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Tendenz fallend: Die Schülerzahlen sind in der Grundschule Wallgau-Krün in den vergangenen zehn Jahren stark gesunken.

Kampf gegen demografischen Faktor

Geburten-Rückgang: Bürgermeister alarmiert

Krün/Wallgau - Die Geburtenzahlen – besorgniserregend. Schon jetzt stehen Kindergärten und Schulen in Wallgau und Krün halb leer. Eine Entwicklung, die alarmiert. 

Fakten lügen nicht: Seit 2006 haben die Schülerzahlen in Krün und Wallgau mehr oder weniger kontinuierlich abgenommen – von 154 (2006) auf 86 (2016). Natürlich muss dabei die Schließung der Teilhauptschule vor einigen Jahren berücksichtigt werden. Trotzdem: „Es wird so auf Dauer nicht funktionieren, davor können wir nicht die Augen verschließen“, mahnt Krüns Bürgermeister Thomas Schwarzenberger (CSU). Im Verbund mit seinem Wallgauer Amtskollegen Hansjörg Zahler (CSU) will er nun den „Kampf gegen die Demografie“ aufnehmen. Bei einer für den 1. Juni geplanten Diskussionsrunde mit Schul- und Jugendamt, Lehrern, Elternbeiräten und Gemeindevertretern soll dieses brisante Thema ergebnis-offen und konstruktiv diskutiert werden.

Aus Sicht der Kommunen ist dieser Schritt richtig und notwendig. Denn sowohl Wallgau als auch Krün unterhalten jeweils Schulhäuser und Kindergärten. Viele Räume stehen mangels Kinder und Jugendlicher leer. Doch die Kosten für Inventar und Erhalt werden nicht weniger. Auch die Realisierung eines offenen Ganztagsangebots ist angesichts einer Schule in zwei Häusern nicht möglich.

Deshalb begrüßt die zuständige Schulrätin Gisela Ehrl die Initiative der Bürgermeister. „Denn eine Zersplitterung auf zwei halbleere Schulen ist auch keine Lösung“. Zumal beide künftig „auf eine erste Klasse dauerhaft zusteuern“.

Im kommenden Schuljahr geht Rektorin Jutta Teschner von 16 ABC-Schützen aus. 2017/2018 sollen’s 19 sein, und 2018/2019 folgt sogar ein „starker Jahrgang“ mit prognostizierten 39 Erstklässlern. „Deshalb muss man nichts übers Knie brechen oder voreilig entscheiden“, mahnt Teschner. „Nur eine gut überlegte Planung hat auch Zukunft und findet Zustimmung bei allen Beteiligten.“

Dabei schwingt bei ihr wohl die Sorge mit, dass bei dem Treffen folgendes Szenario diskutiert wird: Künftig in einem Ort die Schule, im anderen Dorf der Kindergarten – was wirtschaftlich sicherlich sinnvoll ist, aber gesellschaftspolitisch? Keine Frage: Dann schlägt auf alle Fälle die Stunde der Lokalpatrioten, die um den Erhalt ihrer Häuser beherzt kämpfen werden.

Die Rektorin aber versucht, das Problem weitaus rationaler zu artikulieren. „Die Arbeit am Schulprofil kann bei einem Schulhaus effektiv und sinnvoll vorangebracht werden“, räumt Teschner ein. Aber: „Im Augenblick ist hierfür keines der beiden Schulhäuser ideal.“ In der Tat müssten für ein schlüssiges Konzept kostenintensive Umbaumaßnahmen getätigt werden. Laut Teschner benötigt man beispielsweise „Rückzugsmöglichkeiten fürs eigenständige Lernen“. Ganz abgesehen von Computer- und Medienräumen.

Damit rennt Teschner bei Wallgaus Rathauschef Zahler offene Türen ein. Doch eines steht für ihn ebenso unumstößlich fest: „Wir müssen auf diese demografischen Veränderungen reagieren.“ Am besten mit zukunftsfähigen Schulen und Kindergärten.Christof Schnürer

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