So könnte das Lindenhof-Areal künftig aussehen. Zur Orientierung: In dem Modell zieht sich von rechts unten nach links oben die Aschauer Straße.
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So könnte das Lindenhof-Areal künftig aussehen. Zur Orientierung: In dem Modell zieht sich von rechts unten nach links oben die Aschauer Straße.

Innere Mission meldet sich zu Wort

Grafenaschau soll Dorfkern bekommen - Lindenhof-Eigentümer kritisiert jedoch Pläne der Gemeinde Schwaigen

  • Roland Lory
    vonRoland Lory
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Die Innere Mission sieht die Pläne der Gemeinde Schwaigen für das Lindenhof-Areal kritisch. Die Kommune will dort Verschiedenes realisieren.

  • Grafenaschau soll einen Dorfkern bekommen.
  • Noch steht in dem Bereich das frühere Pflegeheim Lindenhof.
  • Der Eigentümer sieht die Pläne der Gemeinde Schwaigen kritisch.

Grafenaschau – Dass der Eigentümer des Areals Einspruch erheben würde, kommt nicht überraschend. Die Innere Mission hat sich zu Wort gemeldet, als jetzt die Unterlagen für den Bebauungs- und Grünordnungsplan „Lindenhof“ öffentlich auslagen.

Fläche ist gut einen Hektar groß

Die Einrichtung betrieb bis zum vergangenen Jahr in Grafenaschau ein Pflegeheim. Dann zogen die Patienten nach Schlehdorf um. Zurück blieb eine große, in die Jahre gekommene Immobilie. Die Fläche ist gut einen Hektar groß. Aus Sicht der Gemeinde Schwaigen bietet sich nun die Möglichkeit, in Grafenaschau ein Ortszentrum zu schaffen, das es bisher nicht wirklich gibt. Allenfalls Ansätze mit dem Rathaus, dem Dorfladen und der Kirche St. Wolfgang.

Bunte Mischung vorgesehen

Die Gemeinde kann sich eine bunte Mischung aus Sozialem, Tourismus, stillem Gewerbe und Wohnen vorstellen. Zudem wird Platz für den Kindergarten benötigt, der aus allen Nähten platzt. Auch eine Schaubrauerei könnte entstehen. Und eine Gastronomie. Bürgermeister Hubert Mangold (parteifrei) hält darüber hinaus ein kleines Hostel für denkbar. Schließlich führt der Radweg Bodensee-Königssee durch das Dorf – und der ist gut frequentiert.

Diverse Einwände der Inneren Mission

Die Einwände der Inneren Mission sind verschiedener Natur. „Der derzeitig Planentwurf weist materiell-rechtliche Fehler auf“, wird von einer beauftragten Rechtsanwaltskanzlei bemängelt. Oder: „Bislang hat sich die Gemeinde auch nicht in ausreichendem Umfang mit den Vorstellungen und wirtschaftlichen Möglichkeiten unseres Mandanten als einzigen Eigentümer im Plangebiet befasst.“ Ein weiterer Einwand lautet: „Die Gemeinde hat sich bislang nicht auseinandergesetzt, ob im Gemeindegebiet überhaupt ein Bedarf für die vorgesehenen Nutzungen im Bereich Gesundheit und Tourismus gegeben ist.“ Es sei ersichtlich, dass sich die derzeitige Konzeption mit dem Fokus auf das Gesundheitswesen nicht umsetzen lasse.

Kommt eine Bauträgergemeinschaft?

Bürgermeister Mangold betont hingegen, dass die Gemeinde zwei Studien anfertigen ließ. Die eine mit Bürgerbeteiligung. Die Innere Mission würde gern bezahlbaren Wohnraum für Familien schaffen. Dafür hat die Gemeinde ihr Tauschflächen angeboten. Laut Mangold hat der Eigentümer die Offerte abgelehnt. Im Gespräch ist für das Lindenhof-Areal eine Bauträgergemeinschaft. Ob es so kommt? Man wird sehen. Für den 24. September ist das nächste Gespräch mit der Inneren Mission anberaumt. Den Eigentümer vertritt Finanzvorstand Hans Rock.

Mangold: Sind auf einem guten Weg

Rathauschef Mangold ist trotz der kritischen Einwände seitens der Inneren Mission zuversichtlich. „Wir sind auf einem guten Weg“, unterstrich er im Gemeinderat. Der Kommune sei es wichtig, den sozialen Grundgedanken aufrecht zu erhalten. „Wir haben einige Anfragen von Investoren.“ Gegenüber dem Garmisch-Partenkirchner/Murnauer Tagblatt verwies er darauf, dass mit dem Umzug des Pflegeheims in Grafenaschau 40 Arbeitsplätze weggebrochen seien.

Bebauungsplan wird nochmals ausgelegt

In die Sitzung waren auch Mitarbeiter des Büros „Die Stadtentwickler“ (Kaufbeuren) gekommen. Darunter Ingo Lehmann, einst Bürgermeister der Stadt Landsberg am Lech. Er trug die Einwände und Bedenken vor. Was zur Sitzung noch nicht vorlag, ist eine Stellungnahme zur Beseitigung des Niederschlagswassers. Diese will ein Büro noch nachreichen. Am Ende billigte der Gemeinderat einmütig die Entwurfsplanung. Änderungen sollen eingearbeitet werden. Die Verwaltung wurde beauftragt, die modifizierte Fassung ein weiteres Mal öffentlich auszulegen.

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