Einkaufen vor Ort: Den Dorfladen in Grafenaschau gibt es seit August 2018.
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Einkaufen vor Ort: Den Dorfladen in Grafenaschau gibt es seit August 2018.

Dorfladen Grafenaschau

„Es tut einfach weh“: Schwaigens Rathauschef Mangold äußert Unmut über die neuen Corona-Auflagen

  • vonRafael Sala
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Der Schwaigener Rathauschef Hubert Mangold (parteifrei) äußert Unmut über die neuen Corona-Auflagen. Denn im Dorfladen können keine Gäste mehr bewirtet werden.

  • Der Schwaigener Rathauschef Hubert Mangold äußert Unmut über die neuen Corona-Auflagen.
  • Denn im und vor dem Dorfladen können keine Gäste mehr bewirtet werden.
  • Dabei hatte sich die wirtschaftliche Lage des Geschäfts zuletzt zusehends stabilisiert.

Grafenaschau – Eben noch war der Dorfladen in Grafenaschau dabei, an Fahrt aufzunehmen, ja sogar langsam in die Gewinnzone zu rutschen – da verhageln die neuen Corona-Auflagen bereits wieder jede Perspektive auf finanzielle Stabilisierung und Aufschwung. „Das tut weh“, merkt Schwaigens Bürgermeister Hubert Mangold (parteifrei) im Tagblatt-Gespräch hörbar verbittert an.

Viel Laufkundschaft

Denn einen nicht unbeträchtlichen Teil des Umsatzes erwirtschaftet das Geschäft mit der Laufkundschaft vor Ort – Radler Spaziergänger, Ausflügler –, die die es sich an den Tischen gemütlich machen und Speisen und Getränke verzehren wollen. „Wir haben alle Stühle und Tische entfernt, den Außenbereich gibt es bis auf absehbare Zeit nicht mehr“, schildert der Rathauschef. Und auch drinnen dürfen Gäste natürlich nicht mehr einkehren. Einkaufen ist aber nach wie vor weiterhin möglich, unterstreicht Mangold.

Sämtliche Auflagen erfüllt

Ob der „Lockdown-Light“-Beschluss von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) richtig oder angemessen ist, will er nicht beurteilen. Tatsache aber sei, dass der Dorfladen sich die ganze Zeit seit Ausbruch der Pandemie im März dieses Jahres über an alle Hygienevorschriften akribisch gehalten habe, versichert Mangold. „Wir haben uns nichts zu Schulden kommen lassen.“ Abstandspflicht, Mund-Nase-Bedeckung, Bereitstellen von Desinfektionsmitteln – sämtliche Auflagen wurden erfüllt. „Wir werden für etwas bestraft, was wir nicht zu verantworten haben.“ Schuld sei die Bundesregierung selbst – indem sie im Sommer fahrlässig gewesen sei und zu wenige Tests vorgenommen habe. „Da sind sehr viele Menschen in den Urlaub gefahren und haben sich nicht an die Auflagen gehalten. Da war ein Rummel sondergleichen.“ Die Zeche dafür bezahlten jetzt die Gastronomen.

46 000 Euro Umsatz im September

Dabei hatte sich die wirtschaftliche Lage des Dorfladens zuletzt zusehends stabilisiert – eine Entwicklung, die nach den langen Geburtswehen, die mit der Eröffnung des Geschäfts im August 2018 begannen, bitter nötig war. 46 000 Euro Umsatz brachte alleine der September, mit 4000 Euro Gewinn war man mehr als zufrieden. 367 000 Euro brachte der Verkauf der regionalen Produkte im vergangenen Jahr dem Geschäft ein. Bis dato sind es schon 400 000 Euro. Und jetzt der zweite Lockdown. „Es tut einfach weh“, wiederholt Mangold.

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