So soll es einmal ausschauen - das Projekt von Christian Zott in Unterammergau. Sofern es denn realisiert wird.

Schulungs- und Entwicklungszentrum Weiherfeld in Unterammergau 

Knappe Mehrheit für ein Museum

Unterammergau - Die Gemeinde Unterammergau soll ein privates, öffentliches Museum bekommen. Zumindest auf dem Papier. Zwei Fragen stehen im Raum: Wann und ob überhaupt gebaut wird.

Dass ein Beschluss nur knapp eine Mehrheit bekommt, das passiert im Unterammergauer Gemeinderat nicht so oft. Kurz vor Weihnachten ist der seltene Fall eingetreten: Da hat es ein Thema sogar geschafft, die Gemüter zu erhitzen. Nach längerer Diskussion kam dann gerade mal eine 6:5-Mehrheit zustanden. Sie hat zur Folge, dass Michael Zott nicht nur das geplante Schulungs- und Innovationszentrum mit Ferien-Chalets am Weiherfeld bauen darf, sondern auch einen Bereich davon auch als öffentliches Museum nutzen kann. Diese Neuerung hatte der Tekturantrag Zotts zum Inhalt.

Nötig war dieser geworden, weil den Gemeinderäten, wie berichtet, die Informationen nicht ausgereicht haben. Grundsätzlich gibt es für das ambitionierte Projekt bereits seit fünf Jahren Grünes Licht vom Landratsamt. 2012 hatte Zott erklärt, es für vier Jahre auf Eis zu legen – um sechs Millionen Euro in Singapur zu investieren. 2015 hatte der Unternehmer dann mehrere Verlängerungen der vorliegenden Genehmigungen beantragt. Diese wurden praktisch ohne großen Diskussionen vom Gemeinderat durchgewunken. Anders war es dann, als im November dieses Jahres plötzlich der Antrag auf Museumsflächen auf dem Tisch lag. Dies kam für die Lokalpolitiker überraschend.

Der nachgereichte Tekturantrag wurde bereits im Bauausschuss vorberaten – trotzdem tat sich der Gemeinderat mit der Entscheidung nun nicht leicht. „Ich habe den Eindruck, dass da etwas ganz anderes entstehen soll, als ursprünglich geplant war“, sagte Schärfl Alfred (FUZ). Dass seit zehn Jahren doch eigentlich gar nichts passiert, monierte Peter Speer (Freie Wähler). Worte, die Bürgermeister Michael Gansler (FDU) so nicht stehenlassen wollte. Er erinnerte leicht aufgebracht daran, dass der Zeitraum, seit der Bauantrag genehmigt worden war, um die Hälfte geringer ist: „fünf bis sechs Jahre“. „Da müssen wir nicht wieder zu diskutieren anfangen.“ Auch deshalb nicht, weil damals nicht festgelegt wurden, in welchem Zeitrahmen nach der Genehmigung das Vorhaben umgesetzt werden muss. „Er hat den Plan eingereicht, also gehen wir davon aus, dass er auch baut“, betonte Gansler.

Sein Listenkollege Johannes Schärfl erklärte, dass für ihn die neuen Pläne gut in das Konzept für die touristische Nutzung passen würden. Er hält es für eine „Attraktivitätssteigerung“, wenn im Weiherfeld Bilder ausgestellt werden. Gans anders sah das Speer: „Wenn wir ehrlich sind: Wer baut denn ein Museum?“ Letztendlich vertraute die Mehrheit des Gremiums aber darauf, dass Zott seine Schulunszentrums-Vision von dem Gebiet östlich des Dorfes auch wirklich wahr werden lässt.

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