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Stellt die aktuellen Projekte vor: Bürgermeister Hubert Mangold (r.) leitet die Bürgerversammlung im Mehrzweckhaus. 

Verbesserung der Nahversorgung in Grafenaschau

Dorfladen: Baustart noch im Juli

Schwaigens Großprojekt, die Schaffung eines Dorfladens, gewinnt an Fahrt: Noch im Juli soll Baustart sein.

Grafenaschau – Jetzt ist es soweit: Der erste Spatenstich für den Dorfladen in Grafenaschau soll Ende Juli erfolgen. Dies hat Bürgermeister Hubert Mangold (parteilos) auf der Bürgerversammlung vor rund 90 Besuchern im Mehrzweckhaus bekanntgegeben. Wie berichtet, wird die Gemeinde Schwaigen im Ortszentrum besagtes Ladengeschäft auf einem eigenen Grundstück errichten, um die Nahversorgung für die Bevölkerung zu sichern.

    Das Gebäude, das über eine Verkaufsfläche von 175 Quadratmetern, einen Touristikbereich von 25 Quadratmetern und eine Wohnung im ersten Stock verfügen wird, ist mit rund 990 000 Euro kalkuliert, wobei ein Zuschuss in Höhe von 182 400 Euro aus der europäischen Leader-Förderung fließt. „Der Bauplan ist vom Landratsamt Garmisch-Partenkirchen mit einigen kleinen Änderungen genehmigt worden“, sagte der Rathauschef. Auch die Zusage für einen vorzeitigen Beginn liege vor. Der Auftrag für den Fachplaner, die Erd- und Baumeisterarbeiten seien vom Gemeinderat vergeben, das Sicherheitskonzept beschlossen worden. Als ebenso erfreulich wertete Mangold, dass die Betreibergesellschaft aus sechs Personen kurz vor ihrer Gründung steht. In einem Auswahlverfahren wurden durch die Arbeitskreise Bettina Lang, Irene Schmidt, Christine Bachmann, Lilly Schwarzer, Melanie Kusch und Thomas Stahl für diese Tätigkeit bestimmt. Auch weiterhin seien die drei Arbeitskreise bei der Entwicklung des Ladens unterstützend tätig, erklärte Mangold. Gegenwärtig werde die Homepage hierfür entworfen.

    Für alle Beteiligten steht jetzt eine Menge Arbeit ins Haus: So müssen unter anderem eine Liste aller Einrichtungsgegenstände erstellt, geeignete Lieferanten gefunden, Mitarbeiter geschult und passende Berufskleidung ausgewählt werden.

    Auch den Sachstand beim Seniorenheim Lindenhof, das im Laufe des Jahres 2018 nach Schlehdorf verlegt werden soll, streifte der Bürgermeister. „Die Gemeinde hat sich die Planungshoheit für das Areal gesichert – und für die nächsten zwei Jahre wurde eine Veränderungssperre erlassen. Wir müssen jetzt innerhalb dieser Zeit das Gelände überplanen.“ Keine Frage, dass auch die Mure am Hechendorfer Berg wieder zur Sprache kam. Wie von Mangold verlautete, habe das Bayerische Umweltministerium der Gemeinde bei einem Treffen im vergangenen Dezember nahegelegt, ein Konzept für den Umgang mit der gewaltigen Rutschung zu erstellen. „Wir wären dann für die Mure verantwortlich“, ärgerte sich Mangold. „Wir würden dann zwar für diese Maßnahmen 70 bis 75 Prozent Förderung bekommen, aber es können dann durchaus zweistellige Millionenbeträge anfallen, die die Gemeinde nicht auf sich nehmen kann.“ Weitere Treffen seien geplant.

   Wie vom Kämmerer der Verwaltungsgemeinschaft Ohlstadt, Christoph Gratz, zu erfahren war, ist die Haushaltslage der Gemeinde Schwaigen als geordnet zu bezeichnen. Dies hänge mit dem niedrigen Schuldenstand von 162 000 Euro und den Rücklagen von 961 000 Euro (jeweils am 31. Dezember 2016) zusammen: „Allerdings müssen wir wegen des Bauvorhabens Dorfladen unsere Rücklage ganz schön plündern“, erklärte er. „Ich sehe die Gemeinde aber auf einem guten Weg.“

Heino Herpen

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