Der Krippenbau am Kindergarten, der hier von Bürgermeister Manfred Sporer präsentiert wird, hat mehr gekostet, als ursprünglich geplant. Foto: as

Schulden steigen stetig

Grossweil - Die Haushaltslage der Gemeinde Großweil ist angespannt - und wird das auf die nächsten Jahre wohl auch bleiben. Den genauen Finanzstatus der Loisachgemeinde erörterten Kämmerer Christoph Gratz und Rathauschef Manfred Sporer nun in der Bürgerversammlung.

1 455 000 Euro - so lautet der Schuldenstand zum Jahresende 2015. Das sind 95 000 Euro mehr als Ende 2014. Bedenklich ist die Tendenz: Seit 2010 steigt die Summe der Verbindlichkeiten kontinuierlich.

1 455 000 Euro: Das entspricht, wie Kämmerer Christoph Gratz darlegte, einer Pro-Kopf-Verschuldung von rund 1000 Euro - deutlich über dem Landesdurchschnitt vergleichbarer Kommunen (700 Euro). „Das sollte eigentlich nicht sein“, sagte der Finanzverwalter.

Bürgermeister Manfred Sporer (CSU/Dorfgemeinschaft) stellte dem hohen Schuldenstand die vielen Großprojekte gegenüber, die die kleine Gemeinde in den vergangenen Jahren realisiert hat. Sporer erinnerte etwa an den Gehwege-Bau entlang der Kleinweiler Straße, an die Erweiterung des Freizeitheims, die Realisierung des neuen Feuerwehr-Gerätehauses und der Kinderkrippe.

Letztere ist der Kommune etwas teurer geraten, als ursprünglich geplant. Laut Gratz lag die Kostenschätzung bei 635 000 Euro. Wegen nicht einkalkulierter Maßnahmen im Brandschutzbereich kletterte die Investitionssumme auf letztlich 674 000 Euro. Davon abziehen muss man jedoch die 380 000 Euro, die die Gemeinde noch an staatlicher Förderung bekommen wird.

Alles in allem bezeichnete Gratz die Haushaltslage derzeit als „sehr angespannt“. Und das, obwohl 2015 ein „sehr erfreuliches Jahr“ gewesen sei. Ein Jahr, in dem die Steuerkraft der Gemeinde „stark angestiegen“ sei. Knapp 1,3 Million Euro kamen laut Gratz 2015 insgesamt an Steuereinnahmen zusammen. Den Löwenanteil bescherten die Einkommens- (rund 766 000 Euro) und die Gewerbesteuer. „Die Einkommenssteuer haben wir kalkuliert“, teilte Gratz seinen Zuhörern mit. Die erfreulichen 125 000 Euro mehr an Gewerbesteuer (Ansatz: 150 000 Euro) hatte man dagegen nicht auf dem Schirm.

Grund für die höheren Einnahmen waren laut Gratz unter anderem Nachzahlungen. „Den Unternehmen geht‘s gut“, bilanzierte der Kämmerer. Trotzdem riet Gratz zu Sparsamkeit in den nächsten Jahren und stellte angesichts des Schuldenstandes klar: „Viel Spielraum für freiwillige Leistungen besteht nicht.“

Im Bereich Abwasser stehen zudem große Investitionen an. „Die Kläranlage soll optimiert werden.“ Geschätzte Kosten: rund 550 000 Euro. Möglicherweise könnte damit noch heuer begonnen werden. Die Preise für Abwasser könnten als Folge davon steigen. Aktuell liegen sie bei 1,60 Euro pro Kubikmeter Abwasser. Um wie viel die Preise für die Bürger steigen werden, dafür sei zunächst eine Gebührenkalkulation notwendig. (Franziska Seliger)

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