählt, weil ich wissen wollte, wie viel Planung es benötigt, um ein solches Turnier auf die Beine zu stellen. Für mich ist Poker ein sehr interessantes und abwechslungsreiches Spiel, das bei jedem Zug volle Konzentration erfordert.“ Auch Lucia Herzner freut sich auf neue Erfahrungen: „Ich möchte das Spiel aus einem anderen Blickwinkel betrachten und interessiere mich besonders für den mathematischen Aspekt.“

Constanze Wilz

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