1. Startseite
  2. Lokales
  3. Garmisch-Partenkirchen
  4. Schwaigen

Gemeinde Schwaigen kauft Lindenhof - Großes Grundstücksgeschäft für kleines Dorf

Erstellt:

Von: Roland Lory

Kommentare

Wird abgebrochen: der Lindenhof. 
Wird abgebrochen: der Lindenhof.  © Bartl

Für eine kleine Gemeinde wie Schwaigen ist es ein riesiges Grundstücksgeschäft: Die Kommune hat für rund 2,3 Millionen Euro das Lindenhof-Areal gekauft. Dort soll nach dem Abbruch des früheren Seniorenheims ein neues Ortszentrum entstehen.

Grafenaschau – Ob er schlaflose Nächte hat? Hubert Mangold (UVV), Bürgermeister der Gemeinde Schwaigen, verneint. Schließlich habe die Kommune einen Gegenwert. Sie hat noch im alten Jahr ein Grundstücksgeschäft abgeschlossen, das für die weitere Entwicklung des Hauptorts Grafenaschau von fundamentaler Bedeutung ist: Die Gemeinde kaufte von der Inneren Mission das Lindenhof-Areal. Es umfasst 10 700 Quadratmeter. Mit Grunderwerbsteuer bezahlte die Kommune rund 2,3 Millionen Euro. Die Gemeinde hat hierfür einen Kredit über eine Million Euro aufgenommen. „Den Rest haben wir durch Grundstücksverkäufe und Eigenmittel bestritten.“ Hinzu kommen dann noch Ausgaben für den Abriss. Dazu gibt es bereits zwei Gutachten. Die Kosten für den Abbruch des ehemaligen Seniorenheims werden demnach zwischen 300 000 und 450 000 Euro liegen. Ist mit Altlasten zu rechnen? „Ich glaube nicht, dass irgendwelche Substanzen drin sind“, sagt Mangold.

Räte in Klausur

Ein Bebauungsplan ist aufgestellt, der Gemeinderat hat sich zudem in der Mehrzweckhalle zu einer Klausurtagung getroffen, auf der es um Ideen von Investoren ging. Denn die Flächen will die Gemeinde weiterverkaufen. Rund 20 Interessierte gibt es laut Mangold. Das Treffen wurde von Annegret Michler vom Kaufbeurer Büro „Die Stadtentwickler“ geleitet. Sie und Bürgermeister Mangold wollen nun schauen, ob die Gemeinde Fördergelder in Anspruch nehmen kann. In Grafenaschau soll ein komplett neues Ortszentrum entstehen – eine Chance, die ein Ort nicht oft hat.

Verschiedene Einrichtungen könnten sich dort ansiedeln, darunter auch touristische und soziale. „Es gibt mehrere Anfragen, die uns gut gefallen“, betont Mangold. Wohnungen sollen nur untergeordnet möglich sein.

Ein zentrales Vorhaben ist der Bau eines Landgasthofs. „Das ist ziemlich gesetzt“, teilt der Bürgermeister mit. 30 Doppelzimmer sind geplant. Ein Saal nicht, denn es gibt im Ort die Mehrzweckhalle. Wer dahintersteckt, will Mangold zum jetzigen Zeitpunkt nicht verraten. „Aber wir gehen das nächstes Jahr zeitnah an.“

Bär: „Große Aufgabe“

Christian Bär, Kreisvorsitzender des Hotel- und Gaststättenverbands, ist das Projekt bekannt. „Es ist eine große Aufgabe für die Gemeinde Schwaigen“, sagt der Murnauer. Der Hotelier gibt zu bedenken, dass ein Betreiber auch im Winter überleben müsse. Mit den Radlern im Sommer sei es nicht getan. Man müsse einen neuen Weg suchen, der regionale Produkte einbezieht. Und das Ganze müsse „darstellbar und finanzierbar sein. Vor dieser Herausforderung steht Grafenaschau.“ Bär betont zudem, dass jegliche Gastronomie, die Regionalität pusht, von seinem Verband begrüßt werde. Er bietet Unterstützung an: „Wenn wir behilflich sein können, sind wir das gerne.“ Grafenaschau hat nach Bärs Meinung „einiges, was man herzeigen kann“: etwa das Besucherzentrum, den Dorfladen und den Glashüttenrundweg.

Sein Stellvertreter Daniel Schimmer sagt: „Entscheidend ist, dass nicht willkürlich Betten entstehen, sondern dass ein Konzept dahinter steckt.“ Ein Betrieb mit 30 Doppelzimmern „kann Charme haben und individuell betrieben werden“.

Auch interessant: Neues Ortszentrum eine Jahrhundertchance

Auch interessant

Kommentare